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Startseite»Betrugsmaschen»„WhatsApp wird bald 13“: Kettenbrief bringt neue Funktionen?
Betrugsmaschen

„WhatsApp wird bald 13“: Kettenbrief bringt neue Funktionen?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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💬Warum sollte man Kettenbriefe nicht ungeprüft weiterleiten? Antworten finden Sie im Leitfaden Kettenbriefe erkennen.

Aktuell kursiert auf WhatsApp ein Kettenbrief, der Nutzer zum Weiterleiten an zehn Kontakte auffordert. Versprochen werden eine bunte Tastatur, 30 neue Smileys und ein angeblich grün leuchtender Haken.

Screenshot: Kettenbrief auf WhatsApp
Screenshot: Kettenbrief auf WhatsApp

Hi
WhatsApp wird bald 13 Jahre alt 🥳🥳🥳Du erhältst eine bunte Tastatur und 30 Neue Smileys wenn du das hier an 10 Leute schickst wenn du das gemacht hast leuchtet der Haken grün auf
🤩KEIN FAKE🤩

Text der Nachricht (sic!)

Das stimmt nicht. WhatsApp verteilt keine Geburtstagsgeschenke per Kettenbrief und schaltet keine neuen Funktionen frei, weil eine Nachricht weitergeleitet wurde. Auch der Hinweis „Häufig weitergeleitet“ macht den Inhalt nicht glaubwürdiger. Er zeigt nur, dass die Nachricht bereits oft geteilt wurde.

Die angebliche Belohnung gibt es nicht

Der Kettenbrief arbeitet mit einem bekannten Muster: Erst wird ein Anlass genannt, dann eine Belohnung versprochen, schließlich folgt die Aufforderung, den Text an mehrere Personen weiterzuleiten. Genau so kursierten bereits frühere Varianten mit angeblichen WhatsApp-Geburtstagsgeschenken, Halloween-Tastaturen, neuen Emojis oder farbigem Text.

Technisch ergibt die Behauptung keinen Sinn. WhatsApp-Funktionen werden nicht durch Weiterleitungen aktiviert. Neue Emojis, Tastaturen oder Designänderungen kommen über App-Updates, Betriebssystem-Updates oder offizielle Funktionen, aber nicht über eine Nachricht in einem Chat.

Auch der angeblich grün leuchtende Haken ist frei erfunden. WhatsApp verwendet Haken für den Nachrichtenstatus, etwa gesendet, zugestellt oder gelesen. Ein grüner Bestätigungshaken nach dem Weiterleiten eines Kettenbriefs gehört nicht zu den WhatsApp-Funktionen.

Warum solche Kettenbriefe trotzdem kursieren

Solche Nachrichten verbreiten sich, weil sie sehr einfache psychologische Hebel nutzen: eine kleine Belohnung, eine konkrete Handlungsanweisung und den Eindruck, man könne etwas verpassen. Der Zusatz „KEIN FAKE“ soll Zweifel abfangen, ersetzt aber keinen Beleg.

Auffällig sind auch die typischen Warnzeichen: Rechtschreib- und Grammatikfehler, fehlende Quelle, keine offizielle Ankündigung, keine Verlinkung auf WhatsApp oder Meta und eine Weiterleitungsaufforderung. Genau diese Mischung ist bei Kettenbriefen seit Jahren zu beobachten.

Der WhatsApp-Hinweis „Häufig weitergeleitet“ ist dabei eher ein Warnsignal als ein Vertrauensbeweis. Er bedeutet nicht, dass WhatsApp die Nachricht bestätigt hat. Er zeigt nur, dass viele Nutzer sie bereits weitergegeben haben.

Mimikama · Unabhängig seit 2011

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Viele Menschen teilen Falschmeldungen nicht aus Bosheit, sondern weil sie verunsichert sind. Mimikama schafft genau in diesem Moment Klarheit. Wenn dir diese Arbeit hilft, unterstütze uns dabei, weiterzumachen.


Ohne Link meist harmlos, aber nicht folgenlos

Diese konkrete Variante enthält keinen Link und fordert nicht zur Eingabe persönlicher Daten auf. Dadurch ist sie zunächst weniger gefährlich als Phishing-Nachrichten oder Betrugsmaschen.

Harmlos ist sie trotzdem nicht vollständig. Solche Kettenbriefe trainieren ein Verhalten, das Betrüger später ausnutzen: ungeprüftes Weiterleiten. Wer sich daran gewöhnt, Nachrichten „zur Sicherheit“ oder wegen eines angeblichen Vorteils weiterzuschicken, ist anfälliger für spätere Betrugsnachrichten mit Links, Fake-Gewinnspielen oder angeblichen Sicherheitswarnungen.

Hinzu kommt: Die Altersangabe passt nicht. WhatsApp wurde 2009 gegründet. WhatsApp würde nun also 17 Jahre alt.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Was Nutzer tun sollten

Wer diese Nachricht erhält, sollte sie nicht weiterleiten. Am besten wird der Kettenbrief gelöscht. Wer ihn von Freunden oder Verwandten bekommt, kann kurz erklären, dass WhatsApp keine Funktionen über Kettenbriefe freischaltet und dass „Häufig weitergeleitet“ kein Echtheitsmerkmal ist.

Besonders wichtig: Sollte eine ähnliche Nachricht künftig einen Link enthalten, ist Vorsicht geboten. Dann kann aus einem harmlosen Hoax schnell ein Betrugsversuch werden, etwa durch Phishing, Fake-Gewinnspiele oder Schadsoftware.

Bewertung: Falsch. Der Kettenbrief verspricht erfundene WhatsApp-Funktionen und nutzt Weiterleitungsdruck statt überprüfbarer Belege.

FAQ zum WhatsApp-Kettenbrief

Gibt es die bunte Tastatur bei WhatsApp wirklich?

Nein. Für diese angebliche Funktion gibt es keinen belastbaren Hinweis. WhatsApp schaltet keine Tastatur frei, weil eine Nachricht an Kontakte weitergeleitet wird.

Bekommt man neue Smileys durch Weiterleiten?

Nein. Neue Emojis kommen über Updates von WhatsApp oder dem Betriebssystem. Eine weitergeleitete Nachricht kann keine Emojis freischalten.

Bedeutet „Häufig weitergeleitet“, dass die Nachricht echt ist?

Nein. Der Hinweis bedeutet nur, dass die Nachricht oft geteilt wurde. Er ist keine Bestätigung durch WhatsApp.

Ist der Kettenbrief gefährlich?

Diese Variante wirkt ohne Link zunächst nicht wie klassisches Phishing. Problematisch bleibt sie trotzdem, weil sie gedankenloses Weiterleiten fördert.

FACTCHECK

Mimikama

18. September 2025

MEDIA

Business Insider

18. März 2017

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

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📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Claudia lächelt freundlich in einem hellen Raum.

Claudia Spiess

Claudia Spiess ist Redakteurin und Designerin bei Mimikama,
Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Sie verbindet
journalistische Sorgfalt mit visueller Kommunikation und trägt
zur verständlichen Aufbereitung von Faktenchecks bei.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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