Rettungskräfte rätseln123 Menschen erleiden in Spaßbad Atemwegsprobleme
Ein gewöhnlicher Ausflug in ein Erlebnisbad sorgt für einen Großeinsatz von Feuerwehr-Spezialkräften. Deutlich über 100 Personen müssen vor Ort untersucht werden. Der konkrete Auslöser des Vorfalls ist noch unklar.
In einem Erlebnisbad in Wangels (Kreis Ostholstein) haben mehr als 100 Menschen über Atemwegsprobleme geklagt. Zunächst sei am Dienstagabend gemeldet worden, dass etwa 20 bis 30 Kinder in dem Bad im Ferienpark Weissenhäuser Strand Probleme mit den Atemwegen hatten, teilte die Polizei mit. Vor Ort wurden dann den Angaben zufolge 123 Besucherinnen und Besucher mit Beschwerden festgestellt und vom Rettungsdienst untersucht, darunter Erwachsene und Kinder. Lediglich zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
Wie es dazu kommen konnte, ist nach Angaben der Polizei bislang nicht bekannt. Die Feuerwehr habe das Wasser mit Messgeräten geprüft, konnte aber keine erhöhten Werte feststellen, heißt es. Auch die Luftqualität im sogenannten Badeparadies sei gemessen worden, sagte David Depenau, Geschäftsführer des Betreiberbetriebs, den „Lübecker Nachrichten“. Es seien ebenfalls keine abweichenden Werte festgestellt worden.
Der Löschzug Gefahrgut Ostholstein Nord der Feuerwehr ging zudem dem Verdacht nach, dass sich zu viele Chloramine im Wasser gebildet haben könnten. Chloramine sind eine Verbindung aus Chlor und Ammoniak. Der Stoff sorgt für gereizte Augen, Haut und Atemwege. Der Verdacht habe sich jedoch nicht erhärtet.
Der „Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag“ berichtet, dass infolge des Rettungseinsatzes zeitweise die Zufahrt in den Ort über die Seestraße für den Autoverkehr gesperrt war. Laut NDR hat das subtropische Badeparadies inzwischen wieder regulär geöffnet.
