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Bearaby Second Skin ausprobiert: Wie gut funktioniert antibakterielle Bambus-Bettwäsche?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 12, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Bearaby Second Skin ausprobiertWie gut funktioniert antibakterielle Bambus-Bettwäsche?

11.08.2026, 18:25 Uhr Von Klaus Wedekind
Bearaby Second Skin Bearaby
Egal, wie hoch die Keimbelastung sein mag: Man schläft in der Bearaby-Bettwäsche aus Bambus-Satin ausgezeichnet. (Foto: Bearaby)

Bearaby verkauft Bettwäsche aus Bambus-Fasern, die mit eingewebten Pflanzenextrakten fast 100 Prozent der Bakterien abwehren können soll. Im Praxistest erweist sich die seidige, kühlende Second-Skin-Kollektion als äußerst komfortabel, aber ein Petrischalen-Experiment wirft Zweifel an der Schutzwirkung auf.

Das von der gebürtigen Stuttgarterin Kathrin Hamm gegründete New Yorker Unternehmen Bearaby hat sich vor allem mit Gewichtsdecken einen Namen gemacht, bietet aber auch Masken und andere Produkte rund um einen erholsamen Schlaf an. Ganz frisch im Sortiment ist Bettwäsche. Sie ist zu 100 Prozent aus Bambusfasern hergestellt und soll mit eingewebten „Smart Botanicals“ in der Lage sein, die Anzahl der Bakterien auf dem Gewebe um 99,9 Prozent zu reduzieren. Bearaby ist davon so überzeugt, dass es ntv.de eine Garnitur inklusive Petrischalen-Test zugeschickt hat. ntv.de hat die Kuschel-Probe aufs Exempel gemacht.

Hochwertiger und nachhaltiger erster Eindruck

Der erste Eindruck ist positiv. Wie seine anderen Produkte verschickt Bearaby auch seine Bettwäsche praktisch plastikfrei ausschließlich in Papier und Karton gehüllt. Passend dazu deklariert der Hersteller den Stoff als nach Oeko-Tex-Standard 100 frei von Schadstoffen und anderen gesundheitsschädlichen Substanzen.

Bearaby Second Skin Test 01 (2 von 5)
ntv.de erhält eine Garnitur in drei verschiedenen Farbtönen, insgesamt gibt es fünf. (Foto: kwe)

Ob auch die Bambusfasern selbst der Second-Skin-Kollektion umweltschonend verarbeitet wurden, geht aus Bearabys Angaben nicht hervor. Da der Hersteller bei seinen Baumwollprodukten darauf achtet und sie nach dem Global Organic Textile Standard zertifiziert, könnte man das vermuten, Nachweise fehlen aber auf der entsprechenden Webseite noch.

Seidig weich und kühlend

Nach dem Auspacken fällt sofort auf, wie angenehm seidig weich sich die Bettwäsche anfühlt. Der mit 400 Fäden pro Quadratzoll dicht gewebte Stoff hat eine glänzend glatte Oberfläche und ein vergleichsweise hohes Gewicht. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Nähte sind gerade und fein, Knöpfe in Perlmuttoptik setzen an den Seiten der Kissenbezüge matt schimmernde Akzente, beim Deckenbezug verschwinden sie hinter Umschlägen.

Bearaby Second Skin Test 01 (3 von 5)
Die Verarbeitung ist hochwertig. (Foto: kwe)

Die glatte Satinoberfläche fühlt sich kühl auf der Haut an, laut Bearaby etwa 1,7 bis 2,8 Grad kühler als Baumwolle, was in den tropischen Nächten der aktuellen Hitzewelle(n) sehr angenehm ist. Das Gewebe soll auch 17 Prozent atmungsaktiver sein, wodurch Körperwärme effektiver abgeführt wird. Hinzu kommt, dass die Bambus-Bettwäsche absorbierten Schweiß schnell verdunsten lässt, was zusätzlich kühlt. Im Gegensatz zur zuvor verwendeten Baumwoll-Bettwäsche wirkte sie im Test auch nie feucht.

