Reaktion auf Vorwurf bleibt ausMerz zollt Bas Respekt – Schwesig kritisiert Union scharf
Bärbel Bas begründet ihren Rücktritt mit einem familiären Todesfall und dem Umgang des Koalitionspartners CDU/CSU mit ihr in dieser Trauerphase. Nun sprechen Unionspolitiker ihr Beileid aus – und ignorieren die Kritik.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der zurückgetretenen SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas seinen Respekt ausgesprochen. Bas und er hätten in der Bundesregierung „vertrauensvoll zusammengearbeitet“, schrieb der CDU-Chef auf der Online-Plattform X. Er danke ihr für ihr Engagement. „Ihre Entscheidung verdient Respekt.“ Als Vater und Großvater könne er nur erahnen, wie schwer der Verlust ihrer Stieftochter wiege. Er wünsche ihr und ihrer Familie viel Kraft. Zu den von Bas kritisierten Angriffen aus der CDU äußerte Merz sich nicht.
Ähnlich reagierte auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder auf X. „Die persönliche Entscheidung von Bärbel Bas verdient großen Respekt.“ Sie habe die volle Anteilnahme für den Tod ihrer Stieftochter, schrieb er weiter und wünschte der SPD-Politikerin viel Kraft.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisierte das Verhalten der Union wiederum besonders scharf: „Die Attacken der CDU – trotz ihrer persönlichen schweren Situation – waren unmenschlich und rücksichtslos.“ Ihr Mitgefühl gelte Bärbel Bas, schrieb die SPD-Landeschefin auf X. „Ich wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Situation. Persönlich danke ich Bärbel Bas für die gute Zusammenarbeit!“
SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil zeigte sich traurig über die Entscheidung von Bas. „Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen“, betonte er in einem Beitrag bei Instagram. Deshalb könne er den Schritt persönlich nachvollziehen. Er ging auch auf die von Bas kritisierten Angriffe aus der Union ein. Diese seien in den letzten Tagen ihrer Trauer unanständig gewesen. „So geht man nicht miteinander um“, betonte Klingbeil.
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf erklärte, Bas‘ Schritt mache ihn nachdenklich. „Wir müssen als Gesellschaft und insbesondere auch innerhalb der Politik dringend wieder zu einem menschlicheren Umgang miteinander finden“, sagte er und kritisierte den Umgang mit Bas „insbesondere angesichts eines öffentlich bekannten Trauerfalls im engsten Familienkreis“.
CDU-Politiker Peter Altmaier erklärte auf X, „Politische Spitzenämter fordern ihre Inhaber rund um die Uhr, ohne Rücksicht auf die persönliche und familiäre Situation“. Das könne man in dieser Zeit kaum ändern. Die Entscheidung von Bas sei vor dem Hintergrund verständlich. Auch er äußerte sich wie Merz nicht zu der von der SPD deutlich hervorgehobenen Kritik an der Union.
Bas hatte ihren sofortigen Rücktritt von ihrem SPD-Parteivorsitz und ihrem Amt als Bundesarbeitsministerin angekündigt. Sie begründete den Schritt mit dem Tod ihrer Stieftochter und Anfeindungen vom Koalitionspartner in dieser für sie persönlich schwierigen Zeit.
