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Startseite»Nachrichten»Nicht nur Nachwirkung der Wende: Studie: Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen unterrepräsentiert
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Nicht nur Nachwirkung der Wende: Studie: Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen unterrepräsentiert

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nicht nur Nachwirkung der WendeStudie: Ostdeutsche sind in Spitzenpositionen unterrepräsentiert

In der öffentlichen Verwaltung und in der Wissenschaft stieg der Repräsentationsanteil deutlich. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Personen aus Ostdeutschland, die eine Spitzenposition erreichen, nimmt über die vergangenen Jahre zu. Doch die Menschen aus dem Gebiet der früheren DDR sind selbst ohne Einrechnung Berlins nicht entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil vertreten.

Menschen aus Ostdeutschland sind in Spitzenpositionen in Behörden, Unternehmen und anderen Organisationen weiterhin unterrepräsentiert. Ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren zwar gestiegen – von 10,9 Prozent im Jahr 2018 auf 12,1 Prozent im Jahr 2024, wie ein Forschungsteam der Universitäten Leipzig und Jena sowie der Hochschule Zittau-Görlitz mitteilte. Das ist jedoch weiterhin weniger als ihr Bevölkerungsanteil. In Ostdeutschland (ohne Berlin) leben nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. 81 Prozent entfielen auf den Westen. Hinzu kommen knapp vier Prozent die auf Berlin entfallen.

Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Bereichen. Der Anstieg der Ostdeutschenquote ist den Forschern zufolge vor allem in der öffentlichen Verwaltung und in der Wissenschaft deutlich. In den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Sicherheit und Zivilgesellschaft hingegen zeigten sich sogar leichte Rückschritte. In der Politik, im Militär, den Medien, religiösen Organisationen, Gewerkschaften und der Justiz gab es nur minimale Anstiege oder keine Veränderungen.

„Unsere Analysen verdeutlichen, dass die geringe Präsenz Ostdeutscher in Spitzenpositionen nicht allein eine Nachwirkung des Systemwechsels in der DDR und ihres Beitritts zur Bundesrepublik ist“, erklärte der Leipziger Politikwissenschaftler Lars Vogel. „Eine Rolle spielen auch unterschiedliche Karrierewege, regionale Strukturen, Zugänge zu Netzwerken und die Frage, welche Erfahrungen und Lebensläufe bei Auswahlentscheidungen als passend wahrgenommen werden.“

Die Ergebnisse des sogenannten Elitemonitors des Forschungsteams zeigen zudem, dass sich die Unterrepräsentation nur bedingt mit der Zeit von selbst abbaut, wie die Forscher ausführen. „Es gab und gibt formelle und informelle Aufstiegshemmnisse“, erklärte die Politikwissenschaftlerin Astrid Lorenz. Die Forschenden empfehlen Politikern und Verantwortlichen in Unternehmen, Behörden und Organisationen daher, gezielt gegenzusteuern.

Der Politik stünden „auch ohne eine Ost-Quote, die sehr geringe Unterstützung in Eliten und Bevölkerung findet“, eine Reihe niedrigschwelliger Handlungsoptionen zur Verfügung, um die Repräsentation Ostdeutscher zu erhöhen, heißt es von den Wissenschaftlern. Für die frühe Karrierephase könne der Bund, zum Beispiel im Rahmen der Zuwendungsverträge mit den Begabtenförderwerken, auf eine breitere Werbung für Leistungsstipendien in unterrepräsentierten Regionen hinwirken.

Für spätere Karrierephasen könnten Bund und Länder in Behörden Ostdeutschen bei gleicher Leistung den Zugang zu karriereförderlichen Erfahrungen in Leitungspositionen durch Versetzungen oder Abordnungen noch besser ermöglichen, heißt es. Auch die Ansiedlung von weiteren zentralen Behörden in Ostdeutschland liege unmittelbar im Kompetenzbereich von Bund und Ländern.

Quelle: ntv.de, lme/AFP

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