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Wir sind auch noch da! – Eine neue Mimikama-Community für Haltung und Rückhalt im Netz

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare7 Minuten Lesezeit
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1.473 Kommentare an einem Wochenende

Unter unseren Facebook-Beiträgen zu Ceuta haben wir am vergangenen Wochenende stundenlang moderiert und dabei 1.473 Kommentare und Antworten gesichert. Darunter waren klare Gewalt- und Tötungsfantasien, massive Entmenschlichung und Forderungen nach Schüssen oder dem Ertrinkenlassen von Menschen.

Menschen wurden als „Parasiten“, „Viecher“ oder „Untermenschen“ bezeichnet. Andere fantasierten über Waffen, Haie oder darüber, Menschen im Meer sterben zu lassen. Wir haben die betreffenden Kommentare vollständig dokumentiert und anschließend bei Facebook gemeldet. Besonders schwere Fälle haben wir außerdem zur Anzeige gebracht.

Danach meldeten sich viele Menschen, die bisher nur still mitgelesen hatten.

Eine Leserin schrieb:

„Ich bin bisher eine von den Stillen gewesen, aber nicht mehr.“

Andere erzählten uns, dass sie eigentlich widersprechen wollten. Sie hatten einen Kommentar begonnen oder sogar schon veröffentlicht und ihn danach wieder gelöscht.

Manche waren müde. Andere wollten keine Beschimpfungen abbekommen. Einige hatten erlebt, dass fremde Menschen ihr Profil durchsuchten, alte Beiträge hervorholten oder versuchten, sie persönlich bloßzustellen.

Dazu kam immer wieder dasselbe Gefühl: Es bringt ohnehin nichts. Die anderen sind lauter, aggressiver und scheinbar viel mehr.

Wenn wenige Lautstarke wie eine Mehrheit wirken

Kommentarspalten zeigen nicht automatisch, wie viele Menschen eine Haltung teilen. Sie zeigen vor allem, wer bereit ist, besonders häufig und besonders ausdauernd zu schreiben.

Eine kleine, aggressive und sehr aktive Gruppe kann dadurch wie eine große Mehrheit wirken. Sie muss niemanden überzeugen. Es reicht, wenn andere ihre Kommentare löschen, Diskussionen verlassen oder gar nicht mehr anfangen zu schreiben.

Viele vernünftige und mitfühlende Menschen sind weiterhin da. Sie haben sich aus öffentlichen Debatten zurückgezogen, weil ihnen die Kraft fehlt oder weil sie sich schützen möchten.

Das ist verständlich. Niemand ist verpflichtet, jeden Troll zu überzeugen oder stundenlang in einer Kommentarspalte auszuhalten.

Trotzdem verändert sich eine Debatte, wenn sachliche Stimmen vollständig verschwinden. Wer still mitliest, sieht dann fast nur noch Hass, pauschale Behauptungen oder Entmenschlichung. Das kann den Eindruck erzeugen, solche Aussagen seien normal oder würden von fast allen geteilt.

Genau hier setzt unsere neue Community an.

Aus „Mimikama unter Freunden“ wird „Wir sind auch noch da!“

Unsere bisherige Facebook-Abo-Gruppe „Mimikama unter Freunden“ wird weiterentwickelt. Sie heißt künftig:

Der bisherige ruhige Austausch unter Menschen, die Mimikama unterstützen, bleibt erhalten. Auch Faktencheck-Anfragen bleiben weiterhin ein fester Bestandteil der Gruppe.

Wir sind auch noch da! – Eine neue Mimikama-Community für Haltung und Rückhalt im Netz

Neu ist der stärkere Schwerpunkt auf Hass, Hetze, Beschimpfungen, Drohungen und andere schwierige Situationen im Netz.

Mitglieder können dort alles einreichen, was ihnen auf Facebook oder anderen Plattformen begegnet und bei dem sie nicht weiterwissen.

