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Studie zu Männer-Fruchtbarkeit: Spermienzahl sinkt mit steigendem Körperfett – auch bei „Normalgewicht“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 11, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Studie zu Männer-FruchtbarkeitSpermienzahl sinkt mit steigendem Körperfett – auch bei „Normalgewicht“

Nicht immer ist ein zu hoher Körperfettanteil so deutlich sichtbar wie auf diesem Bild. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Nicht jedes Kilo ist gleich: Ob Gewicht vor allem aus Muskeln oder Fett besteht, könnte auch für die männliche Fruchtbarkeit eine Rolle spielen. Eine neue Studie zeigt nun, dass der Körperfettanteil aussagekräftiger ist als der BMI.

Übergewicht kann die Fruchtbarkeit von Männern mindern – das ist seit langem bekannt. Doch eine neue Studie aus Dänemark legt nun nahe, dass der BMI als Maß dabei womöglich zu kurz greift: Ob ein Mann normalgewichtig ist, sagt demnach weniger über seine Fortpflanzungsgesundheit aus, als der Blick auf die Waage vermuten lässt. Entscheidend sei vielmehr, wie hoch der tatsächliche Körperfettanteil ist. Denn selbst bei jungen Männern mit normalem Body-Mass-Index (BMI) ist laut Studie mehr Körperfett mit einer geringeren Spermienzahl verbunden.

Die Untersuchung ist im Fachjournal „Human Reproduction“ erschienen. Das Team um Studienautor Nis Brix von der Universität Aarhus untersuchte 1058 dänische Männer, die alle 18 Jahre alt waren. Die Teilnehmer gaben eine Samen- und eine Blutprobe ab, außerdem wurden unter anderem ihr BMI, das Verhältnis von Taillenweite zu Körpergröße und ihr Körperfettanteil bestimmt.

Veränderungen im Hormonhaushalt

Anschließend teilte das Forschungsteam die Männer nach ihrem Körperfettanteil in Gruppen ein. Dabei zeigte sich: Im Vergleich zur Referenzgruppe mit 8 bis 19 Prozent Körperfett hatten Männer mit 20 bis 24 Prozent Körperfett im Durchschnitt 23 Prozent weniger Spermien. In absoluten Zahlen entsprach das nach Berechnung der Forschenden einem Rückgang von durchschnittlich rund 105 Millionen Spermien. Zum Vergleich: Ein gesunder Mann hat bei einem Samenerguss im Durchschnitt etwa 30 bis 300 Millionen Spermien.

Auch bei anderen Messwerten zeigte sich eine Tendenz in dieselbe Richtung: Mit zunehmendem Körperfett waren laut Forschungsteam Samenmenge und Spermienkonzentration eher niedriger. Auffällig waren zudem Veränderungen bei den Geschlechtshormonen. Ein höherer Körperfettanteil ging demnach mit niedrigeren Werten des Sexualhormon-bindenden Globulins, kurz SHBG, sowie von Gesamt-Testosteron einher. Das deutet den Autorinnen und Autoren zufolge darauf hin, dass sich mit zunehmendem Fettanteil auch das hormonelle Gleichgewicht verändert.

Weniger Spermien trotz Normalgewicht

Doch warum ist der BMI nicht aussagekräftig? Er setzt lediglich Körpergewicht und Körpergröße ins Verhältnis. Ob die zusätzlichen Kilos aus Fett oder beispielsweise aus Muskelmasse bestehen, berücksichtigt er nicht. Zwei Männer mit demselben BMI können deshalb eine sehr unterschiedliche Körperzusammensetzung haben. In der Studie hing der Körperfettanteil stärker mit der gesamten Spermienzahl, der Samenmenge und der Spermienkonzentration zusammen als der BMI oder gar das Taillen-Größen-Verhältnis.

Das zeigte sich sogar bei Männern, die nach ihrem BMI als normalgewichtig galten. Beschränkten die Forschenden ihre Analyse auf Teilnehmer mit einem BMI zwischen 18,5 und 24,9, war ein höherer Körperfettanteil weiterhin deutlich mit einer geringeren Gesamtzahl von Spermien verbunden. Mit jedem Anstieg des Körperfettanteils sank die Spermienzahl im Schnitt um acht Prozent. Auch der Anteil normal geformter Spermien tendierte nach unten.

Tipps für eine bessere reproduktive Gesundheit

„Unsere Forschung legt nahe, dass die Messung des Körperfettanteils Männer mit beeinträchtigter reproduktiver Gesundheit identifizieren könnte, die anhand des BMI allein nicht auffallen würden“, erklärt Erstautor Brix laut einer Mitteilung. Für Männer könne es deshalb sinnvoll sein, nicht nur auf ein vermeintlich normales Körpergewicht, sondern auf eine gesunde Körperzusammensetzung zu achten.

In Deutschland sind schätzungsweise 10 Prozent aller Männer im fortpflanzungsfähigen Alter von Einschränkungen oder Unfruchtbarkeit betroffen. Eine Heilung gibt es nicht immer. Männer können ihre reproduktive Gesundheit aber verbessern, indem sie …

  • … sich regelmäßig körperlich betätigen.

  • … Stress minimieren.

  • … auf eine ausgewogene Ernährung achten.

  • … regelmäßig gut schlafen.

  • … nicht Rauchen.

  • … den Alkoholkonsum einschränken.

Wie überschüssiges Fett die Fortpflanzungsfunktion beeinflussen könnte, ist noch nicht vollständig geklärt. Frühere Forschung weist unter anderem auf Veränderungen des Hormonhaushalts, oxidativen Stress und eine höhere Temperatur im Hodengewebe hin. Weitere Untersuchungen müssen nun zeigen, ob eine gezielte Verringerung von überschüssigem Körperfett tatsächlich die männliche Fruchtbarkeit verbessern kann.

Quelle: ntv.de, hny

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