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Politik

Flydubai-Flug nach Tel Aviv: Was über den Vorfall bekannt ist

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 30, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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FAQ

Stand: 30.09.2026 • 21:40 Uhr

Nach dem gewaltsamen Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugzeugs auf dem Weg nach Tel Aviv geht die israelische Regierung von einem versuchten Terroranschlag aus. Was über den Zwischenfall bekannt ist – und was nicht.

Was ist passiert?

Ein Flug der Gesellschaft Flydubai ist auf dem Weg nach Tel Aviv nach einem gewaltsamen Zwischenfall im Cockpit in Saudi-Arabien notgelandet. Nach israelischen Regierungsangaben soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer verletzt haben.

Laut Flightradar24 verlor die Maschine in rund einer Minute etwa 4.900 Meter an Flughöhe. In verschiedenen auf Social Media geposteten Videos waren teils blutverschmierte Menschen und dramatische Szenen während des Sturzflugs zu sehen. Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe „Schreie und Panik“ gegeben. In einem Video werden die Passagiere über Lautsprecher dazu aufgefordert, sitzen zu bleiben.

Was war im Cockpit los?

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, ein Pilot der Maschine habe auf den anderen Piloten im Cockpit eingestochen und offenbar versucht, die Maschine voller Israelis zum Absturz zu bringen. Ein Passagier soll Netanjahu bei einem Telefongespräch geschildert haben, wie er mit einem Besatzungsmitglied ins Cockpit vorgedrungen war. Gemeinsam hätten sie den Angreifer überwältigt, während dieser versucht habe, die Bordgeräte zu beschädigen.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, unter den Passagieren, die eingriffen, seien israelische Sicherheitskräfte und Luftsicherheitsbegleiter gewesen. Das Steuer hatte nach Angaben der Fluggesellschaft Flydubai eine zweite Besatzung übernommen, die in der Kabine mitreiste.

Flydubai bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit von Flug FZ1073, nannte aber keine weiteren Details. Zuvor war berichtet worden, die Maschine habe zunächst den Code 7700 abgesetzt, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend den Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird.

Wie geht es der Crew und den Passagieren?

Der Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien, wo die Maschine notlandete, teilte mit, der Kapitän und der Erste Offizier seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Angaben über weitere Verletzte gibt es bisher nicht. Israelischen Medien zufolge waren 174 Passagiere an Bord, darunter 27 Kinder. Am Abend wurden die Passagiere an Bord einer Ersatzmaschine sicher zum Flughafen Tel Aviv gebracht, wo Angehörige sie in die Arme schlossen.

Alle Passagiere und die Crew seien in Sicherheit, erklärte auch Flydubai. Premierminister Netanjahu teilte mit, der Angreifer sei festgenommen und werde gegenwärtig von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt.

Was ist über die Hintergründe bekannt?

In der Mitteilung der staatlichen emiratischen Fluggesellschaft hieß es, die Hintergründe und Motive für den Vorfall seien unklar. Flydubai rief dazu auf, von Spekulationen abzusehen, während die Ermittlungen andauerten.

Nach israelischer Einschätzung soll es sich bei dem mutmaßlichen Angreifer um einen Einzeltäter handeln, wie der TV-Sender Kan berichtete. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Staat oder eine Terrororganisation Drahtzieher des Vorfalls sein könnte, hieß es unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Was sagt die israelische Regierung?

Verteidigungsminister Israel Katz sprach vom „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“, der nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden sei. Regierungsvertreter aus der Region berichteten außerdem, dass Israel Kampfflugzeuge aufsteigen ließ, als die Befürchtung bestand, es könne sich um eine Entführung handeln.

Netanjahu sagte, er habe die israelischen Sicherheitskräfte angewiesen, sich auf „potenzielle weitere Bedrohungen einzustellen“, ohne weitere Details zu nennen. Vor dem Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober hatte der israelische Premierminister zuletzt vor Sicherheitsbedrohungen gewarnt. Außerdem drückte er seine Hochachtung aus „gegenüber den Helden, die außergewöhnliche Geistesgegenwart und Wagemut“ gezeigt hätten. „Sie haben viele Leben gerettet, sie haben eine schwere Katastrophe verhindert“, sagte Netanjahu.

Welche Bedeutung hat die Route?

Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens anerkannt. Seitdem haben die beiden Länder ihre Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist unter Israelis in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden.

Der direkte Ersatzflug aus Saudi-Arabien, der die Passagiere am Abend nach Tel Aviv brachte, ist jedoch eine Seltenheit: Das Königreich und Israel unterhalten bislang keine diplomatischen Beziehungen. Nach Medienberichten arbeiten die Länder jedoch hinter den Kulissen in einigen Bereichen zusammen. Eine mögliche Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren Gegenstand diplomatischer Bemühungen, gilt aber seit dem Gaza-Krieg als zunehmend unwahrscheinlich.

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Dr. Heinrich Krämer
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