Vorwurf: Neun Geiseln entführtIsrael tötet Hamas-Kommandeur im Gazastreifen
Seit fast einem Jahr besteht offizielle Waffenruhe im Gazastreifen. Doch noch immer geht das israelische Militär gegen Hamas-Kämpfer vor. Nun soll ein Kommandeur getötet worden sein. Er soll unter anderem an der Entführung dreier Deutsch-Israelis beteiligt gewesen sein.
Israels Armee hat nach eigenen Angaben einen Hamas-Kommandeur getötet, der während des Kriegs Geiseln im Gazastreifen festgehalten haben soll, darunter mehrere Deutsch-Israelis. Der Kommandeur sei bereits am Dienstag bei einem Angriff im nördlichen Gazastreifen tödlich getroffen worden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Militärs und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet.
Während des Gaza-Krieges sei das Mitglied des militärischen Hamas-Arms an der Gefangenschaft von neun Geiseln beteiligt gewesen, darunter die deutsch-israelischen Brüder Gali und Ziv Berman sowie der Deutsch-Israeli Alon Ohel. Die drei waren im Rahmen einer Waffenruhe-Vereinbarung im Oktober vergangenen Jahres freigekommen.
Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eigentlich eine Waffenruhe; es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe. Zuletzt hatte Israel seine Luftangriffe wieder verstärkt und dabei laut Darstellung des Militärs gezielt ranghohe Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Hamas getötet.
Islamisten ermorden 1200 Menschen
Am 7. Oktober 2023 hatten Kämpfer der Hamas und anderer extremistischer Organisationen rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt. Der beispiellose Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 74.000 Palästinenser getötet.
Kürzlich hatte der von US-Präsident Donald Trump geführte Friedensrat einen Plan zum Teil-Wiederaufbau des großflächig zerstörten Gazastreifens vorgestellt. Das Vorhaben soll sechs Monate umfassen und knapp 2,5 Milliarden US-Dollar kosten, wie bei einer Veranstaltung vor Spendern und Mitgliedern des Rats in New York mitgeteilt wurde. Unter anderem rief der Schwiegersohn und Berater von Trump, Jared Kushner, bei der Veranstaltung zu Spenden auf.
Die Gesamtkosten für den vollständigen Wiederaufbau des Gazastreifens würden sich dem Rat zufolge auf 71 Milliarden US-Dollar belaufen. Bisher habe man Zusagen in Höhe von rund 18 Milliarden. Der Sechs-Monats-Plan sieht etwa Kosten von 275 Millionen US-Dollar für den Abtransport von Schutt im weitgehend zerstörten Küstenstreifen vor. Hinzu kommen neben zahlreichen Bauprojekten humanitäre Vorhaben und etwa der Aufbau der Polizei.
