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Politik

Nach Angriff auf Zug in der Ukraine: Polen wirft Russland Eskalation vor

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 14.09.2026 • 09:08 Uhr

Nach einem russischen Drohnenangriff auf einen Zug in der Ukraine nahe Warschau hat Polens Krisenstab getagt. Seit Wochen gibt es Warnungen vor einer möglichen Zuspitzung, die auch Polen erreichen könnte.

Palina Milling

Die Drohnenangriffe auf die Ukraine haben erneut auch Polen alarmiert. In Warschau kam der Krisenstab zusammen. Premierminister Donald Tusk hatte gestern Abend Vertreter der Sicherheitsbehörden zu einer Sondersitzung einberufen. Der polnische Regierungschef erklärte: „Die Eskalation der russischen Aktivitäten wird zur Realität, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran.“

In zwei grenznahen Regionen Polens gab es Luftalarm, Einwohner hatten Warnmeldungen erhalten. Die russischen Drohnen waren etwa 800 Meter und fünf Kilometer von der polnischen Grenze entfernt auf ukrainischem Territorium eingeschlagen. Dabei wurde unter anderem ein Passagierzug getroffen, der von Kiew nach Warschau fahren sollte.

Polnischer Luftraum nicht verletzt

Der polnische Luftraum wurde bei den Angriffen nicht verletzt. Die polnischen Streitkräfte hatten die Lage intensiv überwacht – mit F-16-Kampfjets, Hubschraubern und einem Aufklärungsflugzeug. Man sei bereit gewesen, Geschosse abzuwehren. Die polnische Armee sei im Austausch mit den ukrainischen Streitkräften gewesen, hieß es auf der Sondersitzung.

Der Regierungschef warnte jedoch, es sei zu erwarten, dass die kommenden Wochen und Monate von intensivierten Aktivitäten der russischen Seite geprägt sein werden. Es sei nicht auszuschließen, dass diese Eskalation auch Polen betreffen werde. Er hoffe, das schlimmste Szenario werde nicht eintreten, so Tusk weiter. Der polnische Regierungschef war zuvor von einheimischen und ausländischen Sicherheitsdiensten gewarnt worden, dass sich die Lage im Herbst durch Russland zuspitzen könnte.

Polen sieht Angriff in Grenznähe als Zuspitzung

Die jüngsten Angriffe betrachtet Polen offenbar bereits als eine solche Zuspitzung. Außenminister Radoslaw Sikorski sagte bei seinem Besuch am Sonntag in der Ukraine, Russland habe mit modernisierten Drohnen angegriffen, die mit Strahltriebwerken und verbesserter Lenkung ausgestattet sind. Er nannte das eine Eskalation und eine weitere große Herausforderung für die Ukraine, aber auch für potenzielle künftige Opfer russischer Aggression.

Dass russische Angriffe so nah an das polnische Staatsgebiet heranrücken, ist allerdings nicht neu. Polen grenzt im Südosten an die Ukraine – es kommt immer wieder zu Vorfällen. Erst Ende Juli hatte sich ein russischer Marschflugkörper nach Polen verirrt und war auf einem polnischen Acker explodiert. Vor einem Jahr waren mehrere russische Drohnen rund 200 Kilometer weit nach Polen geflogen. Sie wurden abgeschossen.

Die Armee ist in ständiger Alarmbereitschaft. Donald Tusk machte deutlich, dass man dabei auch auf Alliierte zählt: „Es besteht kein Zweifel, dass wir mit unseren Verbündeten zu einer gemeinsamen Reaktion bereit sein müssen, sollte sie erforderlich werden.” Denn Polen schützt auch die Ostflanke der NATO.

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Dr. Heinrich Krämer
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