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Startseite»Betrugsmaschen»Gewerbeauskunftsregister: Abo über 2.800 Euro
Betrugsmaschen

Gewerbeauskunftsregister: Abo über 2.800 Euro

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 1, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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KURZMELDUNG · ÖSTERREICH

Eine E-Mail mit dem Betreff „Gewerberegisterdaten“ zeigt bereits ausgefüllte Firmendaten, eine Österreichflagge und ein Unterschriftsfeld. Österreichische Betriebe sollen das PDF bis 2. Oktober 2026 zurückschicken. Was wie eine Datenkontrolle wirkt, bestellt laut Kleingedrucktem ein Zweijahres-Abo um mehr als 2.800 Euro.

Die Wirtschaftskammer Österreich warnt seit 28. September vor der Aussendung. Als bekannte Absender nennt sie Adressen mit den Endungen @gewerbeauskunfts-register.at und @gewerbeauskunftsregister.at. Die WKO rät ausdrücklich davon ab, das Formular zurückzusenden.

Watchlist Internet hat die aktuelle Variante am 30. September geprüft. Der beworbene „Basiseintrag“ kostet 98 Euro pro Monat zuzüglich Mehrwertsteuer und läuft verbindlich zwei Jahre. Über 24 Monate entstehen laut Watchlist Kosten von mehr als 2.800 Euro. Wie viele Betriebe bereits unterschrieben haben, wissen wir nicht.

Hinter der Website steht laut der Recherche die Advert2B SL, eine im Juni 2026 registrierte Marketingagentur mit Sitz im spanischen Murcia. Im Footer der Website wird zusätzlich ein Hauptsitz in 1080 Wien genannt. Watchlist fand dafür in den geprüften offiziellen Unternehmensdaten keine entsprechende Niederlassung.

Auch die scheinbaren Seriositätssignale überzeugen bei näherer Prüfung nicht. Am 30. September enthielt das beworbene Register laut Watchlist noch keine Unternehmenseinträge. Korrekte Firmendaten im Formular sind zudem kein Hinweis auf ein Datenleck: Name, Anschrift und weitere Angaben lassen sich aus öffentlich zugänglichen Unternehmensdaten übernehmen.

Die Masche mit Branchen- und Firmenregistern ist seit Jahren bekannt. Sie braucht weder gehackte Datenbanken noch einen technischen Angriff. Öffentlich verfügbare Angaben, eine kurze Frist und ein amtlich wirkendes Formular reichen aus, damit eine neue Bestellung wie eine notwendige Datenpflege aussieht. Entscheidend ist deshalb nicht, ob die eigenen Daten stimmen, sondern was mit der Unterschrift vereinbart wird.

Was jetzt wichtig ist:
Unterschreibe das Formular nicht und schicke es nicht zurück. Hast du bereits unterschrieben oder eine Rechnung erhalten, sichere E-Mail, Formular, AGB und Rechnung. Bezahle die Forderung nicht ungeprüft und wende dich an deine Wirtschaftskammer oder den Schutzverband gegen unlauteren Wettbewerb.

Quellen

Über dieses Format: Für unsere Kurzmeldungen sammeln und prüfen wir aktuelle Entwicklungen aus verlässlichen Quellen. Nach der redaktionellen Bearbeitung werden die Meldungen über unser eigenes Mimikama-Kurzmeldungs-System veröffentlicht. Daher können mehrere Beiträge denselben Veröffentlichungszeitpunkt tragen.

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Dr. Heinrich Krämer
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