DeSantis reagiert harschBericht: Floridas Gouverneur bereitet Präsidentschaftskandidatur vor
Bei den Midterms kommen die Republikaner völlig unter die Räder. Vergleichsweise glimpflich ergeht es ihnen in Florida. Der scheidende Gouverneur Ron DeSantis nimmt nun offenbar die Trump-Nachfolge ins Visier.
Der scheidende Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, bereitet sich offenbar auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur vor. Das berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf drei namentlich nicht genannte Personen. Demnach habe DeSantis bereits Kontakt zu einem politischen Berater aufgenommen, um zu eruieren, ob dieser bereit wäre, an einer solchen Kampagne mitzuarbeiten.
Sein Super PAC habe zudem bereits in dieser Woche damit begonnen, Spenden einzuwerben, heißt es in dem Bericht. Diese Organisationen spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Wahlkämpfen in den Vereinigten Staaten. Sie können Spenden in unbegrenzter Höhe annehmen und für Medienkampagnen oder Lobbyarbeit ausgeben, nicht aber Kandidaten direkt finanzieren.
DeSantis selbst wies den Bericht bereits zurück. „Ich habe niemanden darauf angesprochen, für irgendein Amt zu kandidieren“, schrieb er auf X. „Das ist nur ein weiterer erbärmlicher Versuch, Klicks zu generieren.“
DeSantis wird im Januar aus seinem Amt als Gouverneur von Florida ausscheiden. Nach zwei Legislaturperioden durfte er nicht erneut zur Wahl antreten. Der Sunshine State ist einer der wenigen Bundesstaaten, in dem die Republikaner bei den Midterms nicht vollumfänglich von den Demokraten überrollt worden waren. Aber auch dort mussten sie Verluste in der Wählergunst hinnehmen. DeSantis bezeichnete die Ergebnisse bei den Midterms am Mittwoch als „fast schon ein Ereignis, das dem Aussterben gleichkommt“ für die Partei.
Der Begriff einer „blauen Welle“ für die Erfolge der Demokraten sei nicht wirklich akkurat so der Republikaner. „Das ist das politische Äquivalent eines Meteoriteneinschlags, der die gesamten Vereinigten Staaten erfasst hat, die blauen Staaten, die roten Staaten und alles dazwischen, und der einzige Staat, der standhaft geblieben ist und dem standhalten konnte, liegt genau hier, im freien Staat Florida.“
„Wir müssen einfach ehrlich sein“
Bereits kurz vor der Wahl hatte DeSantis sich von der Politik der Regierung Donald Trumps in Washington und dem Iran-Krieg distanziert. „Einige dieser Republikaner sagen: ‚Ach, na ja, die Benzinpreise – macht euch keine Sorgen, das ist doch keine große Sache.‘ Als wollten sie Biden dafür die Schuld geben. Nein, nein, hört mal zu, wir müssen einfach ehrlich sein“, hatte der Republikaner am Montag erklärt. „Die Benzinpreise sind gestiegen, das trifft die Menschen, vor allem die Arbeiterklasse, und sie sind wegen dieses Konflikts gestiegen. Das ist einfach eine Tatsache. Wenn man das den Wählern nicht eingestehen kann, dann manipuliert man sie, und dann werden sie einem auch in anderen Dingen nicht mehr zuhören.“
DeSantis war 2024 gegen Trump im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei angetreten, hatte seine Bewerbung nach einer deutlichen Niederlage bei der ersten Vorwahl in Iowa jedoch zurückgezogen und anschließend Trump unterstützt. Neben DeSantis werden sowohl Vizepräsident JD Vance als auch Außenminister Marco Rubio als mögliche Präsidentschaftskandidaten der Republikaner für die Wahl 2028 gehandelt.
