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Politik

AfD-Bundesvorstand verbietet Zusammenarbeit mit Politikberater

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Exklusiv

Stand: 15.06.2026 • 19:27 Uhr

Der AfD-Bundesvorstand greift in die Auseinandersetzung um den Einfluss eines Geschäftsmannes innerhalb der Partei ein. Laut WDR, NDR und SZ beschloss der Vorstand, dass er weder an Parteiveranstaltungen teilnehmen noch sie mitorganisieren darf.

Von Helene Fröhmcke, Katja Riedel und Mandy Sarti, WDR/NDR

Er gilt als Strippenzieher, der sich seit Jahren immer wieder in die Belange der AfD eingemischt hat – und innerhalb der Partei über ein erstaunliches Netzwerk und Detailwissen über interne Vorgänge verfügt. Der Geschäftsmann Tom Rohrböck arbeitet oft aus dem Ausland und hat zumindest in der Vergangenheit nicht nur über Kontakte zu AfD-, sondern auch zu CDU- und FDP-Funktionären verfügt.

Letztere waren zum Teil auch geschäftlich über ein Firmennetzwerk eng mit ihm verbunden. Er soll immer wieder Funktionären der AfD finanzielle Unterstützung angeboten haben. Woher dieses Geld stammt, ist bis heute unklar.

AfD-Beschluss verbietet weitere Zusammenarbeit

Der Mann war nie Mitglied der AfD. Auch hatte er nie eine Funktion oder einen offiziellen Vertrag. Und doch gilt er vielen in der Partei als derart tief vernetzt und einflussreich, dass sie Angst vor ihm haben. Manche nennen ihn einen „heimlichen Strippenzieher“, andere gar einen „Königsmacher“.

Am Montagmittag sprach der Bundesvorstand der AfD nun ein Machtwort: Rohrböck soll nicht länger auf die Partei Einfluss nehmen. Ein entsprechender Beschluss des Bundesvorstandes liegt WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung vor. Außerdem wird auch die Zusammenarbeit mit ihm in Parteiangelegenheiten untersagt. Sollten AfD-Mitglieder gegen diese Vorgabe verstoßen, würde das als parteischädigendes Verhalten gewertet werden, heißt es in dem Beschluss.

Auslöser war Brandbrief an AfD-Führung

Der Beschluss ist eine Reaktion auf den Brandbrief des bayerischen AfD-Landesvorsitzenden Stephan Protschka an den Bundesvorstand. In der vergangenen Woche hatte Protschka die Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel in der Causa Rohrböck zum Handeln aufgefordert.

In dem Brief, der WDR, NDR und SZ vorliegt, erhebt er den Vorwurf, Rohrböck übe mit Blick auf den bayerischen Landesparteitag Druck auf einzelne Abgeordnete aus. In dem Schreiben ist die Rede von einem „Klima der Verunsicherung“. Wer sich nicht füge, müsse demnach damit rechnen, dass Geschichten über die Person verbreitet würden.

Protschka fordert den Bundesvorstand in seinem Brandbrief dazu auf, Treffen und Abstimmungen von Funktions- und Mandatsträgern unter anderem mit Tom Rohrböck zu verbieten.

Rohrböck reagiert gelassen

Auch in einem Brandbrief aus dem Landesverband Niedersachsen warfen AfD-Funktionäre Rohrböck Einflussnahme vor. Rohrböck selbst wies die Vorwürfe auch des bayerischen AfD-Landesvorsitzenden gegenüber WDR, NDR und SZ zurück: „Ich erachte Herrn Stephan Protschka und mich auch für völlig überbewertet.“

Auch auf den Beschluss des Bundesvorstandes reagiert Rohrböck gelassen. Er sei selbst noch nie auf einer Veranstaltung der AfD gewesen, insofern treffe ihn der Beschluss nur „überschaubar“.

Vorwürfe des „Strippenziehers“ nicht neu

Bereits 2021 hatten WDR, NDR und DIE ZEIT über Rohrböck berichtet. Schon damals gab es die Vorwürfe, dass er als „Strippenzieher“ und „Königsmacher“ Prozesse in der AfD beeinflusst habe. Zu seinem Netzwerk sollen rund 40 Bundestagsabgeordnete gehört haben.

Rohrböck hatte das damals in einem Interview mit op-Online zurückgewiesen, auch die Bezeichnung „rechtes Phantom“. „Sicherlich habe ich mir ein sehr breites Netzwerk über die Jahre aufgebaut,“ sagt Rohrböck. Aber einen rechten Politiker zu kennen und auch mit diesem zu reden und Argumente auszutauschen, bedeute ihm zufolge noch lange nicht, selbst rechts zu sein.

Die Entscheidung des Bundesvorstands wird in der Partei als Teil eines Machtkampfes gewertet, der seit einigen Monaten in der AfD vor sich geht.

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