Scherz mit politischer NoteIdris Elba überrascht König Charles mit frechem Spruch
Bei seiner Karibikreise ist König Charles auf Idris Elba getroffen. Der Schauspieler begrüßt den Monarchen mit einem lockeren Spruch und erlaubt sich einen Scherz über den Premierminister von Antigua und Barbuda. Dahinter steckt ein durchaus ernstes politisches Thema.
Mit einer frechen Bemerkung hat Idris Elba König Charles III. auf dessen Karibikreise zum Schmunzeln gebracht. Der Hollywood-Star traf den Monarchen am Montag im historischen Nelson’s Dockyard auf Antigua und Barbuda und nutzte die Gelegenheit für einen lockeren Plausch. Dabei kam er auch auf den Premierminister des Inselstaates zu sprechen, dessen politische Vorstellungen für das britische Königshaus durchaus unbequem sind.
Wie die britische Zeitung „The Independent“ berichtet, war Charles gerade dabei gewesen, einen offiziellen Termin in dem zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden ehemaligen Marinestützpunkt zu absolvieren. Dort hatte er einen gravierten Stein in eine Mauer eingesetzt, bevor er auf den Schauspieler traf. Elba hielt sich anlässlich des Konzerts „One Commonwealth Night“ auf Antigua auf. Der „Luther“-Star engagiert sich seit Jahren als Goodwill-Botschafter für die königliche Wohltätigkeitsorganisation King’s Trust.
Als die beiden Männer aufeinandertrafen, begrüßten sie sich zunächst mit einem Handschlag. „Wie geht es Ihnen?“, erkundigte sich Elba. Charles wollte daraufhin wissen: „Was machen Sie denn hier?“ Der Schauspieler klopfte dem König auf den Arm und antwortete scherzhaft: „Ich komme viel herum.“
„Entschuldigen Sie den Premierminister“
Anschließend fragte Elba, ob Charles seinen Aufenthalt genieße. Dann folgte eine Bemerkung, die auf die politischen Spannungen zwischen der britischen Krone und dem Gastgeberland anspielte: „Entschuldigen Sie den Premierminister.“ Gemeint war laut „The Independent“ offenbar Gaston Browne, der Regierungschef von Antigua und Barbuda. Dieser setzt sich dafür ein, die Monarchie als Staatsform abzuschaffen und den karibischen Inselstaat in eine Republik umzuwandeln.
Antigua und Barbuda erlangte im November 1981 seine Unabhängigkeit von Großbritannien. Das Land gehört weiterhin dem Commonwealth an und hat Charles III. als Staatsoberhaupt. Die Forderung nach einer Republik würde bedeuten, dass der britische Monarch diese Funktion künftig verliert.
Für Charles und Elba war es keineswegs die erste Begegnung. Der Schauspieler ist dem King’s Trust schon seit seiner Jugend verbunden. Als Teenager erhielt er von der Organisation finanzielle Unterstützung, die ihm den Besuch des National Youth Music Theatre ermöglichte.
Der Zuschuss half ihm dabei, seine schauspielerischen Ambitionen zu verfolgen. Später wurde Elba durch Produktionen wie „The Wire“ und „Luther“ international bekannt. Bis heute setzt er sich öffentlich für die Organisation ein, die junge Menschen bei ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt.
Commonwealth-Gipfel von Reparationsforderungen begleitet
Erst im Mai hatte Charles den Schauspieler für seine Verdienste um junge Menschen zum Ritter geschlagen. Das Wiedersehen auf Antigua fand somit nur wenige Monate nach der Auszeichnung statt.
Der eigentliche Anlass von Charles‘ Karibikreise ist das Gipfeltreffen der Regierungschefs des Commonwealth, bei dem der König am Dienstag eine Grundsatzrede halten soll. Vertreter der 56 Mitgliedstaaten beschäftigen sich bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Treffen unter anderem mit Klimafragen, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und internationalen politischen Herausforderungen.
Überschattet wird der Gipfel jedoch von einer Debatte über die koloniale Vergangenheit Großbritanniens. Mehrere karibische Politiker fordern Entschädigungen für die Folgen der Sklaverei und wollen das Thema auch auf die Tagesordnung des Treffens setzen. Damit dürfte Charles während seines Aufenthalts nicht nur mit freundlichen Begrüßungen, sondern auch mit schwierigen politischen Fragen konfrontiert werden.
