KURZMELDUNG · INTERNATIONAL
Auf der Website von Communications Psychology steht seit dem 26. September 2026 eine Übersichtsarbeit über „Digital Detox“. Dafür sichteten Forschende 12.058 Datensätze und wählten 45 Studien aus. Ihr Ergebnis: Für Social-Media-Beschränkungen bei Kindern liefern diese Versuche bisher kaum belastbare Grundlagen.
Die ausgewerteten Studien erschienen zwischen 2015 und 2025. Sie untersuchten, wie sich eine geringere Social-Media-Nutzung oder zeitweise Pausen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit auswirken. Meist zeigten sich kleine, uneinheitliche oder gar keine Effekte.
Die neue Arbeit bewertet nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Qualität der Versuche. Die Autor:innen fanden zahlreiche methodische Schwächen. Nur eine der 45 Studien hatte eine Stichprobe mit einem Durchschnittsalter unter 16 Jahren.
Damit besteht eine deutliche Lücke zwischen der politischen Zielgruppe und den tatsächlich untersuchten Menschen. Die vorhandenen Studien reichen nach Einschätzung der Autor:innen nicht für robuste Aussagen darüber aus, ob eine Social-Media-Pause psychische Veränderungen verursacht.
Daraus folgt nicht, dass Social Media für Kinder harmlos ist. Die Arbeit untersuchte nur Reduktions- und Detox-Versuche. Sie beantwortet weder alle Fragen zu positiven und negativen Folgen verschiedener Nutzungsformen noch bewertet sie konkrete Altersgrenzen. Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, bei politischen Forderungen genau zu prüfen, ob die zitierte Forschung tatsächlich Kinder untersucht hat.
Quellen
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