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Startseite»Nachrichten»Aus Lingen ins Ruhrgebiet: Niedersachsen feiert Meilenstein bei grünem Wasserstoff
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Aus Lingen ins Ruhrgebiet: Niedersachsen feiert Meilenstein bei grünem Wasserstoff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 4, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Aus Lingen ins RuhrgebietNiedersachsen feiert Meilenstein bei grünem Wasserstoff

Ein Blick auf das oberirdische Leitungsnetz, durch das Wasserstoff transportiert wird. (Foto: dpa)

Grüner Wasserstoff soll der Industrie in Deutschland beim Erreichen der Klimaziele helfen. Im Westen Deutschlands wurde nun ein wichtiger Ausbau-Schritt genommen.

Erstmals ist in Deutschland erneuerbarer Wasserstoff aus einer Elektrolyseanlage über ein im Aufbau befindliches Kernnetz zur Wasserstoffversorgung zu einem industriellen Abnehmer transportiert worden. Der vom Energiekonzern RWE in Lingen produzierte Wasserstoff fließt nach Mitteilung des Netzbetreibers Nowega über ein 120 Kilometer langes Leitungsnetz zum Chemiepark Marl der Evonik im Ruhrgebiet.

Das sogenannte GET H2 Nukleus-Wasserstoffprojekt wird in Teilen von den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mitfinanziert. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne von der SPD sprach von einem wichtigen Meilenstein für den Wasserstoffhochlauf in Niedersachsen und Deutschland. „Wasserstoff ist ein zentraler Baustein für die Transformation energieintensiver Industrien“, sagte der Politiker laut einer Mitteilung.

Weitere Projekte in Umsetzung

RWE will eigenen Angaben zufolge bis Ende dieses Jahres in Lingen eine Elektrolyseleistung von 200 Megawatt in Betrieb nehmen. Vom kommenden Jahr an soll die gesamte Anlage 300 Megawatt produzieren. Nach Unternehmensangaben erfüllt der in Lingen produzierte Wasserstoff die EU-Anforderungen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Damit erhalten Abnehmer des Wasserstoffs Nachhaltigkeitsnachweise und können so ihrerseits Einsparungen beim Klimagas CO2 geltend machen.

Im Chemiepark Marl lasse sich der Wasserstoff direkt für den Bedarf der Industrie nutzen, hieß es. Weitere Projekte im Zusammenhang mit GET H2 Nukleus in Nordrhein-Westfalen seien bereits fertiggestellt oder in Umsetzung. Dazu gehöre unter anderem eine Ende 2025 fertiggestellte 10 Kilometer lange Leitung im Münsterland zu einem Wasserstoffspeicher der RWE, der Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. Sie gehören alle zu einem Wasserstoff-Kernnetz, das derzeit bundesweit Stück für Stück aufgebaut wird.

GET H2 Nukleus ist eine Initiative von mehr als 50 Unternehmen, Institutionen, Verbänden und Kommunen, die Projekte entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette planen und umsetzen wollen, von der Elektrolyse über Import, Transport und Speicherung bis zur Anwendung in verschiedenen Anwendungen.

Bei der sogenannten Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. RWE nutzt für die Wasserstoffproduktion in Lingen vor allem Windenergie aus der Nordsee. Da bei diesem Prozess kein CO2 freigesetzt wird, gilt der erzeugte Wasserstoff als grün. Für den Verkehrssektor und energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie, sowie als Grundstoff für Raffinerien, und die chemische Industrie gilt grüner Wasserstoff als ein entscheidender Schritt in Richtung Klimaneutralität.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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