Erster Klub fordert Pokal zurück
Wut auf Manchester City droht zu eskalieren
Die massiven Vorwürfe gegen den früheren Meister Manchester City beschäftigt nicht nur den englischen Fußball. Ein prominenter Ex-Profi findet deutliche Worte gegen den früheren Rivalen.
Der englische Fußball befindet sich angesichts der schwerwiegenden Vorwürfe gegen Manchester City weiter in Aufruhr. Während andere Vereine der Premier League laut Medienberichten ihre rechtlichen Möglichkeiten hinsichtlich möglicher Entschädigungen prüfen, äußerten frühere Gegner der Skyblues teils scharfe Kritik am Geschäftsgebaren der milliardenschweren Klubbesitzer aus Abu Dhabi. Am Freitag hatten Medien berichtet, dass ManCity wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Finanzregeln in fast allen der 115 Anklagepunkte schuldig gesprochen worden sei.
Tony Pulis, 2011 Trainer von Stoke City bei der Finalniederlage gegen Manchester im FA Cup (0:1), betonte, dass er sich um den Titel „betrogen“ fühle. „Ich erwarte nicht, dass Manchester City mich oder den Verein anrufen und den FA Cup von 2011 sowie die Siegermedaillen zurückgeben wird“, schrieb er am Sonntag in einer BBC-Kolumne: „Ich glaube auch nicht ernsthaft, dass andere Trophäen und Titel zurückgegeben werden. Ein Punktabzug und eine massive Geldstrafe erscheinen mir weitaus wahrscheinlicher. Aber ich fühle mich trotzdem betrogen.“ Für City war es damals der erste große Erfolg unter den Eigentümern aus Abu Dhabi.
„Sie haben sich für Betrug entschieden“
Roy Keane, früherer irischer Nationalspieler und Ikone des Rivalen Manchester United, sprach ganz unverhohlen von „Betrug“. Es sei die Entscheidung des Vereins gewesen, „sie haben sich für Betrug entschieden, und was auch immer sie in den letzten Jahren gewonnen haben, sie verdienen die Strafe“, sagte Keane bei ITV: „Sie wurden für schuldig befunden, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen.“
ManCity werden 80 Verstöße gegen Finanzvorschriften zwischen 2009 und 2018 vorgeworfen, außerdem 35 Verstöße wegen mangelnder Kooperation bei einer Untersuchung der Premier League. Eine Mitteilung der englischen Liga liegt noch nicht vor. City hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Klubchef Khaldoon Al Mubarak sagte am Samstag, er sei zuversichtlich, die Unschuld des Vereins beweisen zu können. Im Falle einer Verurteilung nach einem möglichen Berufungsverfahren drohen empfindliche Sanktionen, die von hohen Punktabzügen über die Aberkennung von Titeln bis hin zum Ausschluss aus der Premier League reichen könnten.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid
