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Startseite»Politik»Unterstützung für die Ukraine: Jede Hilfslieferung ist eine Botschaft 
Politik

Unterstützung für die Ukraine: Jede Hilfslieferung ist eine Botschaft 

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.08.2026 • 14:59 Uhr

Seit der russischen Vollinvasion ist der Kölner Hilfsverein Blau-Gelbes Kreuz stark gewachsen. Gerade liefert er das tausendste Rettungsfahrzeug in die Ukraine – und will damit auch ein Signal senden.

David Zajonz

Bernhard Simon könnte es sich zu Hause auf der Couch gemütlich machen. Stattdessen besucht der 72-Jährige regelmäßig ein Land im Krieg. Der Rentner ist ehrenamtlicher Fahrer beim Blau-Gelben Kreuz, einem Kölner Verein, der Hilfsgüter in die Ukraine bringt.

Ungefähr zwanzig Mal sei er inzwischen da gewesen, erzählt Simon, das Engagement bereite ihm viel Freude. „Ich fahre irgendwie als glücklicher Mensch dann nach Hause.“

„Es sind hier sehr viele Freundschaften entstanden“

Immer wieder erlebt er aber auch bittere Momente. Etwa wenn er zerbombte Fahrzeuge auf Fotos wiedererkennt, die er gerade erst selbst in die Ukraine gefahren hat.

Deutsche und ukrainische Helferinnen und Helfer arbeiten gemeinsam in dem Verein. Dieses Miteinander sei unglaublich, sagt Linda Mai, Vorstandsvorsitzende des Blau-Gelben Kreuzes. „Es sind hier sehr viele Freundschaften entstanden.“ Sie selbst ist in der Ukraine aufgewachsen und lebt seit ungefähr 25 Jahren in Deutschland.

Linda Mai ist Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Spenden von mehr als 50 Millionen Euro

Seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 hat der Verein Geld- und Sachspenden in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro erhalten. Allein in diesem Jahr wurden bereits 164 mit Hilfsgütern beladene 40-Tonner in die Ukraine geschickt. Geladen hatten sie unter anderem Stromgeneratoren, Kleider und medizinische Geräte. Die Spenden kommen von Privatleuten, aber auch von Unternehmen.

Derzeit stapeln sich im Lager Kartons mit Schulranzen. Daneben stehen Stühle und Tische, wie man sie aus deutschen Klassenzimmern kennt. Wenn in der Ukraine bald das neue Schuljahr losgeht, sollen die Kinder mit Unterstützung aus Deutschland lernen können.

Im Lager des Vereins werden die Waren sortiert.

Das tausendste Rettungsfahrzeug soll nach Sumy

Das ist auch Roman Ganovschii wichtig. Er leitet die Logistik des Vereins und lebt seit knapp zehn Jahren in Deutschland. Seine ganze Familie sei aber in der Ukraine, die Kinder dort hätten keine normale Kindheit. Deshalb versucht er, von Deutschland aus zu unterstützen, so gut er kann.

Heute schickt das Blau-Gelbe Kreuz das tausendste Rettungsfahrzeug in die Ukraine, einen Krankenwagen. Ziel ist die Stadt Sumy, die regelmäßig unter russischem Beschuss steht.

Verein will Hilfe weiter ausbauen

Linda Mai wird den Krankenwagen selbst fahren. Für die Vereinsvorsitzende ist jede Hilfslieferung auch eine Botschaft an die Bevölkerung in der Ukraine. „Es ist eine Nachricht, dass wir sie nicht im Stich gelassen haben, dass wir nach viereinhalb Jahren immer noch an diese Menschen glauben, dass sie uns wichtig sind“, sagt Linda Mai.

Im vergangenen Jahr habe man die Hilfslieferungen deutlich ausgebaut, heißt es vom Blau-Gelben Kreuz. 2025 hat der Verein mehr als doppelt so viele Stromgeneratoren in die Ukraine geliefert wie im Vorjahr.

Auch in diesem Jahr will das Blau-Gelbe Kreuz weiter wachsen. Ein Verbindungsbüro in der ukrainischen Stadt Dnipro ist in Planung. „Gerade der kommende Winter wird erneut eine enorme Herausforderung“, sagt die Vereinsvorsitzende Linda Mai, „darauf bereiten wir uns vor.“

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