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Politik

Neue Angriffe im Gazastreifen: Hoffnung weicht Resignation

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 03.08.2026 • 17:17 Uhr

Obwohl US-Präsident Trump eine Entwaffnung der Hamas angekündigt hatte, gehen Israels Angriffe auf den Gazastreifen weiter. Am Wochenende sind nach palästinensischen Angaben 17 Menschen getötet worden.

Jörg Poppendieck

Eine Straße in Deir al-Balah im Zentrum des Gazastreifens: Sichtlich aufgebrachte Männer laufen um ein völlig zerstörtes Auto herum. Einige filmen die Szene mit ihren Handys, andere klettern in dem Wrack herum.

Auf den Bildern der Nachrichtenagentur Reuters ist neben dem Fahrzeug eine große Blutlache auf der Straße zu sehen. Nach Angaben von Sanitätern sind hier zwei Menschen getötet worden. Bei einem Angriff der israelischen Armee.

Palästinenser melden mindestens 17 Tote

Abu Rushdi Al Madhoun lebt ganz in der Nähe und beschreibt, was aus seiner Sicht passiert ist: „Wir sind Vertriebene und haben uns in einer Schule aufgehalten. Das Auto hat sich durch den Angriff überschlagen. Was hier in Gaza passiert, ist eine Ungerechtigkeit.“

Die israelische Armee hat am Wochenende mehrere Ziele im Gazastreifen attackiert. Dabei sind nach palästinensischen Angaben mindestens 17 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sollen auch zwei Kinder sein. Die israelische Armee sagt, die Angriffe hätten sich gegen Kämpfer der Terrororganisation Hamas gerichtet.

Trump hatte Hamas-Entwaffnung angekündigt

Hinter den Menschen im Gazastreifen liegt damit eines der blutigsten Wochenenden seit langem – und das, obwohl es am vergangenen Freitag noch so aussah, als könnte Bewegung in den Konflikt kommen. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die Hamas hätte einer Entwaffnung zugestimmt.

Die Vermittler präsentierten einen ersten Fahrplan. Der sieht vor, dass sich Israel im Gegenzug schrittweise aus dem Gazastreifen zurückzieht und eine palästinensische Übergangsverwaltung die Regierungsgeschäfte übernimmt. Eine internationale Truppe soll die Übergangsphase absichern.

Viele Menschen im Gazastreifen waren nach der Ankündigung vom Freitag voller Hoffnung auf Frieden, Sicherheit und eine bessere Zukunft. Abu Rushdi Al Madhoun erzählt, dass das nur eine kurze Phase war. „Sie haben gesagt, dass es eine Waffenruhe gibt – aber wo ist die?“ Diese Waffenruhe bedeute für die Menschen in Gaza nur, Leichen einzusammeln, Körperteile aufsammeln. „Zerstückelte Männer, abgetrennte Hände. Warum?“, fragt er.

Israel hält sich bedeckt

Eigentlich gilt im Gazastreifen seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich regelmäßig vor, das Abkommen zu verletzen. Zu dem von US-Präsident Trump jetzt verkündeten Fahrplan hat sich Israel offiziell noch nicht geäußert.

Ein Sprecher von Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte lediglich, dass Israel den USA seine ernsthaften Sicherheitsbedenken übermittelt habe.

„Ich bin sehr, sehr skeptisch“

Im israelischen Armeeradio sagte Wirtschaftsminister Nir Barakat, dass er davon ausgeht, dass die Armee ihre Angriffe im Gazastreifen fortsetzen wird. „Ich bin sehr, sehr skeptisch. Ich glaube nicht, dass wir eine Einigung mit der Hamas erzielen werden“, so Barakat. Israel sei verpflichtet, allen Terroristen Schaden zuzufügen, die an den Angriffen vom 7. Oktober beteiligt waren.

Wir müssen sicherstellen, dass von dort keine Bedrohung mehr ausgeht, und sie deshalb im Rahmen der bestehenden Einschränkungen so hart wie möglich treffen. Ich bin eindeutig davon überzeugt, dass die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt werden.

Seit der Waffenruhe im Oktober vergangenen Jahres setzt die israelische Armee vor allem auf sogenannte „gezielte Tötungen“. Sie hat es auf hochrangige Kader der Terrororganisation Hamas abgesehen. Bei diesen sind seit Herbst mehr als 1.200 Menschen getötet worden.

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Dr. Heinrich Krämer
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