Explosionen in Straße von HormusInsider: US-Militär greift iranische Insel Keschm an
Am Vortag der US-Kongresswahl deutet US-Präsident Trump einen möglichen Friedensschluss mit Teheran an. Gleichzeitig bombardiert das US-Militär laut dem „Wall Street Journal“ iranische Stellungen in der Meerenge von Hormus.
Einen Tag vor den Kongresswahlen haben die USA einem US-Medienbericht zufolge die iranische Insel Keschm angegriffen – obwohl US-Präsident Donald Trump diplomatische Fortschritte mit Teheran signalisiert hatte. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsvertreter, dass dem Angriff am Montag auf die größte Insel in der Straße von Hormus bereits mehrere begrenzte Attacken vorausgegangen seien. Diese habe Washington in den vergangenen Wochen heimlich gegen den Iran ausgeführt.
Keschm (auch Qeshm Island) liegt in der Straße von Hormus. Die Meerenge steht im Mittelpunkt des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Sie ist enorm wichtig für den weltweiten Handel mit Öl und Gas. Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat Teheran die Straße von Hormus weitgehend blockiert und greift dort regelmäßig Schiffe an. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, dass auf der Insel fünf Explosionen kurz hintereinander zu hören gewesen seien. Einige Bewohner berichteten zudem, zwei Flugzeuge am Himmel gesehen zu haben. Das US-Verteidigungsministerium verwies bei Fragen zu den gemeldeten Angriffen an das zuständige US-Kommando Centcom, das auf eine entsprechende Anfrage am späten Abend jedoch zunächst nicht reagierte.
Trump und Vance sprechen von Friedensschluss
Dem „WSJ“ zufolge führen die USA bereits seit einigen Wochen Angriffe in kleinerem Umfang gegen den Iran aus. Einige Regierungsvertreter bezeichneten die Aktionen demnach als defensiv; sie dienten dazu, den Iran daran zu hindern, weiterhin ungehindert Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Wie die Zeitung weiter berichtete, haben die USA die Angriffe nicht öffentlich bekannt gegeben – wohl um nicht den Eindruck zu erwecken, wieder umfangreiche Kampfhandlungen aufnehmen zu wollen.
Trump und Vizepräsident JD Vance gaben sich am Vorabend der Wahlen optimistisch, nach gut acht Monaten Krieg mit dem Iran ein baldiges Friedensabkommen erzielen zu können. „Es könnte passieren!“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er gab zudem an, die Ölpreise fielen „wie ein Stein“.
Die Ölpreise, die durch die iranische De-Facto-Blockade der Straße von Hormus in die Höhe geschossen waren, sind am Montag um mehr als sieben Prozent eingebrochen. Grund dafür war der Optimismus hinsichtlich eines möglichen Endes des Konflikts.