Antibakterielle Wirkung zertifiziert, aber …

Das sind klare Pluspunkte, aber wie sieht es mit Bearabys Angaben zur Reduzierung des Bakterienwachstums um bis zu 99,9 Prozent aus? Dies soll einerseits an einem in den Fasern enthaltenen Stoff liegen, der oft als Bambus-Kun bezeichnet wird. Wissenschaftlich ist das nicht hinreichend belegt. Es gibt eine Untersuchung, die eine antimikrobielle Wirkung feststellte, eine Studie aus dem vergangenen Jahr kam zum gegenteiligen Ergebnis.

Bearaby Second Skin Test 01 (1 von 5)
Die mitgelieferte Testausrüstung. (Foto: kwe)

Bearaby hat allerdings die antibakterielle Wirkung seiner Bettwäsche durch eine Prüfung nach ISO 20743 nachweisen lassen. Die hinzugefügten „Smart Botanicals“, eine Mischung aus Pfefferminze, Minze und Meeresproteinen, könnten also tatsächlich effektiv sein. Indirekt sollen sie auch vor Hausstaubmilben schützen, da diese durch Bakterien begünstigt würden, so Bearaby. Vermutlich ist hier die Reduzierung von Feuchtigkeit und Schweiß entscheidender. Möglicherweise führt auch die glatte Oberfläche zu weniger Hautschuppen, der Hauptnahrungsquelle der Milben.

… Test nicht bestanden

Um die antibakterielle Wirkung testen zu können, lieferte Bearaby zwei Petrischalen sowie Wattestäbchen mit, alles steril verpackt. Nach mindestens drei Nächten sollten jeweils Abstriche von der Bettwäsche auf den Nährboden der Petrischalen gegeben und dann die Veränderungen über vier bis fünf Tage beobachtet werden. Die Bedingungen waren durch die schweißtreibenden Nächte besonders schwierig, aber Bearaby ermunterte Tester sogar, Haustiere mit ins Bett zu nehmen.

Bearaby Second Skin Test 01 (4 von 5)
Die Petrischale mit der Probe aus der Baumwoll-Bettwäsche. (Foto: kwe)

Bei der Probe aus der Baumwoll-Bettwäsche waren schon nach zwei Tagen deutliche Veränderungen zu sehen, nach vier Tagen hatten die Mikroorganismen den Nährboden dicht besiedelt. Bei der Probe aus der Second-Skin-Bettwäsche war die Vermehrung zwar langsamer und quantitativ geringer, aber von einer 99,9-prozentigen Reduzierung kann keine Rede sein. Auch die zweite Petrischale war nach vier Tagen deutlich besiedelt.

Der von ntv.de durchgeführte Versuch fand alles andere als unter Laborbedingungen statt, aber es wurde darauf geachtet, weder Wattestäbchen noch Nährboden zu verunreinigen. Vielleicht ist die antibakterielle Wirkung an Tagen mit normalen Temperaturen besser, möglicherweise auch nicht.

Geruchsarm und langlebig

Was für die Second-Skin-Bettwäsche spricht, ist, dass sie wie von Bearaby angegeben auch nach einer schwitzigen Woche nicht unangenehm roch. Wenn die Nase entscheidet, muss man sie also seltener waschen als Baumwoll-Bettwäsche, die wesentlich schneller müffelt.

Bearaby Second Skin Test 02 (1 von 2)
Der Abstrich aus der Second-Skin-Bettwäsche erzeugte zwar weniger Wachstum, aber deutlich zu viel, um eine nahezu 100-prozentige Reduzierung zu belegen. (Foto: kwe)

Bearaby empfiehlt, die Bettwäsche nicht wärmer als bei 30 Grad, ohne Weichmacher und Bleichmittel zu waschen und dann in der Luft trocknen zu lassen. Sie soll dann allerdings bis zu acht Jahre halten, was die höheren Preise etwas relativiert. Ein Kissenbezug kostet 49 Euro, Laken bekommt man ab 99, Deckenbezüge ab 199 Euro.

Fazit

Die Bearaby-Bettwäsche hat sich als hochwertig erwiesen, sie wirkt kühlend, führt Feuchtigkeit effektiv ab, ist angenehm glatt und weich sowie wahrscheinlich langlebig. Den Petrischalen-Test hat sie zwar nicht bestanden, eine antibakterielle Wirkung kann sie aber trotzdem aufweisen. Eine mögliche günstigere Alternative ist die Bettwäsche des deutschen Anbieters Bambaw.

Quelle: ntv.de

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