Aktuell berichten mehrere Medien über den vorläufigen Stopp einer neuen KI-Funktion in Google Earth. Anlass ist ein Bericht von BBC Verify, der zeigte, wie sich mit dem neuen Werkzeug täuschend echte, aber frei erfundene Satellitenansichten erstellen ließen.
Google bestätigte selbst, die Funktion vorerst auszusetzen, während zusätzliche Schutzmaßnahmen entwickelt werden.
Die Funktion verband echte Karten mit KI-Inhalten
Die neue Funktion kombinierte echte Satelliten- und Luftbilder aus Google Earth mit dem KI-Bildgenerator „Nano Banana 2“. Nutzer konnten per Texteingabe Objekte oder Ereignisse in reale Landschaften einfügen und die fertigen Bilder anschließend exportieren.
BBC Verify testete das System unter anderem mit frei erfundenen Szenarien wie:
- einem eingestürzten Eiffelturm,
- einem gewaltigen Krater an der Cheops-Pyramide,
- russischen Panzern in Kiew.
Diese Bilder waren vollständig künstlich erzeugt, wirkten durch den Bezug auf reale Kartenkoordinaten jedoch besonders glaubwürdig.
Die Schutzmaßnahmen ließen sich teilweise umgehen
Google erklärte zunächst, problematische Inhalte würden durch eingebaute Sicherheitsregeln blockiert. Laut BBC Verify konnten diese Einschränkungen jedoch teilweise durch leicht veränderte Eingaben umgangen werden.
Außerdem stellte BBC Verify fest, dass:
- Wasserzeichen und KI-Kennzeichnungen nicht immer zuverlässig erkannt wurden,
- Googles eigener Gemini-Chatbot manipulierte Bilder in einzelnen Tests fälschlich als echt einstufte,
- externe KI-Erkennungssysteme nicht alle erzeugten Bilder identifizieren konnten.
Diese Ergebnisse zeigen, dass technische Kennzeichnungen allein derzeit keinen vollständigen Schutz vor Missbrauch bieten.
Warum Experten die Entwicklung kritisch sehen
Fachleute für Desinformation und Geodaten sehen vor allem ein Vertrauensproblem.
Satellitenbilder gelten seit Jahren als besonders glaubwürdige Informationsquelle. Werden künstlich erzeugte Inhalte direkt mit echten geografischen Koordinaten verbunden, können sie deutlich überzeugender wirken als frei erfundene Einzelbilder.

Gerade bei Kriegen, Naturkatastrophen oder politischen Krisen könnten solche Bilder falsche Informationen verbreiten, bevor sie überprüft werden können.
Google reagierte innerhalb weniger Tage
Nach dem BBC-Verify-Bericht erklärte Google, man habe Beispiele gesehen, die offenbar gegen die eigenen Richtlinien verstießen. Deshalb werde die Funktion pausiert, bis stärkere Schutzmaßnahmen umgesetzt seien.
Das Unternehmen betonte zugleich, dass Nutzer Google Earth als verlässliche Darstellung der realen Welt wahrnehmen und dieses Vertrauen geschützt werden müsse.
Bewertung: Richtig. Google hat die neue KI-Funktion für Google Earth nach kurzer Zeit vorübergehend zurückgezogen, nachdem erhebliche Risiken für Desinformation und die Umgehung von Schutzmechanismen bekannt wurden.
FAQ
Hat Google die Funktion dauerhaft abgeschaltet?
Nein. Nach aktuellem Stand wurde sie lediglich pausiert. Google spricht davon, zusätzliche Schutzmaßnahmen entwickeln zu wollen.
Warum gelten KI-Satellitenbilder als problematisch?
Weil sie auf echten Karten und Koordinaten basieren. Dadurch können frei erfundene Ereignisse besonders glaubwürdig erscheinen.
Sind bzw. waren alle KI-Bilder aus Google Earth eindeutig erkennbar?
Nicht immer. Zwar verwendet Google Kennzeichnungen und Wasserzeichen, doch BBC Verify zeigte, dass diese in einzelnen Fällen umgangen oder nicht zuverlässig erkannt werden konnten.
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04.08.2026
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
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