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Politik

Vier Kinofilme und eine neue Serie über die Beatles

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 19, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Stand: 19.09.2026 • 10:40 Uhr

Vier neue Kinofilme über die Beatles, eine neue BBC/ZDF-Serie über ihre Hamburger Jahre, neue Bücher, Shows und ein Beatles-Podcast im NDR: die Geschichte der Beatles lässt die Menschen nicht los.

Vier Jungs aus Liverpool, gerade aus der Schule gekommen, die eine drittklassige Rock and Roll-Tanzkapelle sind, revolutionieren in wenigen Jahren die Popkultur. Sie stecken die Welt an mit ihrer guten Laune, sie schreiben viele unsterbliche Lieder und definieren bis heute, was Popmusik sein kann: die Beatles.

„Das ist immer noch die die größte kulturelle Geschichte des 20. Jahrhunderts“, sagt der britische Journalist und Buchautor Ian Leslie, „das ist der Grund, warum wir heute immer noch von ihnen sprechen.“ Gerade hat er ein Buch auf Deutsch veröffentlicht, dass die enge musikalische Beziehung zwischen John Lennon und Paul McCartney untersucht.

Die Beatles als „Import“ aus Deutschland

Die Geschichte der Beatles ist eine Heldenreise, ein Märchen, ein Entwicklungsroman und die Geschichte einer Freundschaft von vier jungen Männern, denen kaum jemand etwas zugetraut hatte. „Nichts kam aus Liverpool“, sagt der heute 85-jährige britische Journalist Ray Connelly im NDR Kultur Podcast ‚Being the Beatles‚, „nichts, was kulturell von Bedeutung war. Auch deshalb waren alle damals so überrascht. Für mich musste Rock and Roll aus den Südstaaten der USA kommen und nicht aus Liverpool! Aber ich habe mich geirrt!“ Connelly begleitete den Aufstieg der Beatles als junger Reporter und lernte sie später selbst gut kennen.

Und das war erst der Anfang: Die jungen Beatles werden ab 1960 in kurzer Zeit zu einer sehr guten Rock and Roll-Band, auch durch die langen Nächte an der Hamburger Reeperbahn. Hier entwickeln sie ihren Stil, ihren Gesang, ihren Sound, sogar ihren Look: Schwarze Lederklamotten. Als die Jungen zurück nach Liverpool kommen und dort ihre Kiez-Show abziehen, bleibt ihrem Publikum der Mund offenstehen. „Direct from Hamburg – the sensationel Beatles“, verkündet ein Schild, so dass die Mitglieder der Band zunächst für Deutsche gehalten werden.

„Backbeat“ 2.0 – die mageren Jungs als Serie

„Sie waren abgemagert, wir waren alle erschrocken, wie sie aussahen“, erinnert sich John Lennons Halbschwester Julia Baird im NDR Kultur Podcast, „sie hatten so viel gespielt und so wenig gegessen.“ Die vielen Nächte, die harte Schule im Amüsierviertel Hamburgs hielten die Beatles nur durch mit Aufputschmitteln.

Diese Story, bereits einmal 1994 als „Backbeat“ fürs Kino verfilmt, steht im Mittelpunkt der aktuell für die BBC und das ZDF gedrehten Serie „Hamburg Days“, so der bisherige Arbeitstitel. Die Federführung hat der deutsche Serienregisseur und Filmemacher Christian Schwochow. Die Geschichte beruht auf den Erinnerungen von Klaus Voormann, der sich damals mit den jungen Beatles angefreundet hat und davon in seinen Erinnerungen schreibt. „Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John?“ Voormann, inzwischen 88 Jahre alt, blieb mit den vier Liverpoolern befreundet und arbeitete mit ihnen zusammen. Als Graphiker entwarf er zum Beispiel 1966 das Cover ihres legendären Albums „Revolver“.

Backbeat 2.0 – So sehen die Liverpooler Jungs in Christian Schwochos Serie „Hamburg Days“ (Arbeitstitel) aus. Ellis Murphy als Paul McCartney, Patrick Gilmore als Pete Best, Rhys Mannion als John Lennon, Harvey Brett als George Harrison, Louis Landau als Stu Sutcliffe.

Die ewig Suchenden

„Die haben immer geguckt, was sie Neues machen können. Die wollten sich nicht wiederholen“, beschreibt Voormann im NDR Kultur Podcast den Arbeitseifer der Beatles und wohl auch eines der Geheimnisse ihres dauerhaften Erfolges. Neue Instrumente, neue Klänge, neue Art von Texten – die Beatles suchten mit beinahe jedem Lied, jedem Album neue Einflüsse, vor allem musikalische. So findet sich eine ungeheure Bandbreite an Stilen in der Beatlesmusik: Folk, Blues, Country, Kinderlieder, Swing, indische Musik, experimentelle Elektronik, klassische Musik.

Die Beatles weiteten stetig das aus, was Popmusik sein konnte. Ein Popsong nur mit Gitarre und einem Streichquartett? Bei „Yesterday“ wurde das meisterhaft umgesetzt. Ihr Produzent George Martin half und übersetzte ihre Ideen in Arrangements und technische Tricks. So blieb ihre Musik bis zum Schluss interessant und spannend, auch wenn sie nicht mehr live aufgeführt werden konnte.

Vom eigenen Erfolg überholt

Die Beatles selbst hatten 1966 aufgehört, Konzerte zu spielen, sie konnten sich in den Fußballstadien beim Musizieren nicht mehr hören. Die Lautsprechertechnik war noch nicht so weit. Dem Erfolg ihrer Platten und Filme tat das keinen Abbruch, sie blieben die Taktgeber der Popkultur, auch als reine Studioband.

Allein an ihren Filmen ist das abzulesen: Zwischen „A Hard Day´s Night“, 1964 und „Yellow Submarine“ 1968 liegen nur vier Jahre, und aus den ein bisschen frechen Pilzköpfen in den dunklen Anzügen werden buntgekleidete, bärtige Hippies.

„Backbeat“ von 1994 – Sheryl Lee & Stephen Dorff als Astrid Kirchherr und Stuart Sutcliffe.

Die Beatlemania hält an

Stoff genug für weitere Veröffentlichungen: Gleich vier Spielfilme über die Beatles dreht derzeit der Oscar-Preisträger Sam Mendes. „A Four-Film-Cinematic-Event“ nennt er die Mammutproduktion. Die vier Filme, in denen jeweils ein Mitglied der Beatles im Mittelpunkt stehen wird, sollen im April 2028 zeitgleich ins Kino kommen. Erste Fotos von Dreharbeiten in London und Liverpool waren schon zu sehen und haben viele Fans neugierig gemacht, zumal einige Stars mitspielen: Paul Mescal verkörpert Paul McCartney, Barry Keoghan den Schlagzeuger Ringo Starr. Saoirse Ronan, bekannt aus ihren Filmen „Ladybird“ und „Brooklyn“ spielt Linda McCartney.

Wer bis dahin Neues von den Beatles oder den einzelnen Musikern erfahren will, dem bleibt die Neuauflage ihres legendären „Rubber Soul“-Album aus dem Jahr 1965 mit einigen bisher unveröffentlichten Demofassungen bekannter Lieder. Und wirklich Neues gibt’s auch: Im Herbst tourt der 86-jährige Ringo Starr mit seinem aktuellen Album „Long Long Road“ durch die USA und der andere noch lebenden Beatle, Paul McCartney hat sein hochgelobtes Erinnerungsalbum „The Boys from Dungeon Lane“ veröffentlicht. Am Ende geht die Reise eben doch wieder nach Liverpool.

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