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Politik

Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Andes-Typ des Hantavirus nachgewiesen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.05.2026 • 13:56 Uhr

Bei zwei Passagieren der „Hondius“ wurde ein von Mensch zu Mensch übertragbarer Typ des Hantavirus festgestellt. Spanien hatte dem Schiff zuvor erlaubt, die Kanaren anzusteuern – dort regt sich aber Widerstand.

Die südafrikanischen Gesundheitsbehörden haben bei zwei Passagieren des von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ den Andes-Typ des Erregers nachgewiesen.

Untersuchungen des Instituts für Infektionskrankheiten hätten den Erreger bei einem Briten nachgewiesen, der aktuell auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt wurde, so das Gesundheitsministerium. Daraufhin sei auch die mittlerweile verstorbene niederländische Patientin darauf getestet worden.

Hantaviren werden normalerweise über Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Nur beim Andes-Typ sind laut Gesundheitsbehörden auch Infektionen zwischen Menschen bei engem, länger andauerndem Kontakt möglich.

Bisher drei Tote unter den Passagieren

Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ mit insgesamt etwa 150 Menschen an Bord war ursprünglich von Argentinien aufgebrochen und ankert im Moment vor Kap Verde – ein kleiner Inselstaat vor Westafrika.

Bisher sind drei Passagiere des Schiffs gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland – laut Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions handelt es sich um eine Frau. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht derzeit von insgesamt acht Erkrankungsfällen mit dem Hantavirus aus.

Deutsche Kontaktperson ausgeflogen

Heute Morgen sind drei weitere Menschen von Kap Verde ausgeflogen worden – zwei erkrankte Besatzungsmitglieder und die Kontaktperson der verstorbenen Deutschen. Nach Angaben des niederländischen Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions werden sie in die Niederlande gebracht.

Die Kontaktperson des deutschen Todesopfers soll dann mit einem Spezialflugzeug weiter nach Düsseldorf gebracht werden, wie die Bild unter Berufung auf das Umfeld des Verstorbenen berichtet.

Protest von den Kanaren

Gestern hatte die spanische Regierung der „Hondius“ erlaubt, die Kanaren anzulaufen. Das sorgt allerdings jetzt für politischen Streit. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, wehrt sich gegen das Vorhaben der spanischen Zentralregierung und der WHO.

Er klagt über „fehlende Transparenz“ und fordert ein „dringendes Treffen“ mit Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez. „Wir haben bislang keinerlei Informationen erhalten, und auch keinen offiziellen Antrag für das Anlaufen auf den Kanaren“, sagte Clavijo im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE.

Er habe Sánchez und Gesundheitsministerin Mónica García per Whatsapp um Gespräche gebeten. Bisher stütze sich seine Regierung ausschließlich auf Medienberichte.

Spanien: Kanaren haben notwendige Kapazitäten

Das spanische Gesundheitsministerium hatte zuvor lediglich mitgeteilt, das Schiff dürfe die Kanaren anlaufen. Es machte keine Angaben dazu, in welchem Hafen die „Hondius“ genau anlegen soll. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit der WHO und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Ministerium mit.

Die WHO habe erklärt, dass Kap Verde nicht selbst in der Lage sei, die Situation zu bewältigen. Die Kanarischen Inseln seien daher der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Kap Verde hatte zuvor das Anlegen verweigert.

Ehemaliger Passagier auch positiv getestet

Auch ein ehemaliger Passagier der „Hondius“ ist nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Der Patient sei zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt. Nach Auftreten von Krankheitssymptomen habe er das Krankenhaus aufgesucht. Die Klinik sei auf solche Fälle vorbereitet und die Sicherheit sowohl des Personals als auch aller Patientinnen und Patienten gewährleistet, hieß es. Das BAG halte das Auftreten weiterer Fälle in der Schweiz für unwahrscheinlich.

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