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Startseite»Politik»Stromkrise durch Niedrigwasser der Donau – Rumänien sprengt Felsen
Politik

Stromkrise durch Niedrigwasser der Donau – Rumänien sprengt Felsen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 03.08.2026 • 17:10 Uhr

Rumänien greift wegen des niedrigen Wasserstands der Donau zu ungewöhnlichen Mitteln: Mit einer Sprengung im Fluss soll mehr Wasser zum AKW Cernavoda geleitet werden. Dort, in Ungarn und in Serbien wird zum Stromsparen aufgerufen.

Rumänien versucht, eine komplette Abschaltung des Atomkraftwerks Cernavoda wegen des niedrigen Wasserstands der Donau zu verhindern. Das Kraftwerk wird ausschließlich mit Donauwasser gekühlt. Da der Fluss derzeit rund ein Drittel weniger Wasser führt als für diese Jahreszeit üblich, ist der Betrieb in Gefahr.

Um den Wasserstand am Kraftwerk zu erhöhen, wurde in einem Donauarm bei Izvoarele ein Felsen gesprengt. Die Gesteinsbrocken sollen mit Lastkähnen an eine andere Stelle gebracht und dort versenkt werden. Das Ziel: den Wasserstand erhöhen, so dass mehr Wasser zum AKW Cernavoda gelangt.

Der Wasserstand ist auch am AKW Cernavoda sehr niedrig. Die Sprengung soll Abhilfe schaffen. Ob das funktioniert, ist unklar.

Explosion soll auch Schiffahrt erleichtern

Verteidigungsminister Radu Miruta bezeichnete die Sprengung als Erfolg. Unabhängig vom Einfluss auf den Wasserstand erleichtere die Sprengung den Schiffen auch die Durchfahrt. Nach seinen Angaben habe die Armee 30 Jahre lang vergeblich versucht, den Felsen zu beseitigen.

Der Minister räumte aber auch ein, sollte der Plan scheitern, müsse das AKW ganz abgeschaltet werden – spätestens an diesem Donnerstag. Einer der beiden Reaktoren war bereits vergangene Woche heruntergefahren worden.

Die rumänische Regierung rief die Bevölkerung auf, Strom zu sparen. Die Autobauer Dacia und Ford stellten ihre Produktion nach Angaben von Ministerpräsident Ilie Bolojan vorübergehend ein.

Ungarn könnte Stromsparmaßnahmen verordnen

Auch in anderen Ländern an der Donau sorgt der niedrige Wasserstand für Probleme bei der Stromversorgung. In Ungarn muss voraussichtlich das einzige AKW des Landes komplett abgeschaltet werden. Derzeit läuft nach Angaben von Ministerpräsident Peter Magyar nur noch eine Turbine. Eine vollständige Abschaltung werde wahrscheinlich in den kommenden Tagen erfolgen müssen.

Die Anlage rund 90 Kilometer südlich von Budapest ist für knapp die Hälfte der Stromproduktion in Ungarn verantwortlich. Sie nutzt Wasser aus der Donau, um ihre vier Reaktoren zu kühlen. Wie in Rumänien rief auch in Ungarn die Regierung zum Energiesparen auf. So kündigte etwa der Pharmakonzern Richter an, seinen Strombedarf in den kommenden drei Wochen um mehr als die Hälfte zu drosseln. Sollten die Appell zum Stormsparen nicht ausreichen, „werden wir verbindliche Verbrauchsreduzierungen anordnen, und bei Bedarf können Großverbraucher vom Netz getrennt werden“, kündigte Magyar an.

Wichtiges Wasserkraftwerk schränkt Betrieb ein

Auch in Serbien gibt es wegen des niedrigen Donau-Pegelstandes Probleme mit der Energieversorgung. Hier ist ein wichtiges Wasserkraftwerk nur noch zu 20 Prozent in Betrieb. Der serbische Ministerpräsident Djuro Macut forderte die Bevölkerung auf, den Einsatz von Geräten mit hohem Stromverbrauch einzuschränken.

Wie in der Donau ist auch in vielen anderen Flüssen Europas der Wasserstand derzeit extrem niedrig – etwa im Rhein. Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger setzte deshalb für Donnerstag ein Krisentreffen an.

Mit Informationen von Clemens Verenkotte, ARD-Wien

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