Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Oppositionsführerin Machado galt in Venezuela als Zeichen der Hoffnung. Davon ist nach einem Jahr jedoch nicht mehr viel geblieben – auch wegen der mangelnden Unterstützung Trumps.
Als der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Christian Berg Harviken, der venezolanischen Oppositionsführerin Maria Corinna Machado vor einem Jahr am Telefon mitteilt, dass sie den Friedensnobelpreis gewonnen hat, kann sie es nicht fassen: „Oh mein Gott, ich nun, mir fehlen die Worte, vielen Dank! Aber ich hoffe, ihr versteht, dass dies eine Bewegung ist eine Leistung aller Venezolaner, ich bin nur eine einzelne Person und habe das wirklich nicht verdient.“
Das Komitee würdigte ihren Mut, trotz Repressionen und einem Leben im Untergrund für die Demokratie in Venezuela zu kämpfen. Der Friedensnobelpreis war auch ihre Chance, ins Exil zu fliehen, wenn auch nicht pünktlich zur Verleihung in Oslo im Dezember.
Annäherung an rechte Kräfte
„Ich bin sehr traurig und es tut mir sehr leid, aber ich werde nicht rechtzeitig ankommen zur Zeremonie, aber ich bin auf dem Weg dahin“, erklärte sie. Im Exil suchte Machado vor allem die Nähe zur internationalen Rechten, etwa zu Argentiniens Präsident Javier Milei zum Bolsonaro-Lager in Brasilien und zur spanischen Partei Vox.
Kritiker sehen darin eine problematische Nähe zu Kräften, die selbst demokratische Institutionen angegriffen haben. Zudem warb sie unermüdlich um Sympathie bei US-Präsident Donald Trump. Der hatte nach der Nobelpreisvergabe gekränkt reagiert, weil er selbst den Preis für sich beansprucht hatte.
Trump verwehrt ihr Weg zur Macht
Schließlich überreichte ihm Machado ihre Medaille. Er habe es verdient, weil er Anfang Januar Langzeitmachthaber Nicolas Maduro festnehmen ließ, sagte sie dem spanischsprachigen US-Sender Tele Mundo. „Er war der einzige Staatschef weltweit, der das Leben einiger seiner Bürger für die Freiheit unseres Landes aufs Spiel gesetzt hat.“
Doch zur politischen Führungsfigur für den Neuaufbau Venezuelas machte Trump sie nicht. Stattdessen ließen die USA Delcy Rodríguez an die Macht, Maduros ehemalige Vizepräsidentin. Als Interimspräsidentin sitzt sie bis heute fest im Sattel.
Machado weiterhin im Exil
Wie wenig Machado von den USA protegiert wird, zeigt sich daran, dass sie noch immer nicht ins Land kommt. „Ich möchte zurückkehren, so wie es sich Hunderttausende venezolanische Exilanten auf der ganzen Welt sehnlichst wünschen. Wir werden zurückkehren, um uns gegenseitig zu umarmen, zusammenzuarbeiten und einen geordneten nachhaltigen und unumkehrbaren demokratischen Übergang zu sichern.“
Ihr siebter Einreiseversuch Ende September scheiterte erneut. Ihr Umfeld macht politische Blockaden dafür verantwortlich, bei einer Rückkehr droht ihr Haft. Wie groß ihr Rückhalt in der Bevölkerung ist, zeigen regelmäßig Demonstrationen.
Vergebliche Hoffnung auf Wahlen
„Ich glaube, niemand außer Machado verfügt über die moralische, ethische und souveräne Autorität“, sagt dort ein Mann. Machado sei noch immer die Figur, die bei einer demokratischen Wahl die Mehrheit der Stimmen bekommen könnte.
Doch auf Wahlen warten die Venezolaner bisher vergeblich, auch weil der Druck von Trump fehlt, den Machado mit ihren Schmeicheleien von sich überzeugen wollte.

