Nach Bulgariens HilferufUSA lassen Seeaufklärer über Schwarzem Meer kreisen
Mehrere Handelsschiffe werden vor Bulgariens Küste von Drohnen angegriffen. Daraufhin bittet die Regierung in Sofia um Unterstützung. Das US-Militär schickt einen Seeaufklärer in die Region.
Auf Bitten Bulgariens hin hat ein Flugzeug der US-Marine mit Patrouillenflügen über dem Schwarzen Meer begonnen. Die Maschine vom Typ P-8 Poseidon führe Aufklärungseinsätze aus und halte Ausschau nach „Aktivitäten, die ein Risiko darstellen könnten“, erklärte der bulgarische Regierungschef Rumen Radew. In den vergangenen Wochen waren mehrere Handelsschiffe vor den Küsten der Nato-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien von Drohnen attackiert worden. Das US-Marineflugzeug war am Sonntag aus Sizilien kommend in der bulgarischen Hafenstadt Warna gelandet, wie Daten der Flugverkehr-Plattform ADS-B Exchange zeigten.
Radew teilte weiter mit, einige Nato-Länder hätten nach den Angriffen schnell auf Sofias Bitte um Beistand reagiert. Bulgarien erwarte „weitere Unterstützung“. Die Nato kündigte unterdessen die Entsendung „zusätzlicher Mittel“ in die Schwarzmeerregion an. Dazu gehörten „Unterstützung für Überwachung, Aufklärung und forensische Analyse“, erklärte Nato-Sprecherin Allison Hart im Onlinedienst X. „Wir werden weiterhin geschlossen auftreten und dafür sorgen, dass wir bereit und in der Lage sind, jeder Bedrohung zu begegnen“, fügte sie hinzu. Der Nordatlantikrat will sich am Mittwoch in einer Sondersitzung mit der Lage im Schwarzen Meer befassen.
Im Oktober waren vier Schiffe bei Angriffen nahe der bulgarischen Küste angegriffen worden, zwei von ihnen sanken, 21 Menschen werden vermisst. Bulgarien bestellte den russischen Botschafter ein und begann eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen, da eines der gesunkenen Schiffe aus der Ukraine stammte. Laut Angaben der türkischen Handelskammer für Seefahrt (Imeak) vom August wurden seit Beginn der russischen Großinvasion in der Ukraine 226 zivile und Handelsschiffe im Schwarzen Meer angegriffen, der Großteil davon in diesem Jahr.
Das Schwarze Meer ist von zentraler Bedeutung für den weltweiten Export von Getreide, Energieressourcen und Rohstoffen. Mit der Intensivierung seiner Angriffe in der Region könnte Russland eine weltweite Ernährungskrise auslösen, kritisierte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Sie forderte Moskau auf, die Ausfuhr ukrainischen Getreides nicht weiter zu behindern.
