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Startseite»Nachrichten»Kritischer November: UEFA-Vize: Boykottdrohung war ein Erfolg
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Kritischer November: UEFA-Vize: Boykottdrohung war ein Erfolg

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kritischer November

UEFA-Vize: Boykottdrohung war ein Erfolg

29.08.2026 | 17:11 Uhr

Die UEFA reagiert auf Pläne von FIFA-Boss Gianni Infantino scharf: mit Boykottdrohungen. Die führen zum Erfolg, sagt eine hohe UEFA-Funktionärin.

Der angedrohte Boykott der UEFA bei Fußball-Weltmeisterschaften als Reaktion auf Investorenpläne der FIFA ist aus Sicht von Vizepräsidentin Laura McAllister ein Erfolg gewesen. Man habe die Schlacht gewonnen und das sei wichtig gewesen, weil einige europäische Teams demnächst an der U20-WM der Frauen teilnehmen werden, sagte die 61-jährige Waliserin im Interview von Sky News. „Der Boykott hat bis hierhin funktioniert“, erklärte McAllister.

Nach dem Bekanntwerden der inzwischen zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von privaten Investoren für zukünftige WM-Geschäfte hatten die 55 Mitgliedsverbände der UEFA mit einem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbands FIFA gedroht.

Gerdes: „Weiterhin das Ziel, Infantino zu verdrängen“

„Einigkeit gezeigt“

Geplant war, rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) zu veräußern, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt war. Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt.

Auf ihrem jüngsten Treffen am Rande der Champions-League-Auslosung in Monaco hätten die europäischen Verbände „Einigkeit und Widerstandsfähigkeit gezeigt“ für einen Wandel. „Wir haben den Boykott zurückgezogen, weil alle Bedingungen rund um den Rückzug der FFE-Initiative garantiert worden sind und es die Zusicherung gab, dass es nicht wieder aufgegriffen wird, in welcher Form auch immer“, sagte McAllister.

Die Investorenpläne des umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino seien aber nur die Spitze des Eisbergs von Problemen im Fußball-Weltverband, meinte die Waliserin. „Es gab eine Serie von Problemen in Bezug auf die Führung des Weltfußballs.“ Dabei zählte sie die WM 2022 in Katar mit den Menschenrechtsproblemen auf, die Vergabe eines FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump sowie dessen Einflussnahme im „Fall Balogun“ bei der jüngsten WM in den USA, Kanada und Mexiko.

„Richtiger Zeitpunkt“

Deswegen werde man gemeinsam mit wichtigen Interessengruppen wie Fans, Spielern, Klubs, Ligen, Nationalverbänden sowie dem asiatischen Kontinentalverband weiter für Veränderungen in der Führung des Weltfußballs kämpfen. „Wir sind vereint im Wunsch nach einem Führungswandel auf FIFA-Ebene, der nicht nur den FIFA-Präsidenten ersetzt, sondern eigentlich die Führungskultur verändert im Weltfußball“, betonte McAllister.

Und weiter: „Vom Standpunkt der UEFA aus ist das jetzt der richtige Zeitpunkt. Das ist die Möglichkeit, die wir haben, um den Hebel für Veränderung anzusetzen, die nicht uns zugutekommt in Europa, sondern dem weltweiten Fußball und den wichtigsten Interessengruppen, den Fans und der Öffentlichkeit.“

Dabei gehe es auch darum, wie künftig das Geld der FIFA ausgegeben werden soll. Der Weltverband sitze auf gewaltigen Reserven, die direkt für die Fußballentwicklung ausgegeben werden könnten, sagte McAllister. Man habe das Statement der UEFA gesehen, „dass wir über eine faire und gerechte Verteilung der Mittel gesprochen haben, die Teil der FIFA-Reserven sind“.

„Keine Überraschung“

Währenddessen betrieb der heftig in die Kritik geratene Infantino bei Reisen in die Karibik und nach Vietnam Werbung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident am 18. März 2027. Es sei aus ihrer Sicht „natürlich keine Überraschung, dass der FIFA-Präsident nicht zurückgetreten ist. Ich denke auch nicht, dass das jemand erwartet hat“, so McAllister.

Allerdings blickt sie mit etwas Sorge auf die Nominierung im November, weil bislang kein Gegenkandidat für den Schweizer gefunden wurde. „Die Nominierung im November ist vermutlich das erste kritische Datum“, sagte die Universitätsprofessorin.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter/dpa

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