Das kann ein Kommentar sein, auf den jemand gerne antworten möchte. Es kann um eine Falschbehauptung gehen, für die eine verlässliche Quelle gesucht wird. Manche möchten wissen, ob sie einen Angriff besser ignorieren, melden oder sichern sollten.

Andere brauchen vielleicht nur eine kurze Rückmeldung:

Du hast hier nichts falsch gemacht. Du darfst diese Diskussion verlassen.

Wobei wir konkret helfen

Wer etwas einreicht, kann dazuschreiben, welche Hilfe gebraucht wird.

Vielleicht geht es um einen Faktencheck. Vielleicht wird eine ruhige Antwort gesucht oder jemand möchte einen Angriff einschätzen lassen. Bei Drohungen kann es wichtig sein, Kommentare samt Link, Datum und Profil zu sichern, bevor sie gelöscht werden.

Wir helfen dabei, die Situation einzuordnen und mögliche nächste Schritte zu erkennen:

Antworten: Was könnte eine kurze, sachliche Reaktion sein?

Sichern: Welche Angaben und Screenshots sollten dokumentiert werden?

Melden: Welche Meldefunktion passt zum jeweiligen Inhalt?

Blockieren: Wann ist es sinnvoll, den Kontakt zu beenden?

Aussteigen: Wann bringt eine weitere Diskussion nichts mehr und belastet nur noch?

Mimikama · Unabhängig seit 2011

Hilf mit, dass Faktenchecks frei zugänglich bleiben.

Mimikama ist für alle lesbar. Ohne Paywall, ohne künstliche Hürden. Damit das so bleibt, brauchen wir Menschen, die diese Arbeit unterstützen.


Aussteigen ist dabei kein Versagen. Selbstschutz gehört ausdrücklich zu dieser Community.

Faktencheck-Anfragen bleiben erhalten

Viele unserer bisherigen Abonnentinnen und Abonnenten nutzen die Gruppe, weil sie dort Behauptungen, Bilder, Videos, Links oder verdächtige Nachrichten zur Prüfung einreichen können.

Diese Möglichkeit bleibt bestehen.

„Wir sind auch noch da!“ ersetzt keine Faktencheck-Gruppe. Die Community erweitert das bisherige Angebot.

Falschbehauptungen sind schließlich oft der Ausgangspunkt jener Debatten, in denen Menschen beschimpft oder angegriffen werden. Deshalb gehören Faktenprüfung, Antwortmöglichkeiten und Rückhalt unmittelbar zusammen.

Artikel, Tools und Sharepics zum Weiterverwenden

Die Community soll keine bloße Beratungsstelle werden, in der immer nur einzelne Fälle beantwortet werden.

Wir stellen dort auch Materialien bereit, die Mitglieder außerhalb der Gruppe nutzen können: geprüfte Informationen, passende Artikel, Sharepics, Formulierungsvorschläge und praktische Werkzeuge.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Ein typischer Beitrag kann deshalb nach einem einfachen Muster aufgebaut sein:

Worum geht es?

Was stimmt?

Was kannst du tun?

Welches Material gibt es dazu?

Die bereitgestellten Materialien dürfen geteilt und für eigene sachliche Beiträge verwendet werden. Inhalt und Quelle sollen dabei nicht verfälscht werden.

Auch Mitglieder können eigene hilfreiche Formulierungen, Grafiken oder Hinweise einreichen. Geeignete Inhalte werden von uns geprüft und können anschließend für die gesamte Community aufbereitet werden.

Keine digitale Kampftruppe

„Wir sind auch noch da!“ wird keine organisierte Gegenrede-Truppe.

Wir rufen niemanden dazu auf, gemeinsam ein Profil zu besuchen oder eine Kommentarspalte zu stürmen. Einzelne Menschen werden nicht zum Ziel erklärt. Es gibt keine Namenslisten und keinen Pranger.

Auch massenhaftes Anschreiben oder Bedrängen von Personen hat dort keinen Platz.

