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Startseite»Politik»ARD-DeutschlandTrend: Zwei Drittel schauen besorgt nach Sachsen-Anhalt
Politik

ARD-DeutschlandTrend: Zwei Drittel schauen besorgt nach Sachsen-Anhalt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 8, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.09.2026 • 21:11 Uhr

Eine Mehrheit der Deutschen blickt mit Sorge auf den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Im DeutschlandTrend extra ist zugleich jeder Zweite der Meinung, die anderen Parteien sollten die AfD stärker einbinden.

Jörg Schönenborn

Am Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die große Mehrheit der Deutschen besorgt über das Ergebnis. Der Blick auf die Politik der Bundesregierung ist noch kritischer geworden. Und zum künftigen Umgang mit der AfD gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Blitzbefragung, die infratest dimap an diesem Montag für die ARD unter 1.051 Wahlberechtigten in Deutschland durchgeführt hat.

Das überraschende Ergebnis der bundesweiten Umfrage: Knapp die Hälfte der Wahlberechtigten ist der Ansicht, dass der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nach dem mit 43,8 Prozent deutlichen Wahlsieg der AfD vom Landtag auch zum Ministerpräsidenten gewählt werden sollte. 45 Prozent sehen das so. 48 Prozent sind nicht dieser Ansicht.

Natürlich befürworten die Anhänger der AfD diesen Schritt, aber auch unter den Anhängern der Union gibt es ein gutes Drittel, unter denen der Grünen knapp ein Fünftel, die den Schritt für folgerichtig halten. Dabei sieht eine deutliche Mehrheit der Befragten (64 Prozent) das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt mit Sorge. Jeder Vierte (24 Prozent) zeigt sich erfreut, der Rest schaut mit Gleichgültigkeit darauf.

Deutliche Kritik an Sozialreformen der Bundesregierung

Wesentlicher Grund für den Erfolg der AfD und die schwere Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt war die Politik der Bundesregierung, insbesondere die Diskussion über Sozialreformen. Bundesweit ist die Kritik heute noch deutlicher, als sie in der vergangenen Woche bei den Wählerinnen und Wählern in Sachsen-Anhalt gemessen wurde. Drei Viertel (76 Prozent) halten einen Denkzettel für die Bundesregierung durch das Wahlergebnis für verdient.

Die Verärgerung über die Koalitionspartner trifft zuallererst die CDU: 63 Prozent derer, die mit der Arbeit der Regierung unzufrieden sind, ärgern sich nach eigener Aussage am meisten über die CDU, gut jeder Fünfte (22 Prozent) über die SPD, 7 Prozent nennen die CSU. Ganz offensichtlich waren die Erwartungen an die CDU zum Start der Regierung im vergangenen Mai am höchsten, deshalb nun auch die Enttäuschung am größten. Nur 14 Prozent trauen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu, Deutschland gut durch die anstehenden Aufgaben zu führen.

Großes Streitthema Rente

In der Bundesregierung ist die Diskussion über geplante Sozialreformen zurück. Lediglich eine kleine Minderheit von 13 Prozent möchte, dass die Reformen etwa bei Rente und Gesundheit tatsächlich wie geplant umgesetzt werden. Sechs von zehn (59 Prozent) unterstützen die Reformen, wenn die Pläne vorher korrigiert werden. 22 Prozent plädieren dafür, ganz auf die Reformen zu verzichten.

Dabei gibt es kein klares Meinungsbild, in welche Richtung Korrekturen vorgenommen werden sollten. Jeder Dritte (33 Prozent) ist der Ansicht, die Positionen der Union sollten sich stärker durchsetzen, 39 Prozent wünschen sich das für die Positionen der SPD. Auffällig dabei: Ein Teil der AfD-Wähler möchte die Unions-Handschrift deutlicher erkennen. Die Anhänger von Grünen und Linken hoffen auf mehr SPD in den Reformpaketen.

Im Fokus der Diskussionen aktuell: die mögliche Abschaffung der vorzeitigen Altersrente für langjährig Versicherte nach 45 Beitragsjahren. Hier zeigt sich ein klares Bild: Drei Viertel (74 Prozent) wollen, dass diese Regelung beibehalten wird, auch wenn das zu höheren Rentenbeiträgen führt. Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) ist für die Abschaffung dieser Regelung.

Umgang mit der AfD bleibt umstritten

Die neue politische Lage in Sachsen-Anhalt zwingt die Parteien dort, ihre Positionen im Umgang mit der AfD erneut zu klären. Deshalb wird auch bundesweit diese Diskussion nun geführt. 42 Prozent der Befragten haben das Empfinden, dass der Umgang der anderen Parteien mit der AfD unfair ist – auch fast ein Drittel der Unions-Anhänger hat diese Einschätzung. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent insgesamt ist dagegen nicht der Ansicht, dass die anderen Parteien unfair mit der AfD umgehen.

Ungefähr die Hälfte der Befragten (51 Prozent) findet, dass die anderen Parteien die AfD künftig stärker in die politische Arbeit einbinden sollten. Vier von zehn Unions-Anhängern und jeder vierte SPD-Anhänger sind dieser Ansicht. Insgesamt lehnen 45 Prozent der Deutschen eine solche stärkere Einbindung der AfD indes ab.

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Dr. Heinrich Krämer
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