Verletzungsdrama beim Wechsel
Tränen nach Debakel: Deutsche EM-Staffel kommt nicht ins Ziel
15.08.2026 | 15:07 Uhr
Für die Frauen-Staffel enden die Europameisterschaften schon im Vorlauf: Bei der Stabübergabe von Sophia Junk auf Schlussläuferin Gina Lückenkemper spielt sich ein Verletzungsdrama ab. Bei den Herren läuft es dagegen entspannter ab.
Desaster für die deutsche Frauen-Staffel um Gina Lückenkemper: Nach einem verunglückten letzten Wechsel zwischen der dabei verletzten Sophia Junk und Lückenkemper hat das DLV-Quartett das EM-Finale über 4×100 Meter verpasst. Junk erreichte mit dem Stab Schlussläuferin Lückenkemper nicht mehr, die deutsche Staffel kam nicht ins Ziel. Angesichts der großen Enttäschung flossen bei Junk noch auf der Bahn einige Tränen, Lückenkemper tröstete sie umgehend.
„In dem Moment, in dem ich Gina das Staffelholz geben wollte, hat es mir hinten links in den Oberschenkel hineingezogen“, sagte Junk im ZDF: „Da habe ich automatisch einen Sprung nach rechts gemacht. Dadurch konnte ich das Holz nicht mehr druckvoll übergeben, und da war es dann zu spät.“ Schon 2024 in Rom hatte die Sprintstaffel als Finalvierte eine Medaille verpasst. 2022 wurde Deutschland Europameister, aus diesem Quartett waren noch Rebekka Haase und Lückenkemper in Birmingham dabei.
Auch ohne den frischgebackenen 200-Meter-Europameister Owen Ansah liefen indes die deutschen Männer sicher ins Finale und gehen dort am Abend (22.33 Uhr/ZDF und Eurosport) als Medaillenkandidaten an den Start. Das Quartett mit Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah lief in 38,57 Sekunden hinter Großbritannien (38,29) und Italien (38,50) die drittbeste Vorlaufzeit.
Ansah tritt wegen der drohenden Sanktionen im Zuge seiner Affäre um einen nicht vollzogenen Dopingtest nicht in der Staffel an. Seine Ergebnisse könnten nachträglich gestrichen werden, damit würde auch ein deutsches Quartett eine mögliche Medaille verlieren. Ansah war aber im Stadion dabei und unterstützte seine Teamkollegen. „Die Jungs sind gut drauf, ich traue ihnen auf jeden Fall eine Medaille zu“, sagte er.
Verwendete Quellen: ntv.de, ses/sid
