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US-Präsident Trump lässt einem Bericht des Wall Street Journal zufolge eine längere Blockade des Iran vorbereiten. Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee sind fünf Menschen getötet worden.
Der bahrainische Außenminister Raschid al-Sajani hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, von einem Krisenmanagement im Umgang mit dem Ian-Krieg zu einer Lösungssuche zu wechseln. Bei einem Ministertreffen des UN-Sicherheitsrats stellte al-Sajani aber auch umfassende Forderungen an Iran. Das Land müsse die Grundsätze guter Nachbarschaft und des Völkerrechts einhalten und auf Angriffe auf Staaten in Nahost verzichten. Zudem müsse Iran seine Atom-, Raketen- und Drohnenprogramme stoppen und dürfe keine Stellvertretergruppen und bewaffnete Milizen mehr ausrüsten oder finanzieren.
Die Bauindustrie warnt vor Auswirkungen des Iran-Krieges und dadurch drohenden Verzögerungen bei Bauaufträgen. Der Preis für Bitumen, ein Bindemittel für Asphalt, das auf Erdöl basiert, habe sich seit Kriegsbeginn ungefähr verdoppelt, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er betonte: „Ohne Bitumen kein Asphalt, ohne Asphalt kein Straßenbau.“ Im März hätten die Kostenanstiege binnen Monatsfrist die Preisanstiege während des Ukraine-Kriegs 2022 noch überschritten. Die Kostensteigerungen hätten einen großen Einfluss auf den Asphaltpreis, der je nach Bitumenanteil von 15 bis 30 Prozent reiche. Und die Welle an Preiserhöhungen von Lieferanten anderer Produkte stehe noch bevor, so Müller.
Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen (UN), Danny Danon, fordert eine Entwaffnung der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz durch die libanesische Regierung. „Die Hisbollah ist nicht nur auf die Zerstörung Israels aus. Sie ist das größte Hindernis für die Souveränität des Libanon. Sie hat die libanesische Regierung geschwächt“, sagte Danon bei einer Ministertagung des UN-Sicherheitsrats. Danon forderte, dass internationale Unterstützung für den Libanon „von Ergebnissen vor Ort abhängen“ müsse und nicht „von weiteren leeren Erklärungen“. Die libanesische Regierung hat eine Entwaffnung der Hisbollah gefordert, aber israelischen Angaben zufolge ist dies nicht geschehen. Eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon war zuletzt um drei Wochen verlängert worden.
Die USA haben bereits zahlreiche Sanktionen gegen Iran verhängt. Nun hat das Finanzministerium in Washington Banken und Finanzdienstleistern mit Strafen gedroht, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in China machen. So werden vergleichsweise kleine und unabhängige Anlagen bezeichnet, die Öl aus mit Sanktionen belegten Ländern wie Iran billig aufkaufen und zu Benzin verarbeiten. Medienberichten zufolge gehen etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China. US-Finanzminister Scott Bessent betonte beim Kurznachrichtendienst X, infolge der US-Sanktionen seien Iran bereits Einnahmen in Milliardenhöhe entgangen. Wer illegale Geschäfte mit Iran mache, laufe Gefahr, Ziel von US-Sanktionen zu werden.
US-Präsident Donald Trump lässt einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge eine längere Blockade des Iran vorbereiten. Trump habe seine Berater entsprechend angewiesen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Er wolle den Druck auf die iranische Wirtschaft und die Ölexporte aufrechterhalten, indem der Schiffsverkehr von und zu den Häfen des Landes unterbunden werde.
Seit Beginn des Iran-Kriegs vor zwei Monaten ist die Zahl der Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Dagegen seien die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric in New York.
Der Rohölpreis für Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte Dujarric mit dem Verweis auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf beobachten lasen.
Ohne Aussicht auf einen schnellen Frieden im Iran ist der Benzinpreis in den USA auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen. Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten Amerikaner am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro) zahlen, wie der Automobilverband AAA auf Anfrage bestätigte. Auf ähnlich hohem Niveau hatte der Benzinpreis zuletzt vor rund vier Jahren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelegen.
Zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 Dollar. Seither ist der Preis also um rund 40 Prozent gestiegen. Hintergrund des Anstiegs ist auch Irans Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus.
Für die US-Regierung ist der Anstieg ein unbequemes Thema: Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon allerdings weit entfernt.
Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee sind fünf Menschen getötet worden. Darunter seien drei Sanitäter gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Zwei Soldaten seien verletzt worden. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich noch um vorläufige Zahlen handle. Der Angriff ereignete sich in der südlichen Stadt Madschdal Sun, nahe der Küstenstadt Tyros. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu.
Nach Angaben der libanesischen Armee und des Zivilschutzes trafen israelische Streitkräfte eine Armeepatrouille, die medizinische Teams des Zivilschutzes und Bulldozer bei einem Rettungseinsatz am Ort eines vorherigen israelischen Angriffs begleitete. Einige der Einsatzkräfte seien durch den zweiten Angriff unter Trümmern eingeschlossen worden, hieß es.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff und erklärte, er sei Teil einer Reihe israelischer Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte, die gegen das Völkerrecht verstießen. Die libanesische Armee hat sich in den jüngsten Gefechten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah weitgehend zurückgehalten, obwohl Dutzende ihrer Soldaten getötet wurden.
US-Geheimdienste untersuchen Insidern zufolge, wie der Iran auf eine einseitige Siegeserklärung von Präsident Donald Trump in dem seit zwei Monaten andauernden Krieg reagieren würde. Die Analyse erfolge auf Bitte hochrangiger Regierungsvertreter, sagten zwei US-Beamte und eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, die Folgen eines möglichen US-Rückzugs aus dem Konflikt zu verstehen. Einige Berater fürchten demnach, dass der Krieg bei den Kongresswahlen im Spätherbst zu schweren Verlusten für die Trumps Republikaner führen könnte.
Früheren Analysen zufolge würde die Führung in Teheran einen US-Abzug nach einer Siegeserklärung als eigenen Triumph werten, sagte einer der Insider. Behielten die USA jedoch eine starke Truppenpräsenz bei, würde der Iran dies eher als Verhandlungstaktik betrachten.
Trump hatte schon vor Wochen erklärt, die USA hätten den Krieg gewonnen. Zudem dauert der Konflikt inzwischen sehr viel länger als von Trump öffentlich in Aussicht gestellt.
