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Startseite»Politik»Abwehr von Drohnen – die Sicherheitslücke am Himmel
Politik

Abwehr von Drohnen – die Sicherheitslücke am Himmel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 12.09.2026 • 05:12 Uhr

Drohnen sind günstig, leicht zu beschaffen – und können für Verunsicherung sorgen. Laut Bundeskriminalamt gab es 2025 mehr als 1.000 verdächtige Drohnensichtungen. Wie gut sind Deutschlands Abwehrsysteme?

Von Helene Buchholz und Philipp Weimar, NDR

Krieg beginnt nicht erst mit militärischen Angriffen. Auch Desinformationen und Drohnenüberflüge können eine Gesellschaft verunsichern und damit schwächen. Unbewaffnete Drohnen, die über Flughäfen oder Militäranlagen fliegen, können außerdem wichtige Daten sammeln: Jeder Überflug liefert dem Absender mindestens die Information darüber, wie gut das Gelände mit entsprechenden Abwehrsystemen geschützt ist – oder auch nicht. Außerdem ist es möglich, mit einer Drohne Bilder und Videos von der Anlage zu bekommen.

Bisher sei die Bundesregierung nicht gut auf solche Vorfälle vorbereitet gewesen, sagt Ulrike Franke. Sie ist Drohnenexpertin und arbeitet unter anderem beim „Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen“ (European Council on Foreign Relations, ECFR) in Paris. Doch langsam tue sich was. Erst Mitte August wurde das „Technologiezentrum Drohnensicherheit“ in Cochstedt eröffnet.

Franke beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie sagt, aktuell seien die relevantesten Drohnen eher kleinere Systeme, die nicht zwingend militärisch sein müssen. Auch diese handelsüblichen Systeme seien inzwischen für die hybride Kriegsführung zentral. Denn nicht erst bewaffnete Drohnen seien eine Gefahr für die Innere Sicherheit, vor allem an Flughäfen können sie auch ohne Sprengstoff zu folgenschweren Unfällen führen.

Schnelle Entwicklung

Grundsätzlich sind Drohnen nichts neues. Es gebe sie schon seit mehr als 100 Jahren, so Franke. Anfangs habe es sich dabei noch um Ballons oder Laternen mit Sprengstoff gehandelt. Später sahen sie dann eher aus wie unbemannte Kleinflugzeuge. „Den meisten Leuten sind Drohnen das erste Mal ins Bewusstsein gekommen in den frühen Nullerjahren, Zehnerjahren, als die Amerikaner diese größeren militärischen Drohnen eingesetzt haben für Kriegsführungen in Ländern wie Pakistan, Jemen, Somalia, et cetera.“

Erst in den vergangenen 15 Jahren haben sich dann die handelsüblichen Systeme, die kleinen Quadrocopter, entwickelt. Normalerweise brauchen neue Entwicklungen im militärischen Bereich viele Jahre. Aber dadurch, dass sich dann die zivilen Systeme entwickelt haben, habe sich die Entwicklung von Drohnen massiv beschleunigt.

Klein, leicht und günstig

Da Drohnen inzwischen meist klein, leicht und günstig sind, werden sie oft von der vermeintlich schwächeren Kriegspartei eingesetzt, wie zum Beispiel die Ukraine sie im Krieg gegen Russland nutzt. Drohnen seien zwar nicht unbedingt immer das beste Mittel der Wahl, so Franke. Allerdings seien sie eben deutlich leichter verfügbar als spezialisierte Systeme: „Also soll heißen, wenn ich einen Panzer angreifen will, dann habe ich natürlich am liebsten eine panzerbrechende Rakete oder ein Panzerabwehrsystem. So etwas hatten die Ukrainer aber teilweise nicht. Was haben sie also gemacht? Sehr viele Drohnen genommen und die auf die Panzer fliegen lassen. Das hat dann auch funktioniert.“

Als der Krieg gegen die Ukraine 2022 losging, habe es noch rund ein Jahr gedauert, bis der Gegner ein passendes Abwehrsystem entwickelt hatte. In den Jahren darauf ging die Entwicklung immer schneller, inzwischen dauere es teilweise nur zwei bis drei Wochen, bis ein Drohnensystem erfolgreich abgewehrt werden könne.

Kein Abwehrsystem wird je perfekt sein

Deshalb müsse auch die Bundesregierung auf möglichst flexible und verschiedene Systeme setzen, wenn es um die Drohnenabwehr geht, rät Franke. Gerade im öffentlichen Raum sei das Abschießen einer Drohne in der Regel nicht möglich, da man dabei keine Kontrolle darüber hat, wo die Drohne hinfällt.

Eine andere Option sind sogenannte Jammer, die die Funkstrecke einer Drohne stören und sie zum Landen zwingen. Beim sogenannten Spoofing werden dagegen zum Beispiel die GPS-Signale, die den Standort der Drohne anzeigen, so gefälscht, dass der Drohnenpilot nicht mehr weiß, wo sich das System befindet.

Es gebe außerdem die Möglichkeit, Drohnen mit Netzen einzufangen oder sie zu hacken und dadurch die Steuerung selbst zu übernehmen, so Franke: „Leider ist es in der Tat so mit Innovationszyklen, das muss kontinuierlich upgedated und upgegradet werden. Die gute Nachricht ist, man muss nicht immer zwangsläufig das komplette System austauschen, ein Netzwerfer funktioniert auch gegen die neuesten Drohnensysteme.“ Und bei elektronischen Systemen wie z.B. beim Hacking reiche dann oft ein Software-Upgrade.

Allerdings werde keines dieser Systeme jemals perfekt sein, so Franke. Deshalb sollte das eigentliche Ziel sein, dass diese Angriffe oder Überflüge gar nicht erst stattfinden.

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