Wir können öffentliche Debatten aufgreifen, einordnen und zeigen, wie eine sachliche Beteiligung aussehen könnte. Die Entscheidung bleibt aber immer bei jedem einzelnen Mitglied.

Man kann einen vernünftigen Kommentar unterstützen, nach einer Quelle fragen oder einer angegriffenen Person beistehen. Man kann einen Gewaltaufruf sichern und melden.

Ebenso darf man nur mitlesen oder eine Debatte verlassen.

Keine dieser Formen ist mehr wert als eine andere.

Ein privater und moderierter Raum

Die Community ist eine private Facebook-Gruppe und an das Facebook-Abo von Mimikama gebunden. Der Zugang kostet 1,99 Euro im Monat.

Mit diesem Abo unterstützen Mitglieder unsere gesamte Arbeit gegen Desinformation, Internetbetrug, Hass und Hetze. Dazu gehören Recherche, Faktenchecks und die Entwicklung technischer Werkzeuge. Auch die Moderation und Betreuung einer solchen Community kostet Zeit.

Die kleine Zugangshürde hat noch einen weiteren Zweck: Sie hält viele spontane Störprofile und Menschen draußen, die nur provozieren oder andere angreifen möchten.

Eine Zahlung garantiert natürlich nicht, dass sich jedes Mitglied vernünftig verhält. Deshalb werden neue Beiträge vor der Veröffentlichung geprüft und Diskussionen konsequent moderiert.

Beschimpfungen, Drohungen, Häme und die erneute Bloßstellung von Menschen, die Hilfe suchen, werden entfernt. Je nach Schwere folgen Verwarnung, Sperre oder Ausschluss.

So funktioniert eine Einreichung

Mitglieder können ihr Anliegen direkt als Gruppenbeitrag zur Freigabe einreichen.

Am Beginn sollte kurz stehen, wobei Unterstützung gebraucht wird, etwa:

Faktencheck-Anfrage

Antwort gesucht

Angriff einschätzen

Sichern und melden

Zusätzlich kann angegeben werden, wie die Anfrage behandelt werden soll: mit Namen veröffentlichen, anonymisiert veröffentlichen oder nur persönlich beantworten.

Bei sensiblen Fällen, Drohungen oder persönlichen Daten kann ein privater Kontaktweg genutzt werden.

Mimikama prüft jede Anfrage vor der Veröffentlichung. Persönliche Daten werden bei Bedarf entfernt. Wenn eine Veröffentlichung jemanden zusätzlich gefährden oder angreifbar machen könnte, wird die Anfrage nicht oder nur anonymisiert veröffentlicht.

Was wir versprechen können

Wer sich „Wir sind auch noch da!“ anschließt, soll in schwierigen öffentlichen Debatten nicht allein dastehen.

Die Community bietet geprüfte Orientierung, konkrete Handlungsmöglichkeiten und Rückhalt, wenn es unangenehm wird.

Wir können keinen vollständigen Schutz vor Angriffen garantieren. Auch eine dauernde persönliche Begleitung oder anwaltliche Vertretung können wir nicht versprechen.

Wir können aber helfen, eine Situation klarer zu sehen. Wir können zeigen, welche Schritte sinnvoll sein könnten, und dafür sorgen, dass Menschen innerhalb unserer Community nicht erneut vorgeführt werden.

Jetzt Teil der Community werden

Wer ein Facebook-Abo bei Mimikama abschließt, unterstützt unsere gesamte Arbeit und bekommt Zugang zur privaten Gruppe:

„Wir sind auch noch da! – Die Community für Haltung und Rückhalt im Netz“

Das Abo kostet 1,99 Euro monatlich und kann über unsere Facebook-Seite abgeschlossen werden.

Bestehende Facebook-Abonnentinnen und -Abonnenten behalten ihren Zugang und sind bereits Teil der Gruppe.

Ich bin auch noch da.
Wir sind auch noch da.
Und wir reden mit.

Ihr seid nicht allein. Wir schaffen das gemeinsam.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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