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Startseite»Nachrichten»Sturzflut im Grenzgebiet: Mehr als 650 Ausländer in Nepal und Tibet vermisst
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Sturzflut im Grenzgebiet: Mehr als 650 Ausländer in Nepal und Tibet vermisst

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 27, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Sturzflut im GrenzgebietMehr als 650 Ausländer in Nepal und Tibet vermisst

Das Katastrophengebiet ist für die Rettungskräfte schwer zugänglich. (Foto: dpa)

Einen Tag nach der Sturzflut in Tibet ist das Ausmaß der Katastrophe nur zu erahnen. Die Zahl der Vermissten steigt sprunghaft an, unter ihnen sind Hunderte Touristen. Der Rettungseinsatz wird durch Schlammmassen und zerstörte Zufahrtswege erschwert.

In China ist die Zahl der Vermissten nach der Sturzflut im Südwesten Tibets an der nepalesischen Grenze um fast 300 auf 558 gestiegen. Am Vortag hatten die Behörden noch von 265 Vermissten gesprochen. Zwei Menschen seien gerettet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter. Die chinesischen Behörden sprachen demnach zunächst weiter von drei Todesopfern. 

Eine verheerende Sturzflut hatte im Grenzgebiet zwischen Nepal und dem Kreis Gyirong in Tibet enorme Schäden angerichtet. Nepals Polizei meldet bislang 162 Tote. Unter den hunderten Vermissten auf beiden Seiten sind mehr als 650 ausländische Touristen. Der Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums, Suraj Ghimire, sagte, zu etwa 468 Reisenden bestehe derzeit kein Kontakt, darunter 75 Nepalesen. Aus China hieß es, unter den insgesamt 558 Vermissten in Tibet seien 260 Ausländer.

Hunderte Menschen werden auch dort noch vermisst, darunter viele ausländische und nepalesische Touristen. Die Gegend ist ein beliebtes Wanderziel. Allein Australiens Regierung spricht von 32 vermissten Staatsbürgern. Es ist davon auszugehen, dass die Opferzahlen weiter ansteigen werden.

USA sagen 500.000 Dollar Nothilfe zu

Was die Sturzflut genau ausgelöst hat, ist noch unklar. Vermutet wird ein Gletscherabbruch, der einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert haben könnte. Der Fluss entspringt im Hochland von Tibet. Der von der Gletscherlawine angestaute See könnte sich als massive Flutwelle aus Geröll und Eis flussabwärts ergossen haben, so die Vermutung. Die US-Erdbebenwarte USGS hatte zunächst ein Erdbeben vermutet. Nun erklärte sie aber, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.

Am Tag nach dem Unglück suchen die Rettungskräfte in den Katastrophengebieten in Nepal und China weiter mit Hochdruck nach Vermissten. In China erreichten 111 Experten der Feuerwehr den Flughafen in Tingri, im Südwesten Tibets, um von dort ins Katastrophengebiet aufzubrechen, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Das Gebiet ist schwer zugänglich. Die dicken Schlammmassen am dramatisch überspülten Grenzübergang Gyirong erschwerten die Rettungsarbeiten, weil dadurch Zufahrtswege blockiert waren, wie es im chinesischen Staatsfernsehen hieß.

Die USA haben derweil erste Unterstützung zugesagt. Für Notunterkünfte, frisches Wasser und andere Hilfsgüter sollen 500.000 Dollar zur Verfügung gestellt werden, teilte das Außenministerium mit.  Zudem sei ein Berater für Katastrophenhilfe in die Region entsandt worden, um den Hilfseinsatz zu unterstützen. 

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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