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Aus Mails und KI-Protokollen: „New York Times“ enthüllt neue Details im Fall Ulmen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Aus Mails und KI-Protokollen„New York Times“ enthüllt neue Details im Fall Ulmen

Über mehrere Monate sprach die US-Zeitung nach eigenen Angaben mit Fernandes und wertete zahlreiche Dokumente sowie digitale Spuren aus. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Seit Monaten beschäftigt deutsche Medien der Fall um Collien Fernandes und ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Inzwischen hat die Moderatorin auch ausführlich mit der „New York Times“ gesprochen. Die Zeitung hat zudem zahlreiche Dokumente ausgewertet.

Collien Fernandes hat sich ausführlich in der „New York Times“ über die Vorwürfe gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen geäußert. Über mehrere Monate sprach die US-Zeitung nach eigenen Angaben mit Fernandes und wertete zahlreiche Dokumente sowie digitale Spuren aus. Fernandes wirft Ulmen vor, über Jahre Fake-Profile unter ihrem Namen angelegt und darüber Männer kontaktiert zu haben. Dabei seien auch sexuelle Inhalte verschickt worden.

Der Fall wurde im Frühjahr durch eine Recherche des „Spiegel“ öffentlich und löste eine breite Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen aus. Die „New York Times“ berichtet nun unter anderem über eine E-Mail, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt haben soll. Darin soll er eingeräumt haben, mit etwa 30 Männern unter Fernandes‘ Identität sexuelle Online-Kontakte geführt zu haben. Er habe darin außerdem sein Bedauern über sein Verhalten ausgedrückt. Einer der Männer sei ein Versicherungsvertreter gewesen, mit dem Fernandes und Ulmen beruflich zu tun hatten.

Aus den von der „New York Times“ eingesehenen Unterlagen gehen konkrete Handlungen Ulmens hervor. In einer E-Mail an seinen Rechtsanwalt räumte der demnach die Täuschungen ein und drückte Bedauern über sein Verhalten aus. Fernandes sollen zudem ChatGPT-Protokolle vorliegen, in denen Ulmen die KI unter anderem fragte, wie er Männer dazu bringen könne, E-Mails zu löschen, ohne dass dies rechtlich als Beeinflussung potenzieller Zeugen gewertet werden könne.

Laut Fernandes‘ Aussage offenbarte Ulmen ihr seine Täuschung im Dezember 2024 in einem Hotelzimmer, nachdem sie wegen der Accounts Anzeige gegen Unbekannt erstattet hatte. Zur Frage nach seinem Motiv habe Ulmen ihr gegenüber offenbar angegeben, er sei neugierig gewesen, welche Männer sich für sie interessierten. Er verglich sein Handeln mit dem Konsum von Pornografie, angereichert mit „Elementen aus der Realität“.

Juristisch ist der Fall weiterhin nicht abgeschlossen. Das in Spanien angestrengte Verfahren wurde inzwischen an die deutsche Justiz abgegeben. In Deutschland laufen zudem Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt; auch die Vorwürfe zur digitalen Gewalt werden weiter geprüft.

Ulmen weist einzelne Vorwürfe zurück. Vor allem wehrte sich sein Anwalt deutlich gegen die Darstellung, Ulmen habe Deepfake-Videos hergestellt oder verbreitet – ein Vorwurf, den Fernandes gar nicht gegen ihn erhoben hatte. Auf die Anfrage der „New York Times“ zu den Vorwürfen und den eingesehenen Unterlagen reagierte er laut der Zeitung nicht.

Quelle: ntv.de, jki/spot

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