„Grundsätzlich streng verboten“Städtebund fürchtet Drohnenflüge über Weihnachtsmärkten
Bevor Ende November die Weihnachtsmarktsaison beginnt, macht der Städte- und Gemeindebund neben der üblichen Terrorabwehr neue Risiken aus: Drohnen über der Menschenmenge könnten die angespannte Sicherheitslage noch einmal verschärfen.
Vor dem Start der Weihnachtsmärkte sieht der Städte- und Gemeindebund eine wachsende Gefahr durch Drohnen. Hauptgeschäftsführer André Berghegger sagte der „Rheinischen Post“, die Behörden und Veranstalter täten alles, um größtmögliche Sicherheit auf den Märkten zu erreichen. „Klar ist, dass das Auftauchen von Drohnen die in den letzten Jahren bereits sehr angespannte Sicherheitslage bei Großveranstaltungen noch mal verschärfen wird“, so Berghegger. Hundertprozentige Sicherheit gebe es trotz aller Anstrengungen nicht.
Nötig sei eine „gute Abstimmung aller beteiligten Akteure“. Das Fliegen mit Drohnen über Menschenansammlungen und öffentlichen Veranstaltungen sei zudem „grundsätzlich streng verboten“, betonte Berghegger.
Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Marcel Emmerich, sagte der „Rheinischen Post“, durch Drohnen gebe es „eine neue Bedrohung“. Über dicht besuchten Weihnachtsmärkten könnten „schon unkontrollierte Flugbewegungen, Abstürze oder dadurch ausgelöste Panik gefährliche Folgen haben“. Deutschland müsse bei der Drohnenabwehr besser werden, forderte Emmerich.
„Verunsichert die Menschen“
Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, warnte indes davor, die Menschen „mit neuen, theoretischen denkbaren Bedrohungsszenarien“ zu verunsichern. Die Sicherheitsbehörden bewerteten die Gefahrenlage fortlaufend. „Dabei werden selbstverständlich auch neue technische Entwicklungen wie Drohnen berücksichtigt“, sagte Fiedler der „Rheinischen Post“.
Das Sicherheitskonzept von Weihnachtsmärkten ist zugleich auch eine Kostenfrage. Mit Blick auf Sicherheitsauflagen und Terrorabwehr bei Weihnachtsmärkten hatten die Veranstalter im November 2025 einheitliche Regeln gefordert. Bei einer bundesweiten Umfrage unter Stadtmarketingorganisationen habe sich gezeigt, dass wachsende Anforderungen an Sicherheitsauflagen, steigende Kosten sowie Genehmigungsverfahren die Veranstalter belasten, teilte die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (BCSD) mit. In den vergangenen drei Jahren seien die Kosten über alle Veranstaltungsformen hinweg um 44 Prozent angestiegen.
