Absichtlich Attrappe platziert?Sprengstoffverdacht in Treuchtlingen entkräftet
Auf einem Bahnhof in Franken wird ein verdächtiger Gegenstand gefunden, bei dem es sich um Sprengstoff handeln könnte. Der Halt wird komplett gesperrt, der Zugverkehr ist lahmgelegt. Doch dann können die Ermittler Entwarnung geben. Dennoch bleiben offene Fragen.
Nach einem Sprengstoffverdacht im fränkischen Treuchtlingen hat die Polizei Entwarnung gegeben. An dem Gegenstand wurde kein Sprengstoff entdeckt, wie es von der Polizei vor Ort hieß. Man gehe aber davon aus, dass der Gegenstand bewusst als Attrappe platziert worden war.
Der Gegenstand war gegen 8.30 Uhr von einem Techniker im Gleisbett südlich des Bahnhofs der Stadt gefunden worden. Ein Entschärfer-Team der Bundespolizei hatte den Gegenstand am Vormittag geröntgt, konnte danach aber zunächst noch keine Entwarnung geben. Zwischenzeitlich wurden sogar „vorsichtshalber einige unmittelbar betroffene Gebäude“ geräumt. Bei einer zweiten Untersuchung wurde der Gegenstand dann mit Hilfe eines Roboters angehoben, bis schließlich der Sprengstoffverdacht entkräftet werden konnte.
Der Bereich um die Fundstelle war weiträumig abgesperrt, Autofahrer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die Sperrung für Passanten und Anwohner um Umkreis von etwa 100 Metern um die Fundstelle werden laut Polizei nun schrittweise wieder aufgehoben.
Zugverkehr vorerst weiter eingestellt
Der Zugverkehr ist komplett zum Erliegen gekommen, wann wieder Züge fahren, war noch unklar. Zunächst werde die Kriminalpolizei im Gleisbereich Spuren sichern. Diese Untersuchungen werden laut einem Polizeisprecher vor Ort wohl einige Zeit dauern.
Betroffen waren laut Bahn im Nahverkehr die RB 16, der RE 16 und der RE 60. Die Fahrten der Regionalzüge endeten vorzeitig an geeigneten Bahnhöfen, ein Ersatzverkehr mit Bussen und Großraumtaxen war eingerichtet. Die Züge des Fernverkehrs fuhren über Ingolstadt.
Treuchtlingen hat rund 13.000 Einwohner und liegt zwischen Nürnberg und Ingolstadt. Die Stadt ist ein ehemals wichtiger Bahnknotenpunkt, die Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt verläuft aber weiter östlich. Entsprechend sind die ICE-Verbindungen zwischen München und Nürnberg nicht betroffen.
