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Startseite»Politik»Hohe Kerosinpreise: Lufthansa-Gewinn bricht stark ein
Politik

Hohe Kerosinpreise: Lufthansa-Gewinn bricht stark ein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.08.2026 • 14:16 Uhr

Vor allem der teure Treibstoff infolge des Iran-Kriegs hat bei der Lufthansa für einen drastischen Gewinneinbruch im zweiten Quartal gesorgt. Kunden müssen sich auf steigende Ticketpreise einstellen.

Teures Kerosin und Streiks der eigenen Crews haben der Lufthansa den Frühsommer verhagelt. Trotz höherer Ticketpreise sackte der bereinigte operative Gewinn im zweiten Quartal um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ab, wie der Konzern berichtet.

Auch für die zweite Jahreshälfte können Passagiere eher nicht auf billigere Tickets hoffen. Für das Gesamtjahr hält Vorstandschef Carsten Spohr nun auch einen Gewinnrückgang für möglich.

Der MDax-Konzern nennt in seiner runderneuerten Prognose eine Spanne zwischen 1,7 Milliarden bis 2,2 Milliarden Euro für den um Sondereffekte bereinigten Betriebsgewinn. Zuvor hatte es geheißen, dass der Konzern den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro „deutlich“ übertreffen werde. An den Börsen sackte die Lufthansa-Aktie nach den Zahlen zunächst stark ab.

750 Millionen Euro mehr für Kerosin

Das Unternehmen beziffert die Mehrausgaben für teureres Kerosin infolge des Iran-Krieges auf 750 Millionen Euro im zweiten Quartal, obwohl es mehr als 80 Prozent des Bedarfs mit Finanzprodukten abgesichert hatte. Die Streiks der Spartengewerkschaften rund um die 100-Jahr-Feier im April belasteten das Ergebnis mit rund 150 Millionen Euro.

Positive Ergebnisbeiträge lieferten hingegen erneut die Töchter für Technik und Fracht. Die europäischen Konkurrenten Air France-KLM und IAG mit British Airways haben geringere Gewinneinbußen berichtet.

„Die Menschen wollen fliegen“

Die höheren Kerosinkosten habe man zu etwa 60 Prozent durch höhere Ticketpreise kompensieren können, sagte Finanzchef Till Streichert. Auch im zweiten Halbjahr sollen demnach die Preise steigen, wenn auch die Kunden immer kurzfristiger buchten.

Reisen sei weniger preissensibel als die gesamte Branche möglicherweise gedacht habe, so Konzernchef Spohr. „Die Menschen wollen fliegen, und sie können es sich auch zu höheren Preisen leisten.“

Versorgungslage normalisiert sich

Die nach Kriegsbeginn angespannte Versorgungslage beimFlugtreibstoff habe sich im Laufe der vergangenen Wochen normalisiert, sagte der Lufthansa-Chef. Die Raffinerien hätten ihre Kapazitäten erhöht, und neue Versorgungsketten etwa aus Nigeria seien etabliert worden. Das Risiko von Flugausfällen wegen Kerosinmangels habe sich weiter reduziert.

Trotz anhaltender Schwankungen sollen die Treibstoffkosten im Gesamtjahr auf 8,7 Milliarden Euro steigen, 200 Millionen Euro weniger als noch im Mai erwartet.

Auf der anderen Seite hat Lufthansa vom Iran-Krieg auch profitiert, weil die arabischen Wettbewerber wie Emirates oder Qatar Airways ihre Drehkreuze am Persischen Golf während der Kämpfe zeitweise schließen mussten. Inzwischen hätten die Golf-Airlines „wieder alles in der Luft“ und agierten mit Kampfpreisen, sagte Spohr.

Wachstum auf Langstrecke angestrebt

Perspektivisch will der Lufthansa-Konzern vor allem auf der Langstrecke wachsen. Derzeit werde eine weitere Reduzierung des Europa-Angebots um ein Prozent geprüft. Im laufenden Jahr soll das Gesamtangebot stagnieren, nachdem der Vorstand ursprünglich ein Wachstum von bis zu 4 Prozent angekündigt hatte.

Im Zuge der Streiks hatte der Konzern die Regionaltochter Lufthansa Cityline früher eingestellt als zunächst geplant und damit rund 20.000 Europaflüge im Sommerflugplan gestrichen.

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