Fliegt Colapinto?
Alpine-Eminenz Briatore orakelt über „Maßnahmen“ gegen Baku-Buhmann
Franco Colapinto steht nach dem Formel-1-Rennen in Baku am Pranger. Weltmeister Lando Norris spricht ihm die F1-Tauglichkeit ab, sein Teamchef denkt über interne Konsequenzen nach.
Es war die Aufreger-Szene des Grand Prix von Aserbaidschan in Baku: Alpine-Pilot Colapinto verschätzt sich nach einem Re-Start in Kurve eins total, bremst auf der Innenbahn viel zu spät, kracht in seinen Stallrivalen Pierre Gasly, der daraufhin Lando Norris im McLaren von der Strecke kegelt. Das Aus für alle drei – es hatte etwas von Box-Auto fahren auf dem Rummel.
Fahrer wie Colapinto „verdienen es nicht, in der Formel 1 zu sein“, echauffierte sich Norris und forderte eine drastische Strafe: „Wenn man bei einem Restart so einen Unfall verursacht, ja, dann sollte man mindestens für ein Rennen gesperrt werden.“ Die Rennkommissare urteilten milder: Beim kommenden Rennen in Malaysia muss der Argentinier in der Startaufstellung fünf Plätze zurück.
Über teaminterne Konsequenzen denkt indes auch Alpines Chefberater Flavio Briatore nach. Der Italiener amtiert offiziell zwar nicht als Teamchef, hat als graue Eminenz bei der französischen Renn-Equipe aber das Sagen. „Ich möchte mir Zeit nehmen, darüber nachzudenken und zu überlegen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, damit wir daraus lernen und eine solche Situation in Zukunft vermeiden können“, sagte Briatore und hielt mit Kritik nicht hinterm Berg. „Ich weiß, dass Franco die volle Verantwortung dafür übernommen hat, wie es auch sein sollte. Tatsächlich hat er angesichts der Rennsituation und des Neustarts nach der Safety-Car-Phase viel zu spät gebremst. Das war ein sehr schlechter Schachzug für einen Fahrer mit seiner Erfahrung.“ Der Italiener entschuldigte sich auch bei Gasly und Norris.
Briatore rasierte schon Colapintos Vorgänger
Mit seinen Äußerungen hat Briatore viel Raum für Spekulationen gelassen. Der einstige Teamchef von Michael Schumacher ist für sein knallhartes Durchgreifen berüchtigt. Dem inzwischen 23 Jahre alten Colapinto etwa ebnete er im Vorjahr den Weg in die Motorsport-Königsklasse, indem er Stammpilot Jack Doohan rasierte. Der Australier hatte in seiner Rookie-Saison in den ersten Rennen nach Ansicht Briatores nicht überzeugt und flog aus dem Cockpit.
Ob Briatore nach Colapintos Aussetzer mit der gleichen Härte agiert, ist fraglich. Anders als Colapinto, der 2025 schon Formel-1-Erfahrung mitbrachte, sind die Alpine-Ersatzfahrer Paul Aron Kush Maini noch grün hinter den Ohren, was Renneinsätze in der F1 angeht.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
