An Erbin von jüdischem SammlerArgentinische Tochter von Nazi-Offizier muss Raubkunst abgeben
Das „Porträt einer Dame“ ist eines von mehr als 1000 Kunstwerken, die nach dem Einmarsch der Nazis in die Niederlande aus der Sammlung eines Juden gestohlen wurden. Jahrzehnte später taucht es plötzlich in einer argentinischen Immobilienanzeige auf. Nun gibt es eine gerichtliche Einigung.
Argentinien muss ein von den Nazis von einem niederländisch-jüdischen Kunstsammler gestohlenes Gemälde aus dem 18. Jahrhundert an die Erbin des rechtmäßigen Eigentümers zurückgeben. Es werde angeordnet, dass das Gemälde an die Erbin des Kunsthändlers Jacques Goudstikker zurückgegeben wird, erklärte Richter Santiago Inchausti nach einer Einigung zwischen den betroffenen Parteien.
Das „Porträt einer Dame“ des Malers Giuseppe Ghislandi (1655-1743) galt acht Jahrzehnte lang als verschollen. Im vergangenen Jahr war es schließlich in einer argentinischen Immobilienanzeige aufgetaucht. Es hing in der Wohnung von Patricia Kadgien, der Tochter eines hochrangigen Nazi-Offiziers, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen war.
Patricia Kadgien und ihrem Ehemann erklärten sich bei der Gerichtsanhörung bereit, das Gemälde an Goudstikkers Schwiegertochter und Alleinerbin Marei von Saher zurückzugeben und umgerechnet rund 2750 Euro an örtliche Krankenhäuser zu spenden.
Das „Porträt einer Dame“ war eines von mehr als 1000 Kunstwerken, die nach dem Einmarsch der Nazis in die Niederlande im Jahr 1940 aus Goudstikkers Sammlung gestohlen wurden. Goudstikker floh wenige Tage nach der Invasion aus dem Land und ließ eine Vielzahl von Werken zurück, die von hochrangigen deutschen NS-Beamten unter sich aufgeteilt wurden.
Nach dem Krieg erhielt der niederländische Staat rund 300 Werke aus der Sammlung zurück, die meisten von ihnen wurden später an Goudstikkers Erben zurückgegeben.
