Große Hitze kann während einer Schwangerschaft die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden. Das wird seit Jahren erforscht. Eine im November 2024 veröffentlichte Auswertung von 198 Studien aus 66 Ländern zeigt unter anderem: Bei hoher Hitzebelastung kommen Frühgeburten häufiger vor. Dafür wurden auch Geburts- und Krankenhausdaten untersucht. Wie groß das Risiko ist, unterscheidet sich je nach Studie. Ob Hitze eine bestimmte einzelne Frühgeburt verursacht hat, lässt sich daraus nicht ablesen.
Was die neue Umfrage zeigt
Am 5. Oktober 2026 sprach UN-Klimachef Simon Stiell in Fidschi über diese Risiken. Dabei nannte er eine neue Umfrage im Auftrag der Forschungsstiftung Wellcome. Rund 1.000 medizinische Fachkräfte aus fünf Ländern wurden befragt. 73 Prozent berichteten, in den vergangenen fünf Jahren mehr hitzebedingte Probleme bei Schwangeren beobachtet zu haben.
Diese Zahl beschreibt die Antworten der Befragten. Sie bedeutet nicht, dass 73 Prozent aller Schwangeren betroffen sind. Die Umfrage beweist auch nicht, dass Hitze die geschilderten Probleme verursacht hat. Das steht ausdrücklich in der Erklärung zur Befragung. Die Ergebnisse gelten zudem nicht stellvertretend für alle medizinischen Fachkräfte weltweit.
Eine solche Umfrage ergänzt die medizinische Forschung. Sie ersetzt sie nicht. In seiner Rede fordert Stiell auch eine bessere Versorgung: Kliniken sollen bei Hitze weiter funktionieren und zuverlässig mit Strom und Wasser versorgt werden. Armut und fehlende Kühlung können die Gefahr durch Hitze vergrößern.
Wofür die Klimagelder gedacht sind
In der Rede geht es auch um das Ziel, bis 2035 jährlich mindestens 1,3 Billionen US-Dollar für Klimamaßnahmen in Entwicklungsländern zusammenzubringen. Das entspricht 1.300 Milliarden Dollar. Laut dem dazugehörigen Finanzierungsplan sollen dafür öffentliche Gelder und private Investitionen genutzt werden. Die Summe ist also keine bereits erfolgte Zahlung und soll nicht allein aus Steuergeld bestehen. Sie betrifft Klimamaßnahmen insgesamt, nicht nur den Schutz von Schwangeren.
Viele bestehende Klimahilfen müssen tatsächlich zurückgezahlt werden. Laut OECD wurden 2024 rund 67 Prozent der erfassten öffentlichen Klimafinanzierung als Kredite vergeben. Rund 29 Prozent waren Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Wie stark solche Kredite ärmere Länder belasten, ist deshalb eine berechtigte Frage.
Dass Unternehmen an finanzierten Projekten verdienen, zeigt für sich noch keinen Missbrauch. Ein Unternehmen kann etwa für eine gebaute Anlage bezahlt werden, die der Bevölkerung hilft. Für den Vorwurf, das Geld diene vor allem der Bereicherung der Reichen, braucht es konkrete Belege. Ob Geld sinnvoll eingesetzt wird, muss anhand der jeweiligen Projekte und ihrer Abrechnungen geprüft werden.
UN-Klimasekretariat (UNFCCC)
5. Oktober 2026
UNFCCC / Präsidentschaften von COP29 und COP30
November 2025
Lakhoo et al. / Nature Medicine
5. November 2024
Wellcome / Censuswide
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