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Startseite»Politik»Bundestag debattiert neues Sportfördergesetz | tagesschau.de
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Bundestag debattiert neues Sportfördergesetz | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.05.2026 • 04:33 Uhr

Im Bundestag diskutieren die Abgeordneten heute über das neue Sportfördergesetz. Athleten-Vertreter fordern Mitsprache, die Linke befürchtet eine Mogelpackung.

Die goldenen Zeiten des deutschen Sports sind schon ein wenig länger her. Statt Gold für Deutschland gab es in den letzten Jahren häufiger solche Momente: Platz fünf im Medaillenspiegel bei den Winterspielen in Mailand/Cortina in diesem Jahr, bei den letzten Sommerspielen in Paris 2024 war es nur Platz zehn.

Deutschland soll wieder an die Weltspitze, das hat sich die Bundesregierung vorgenommen. Vorangetrieben hat die Pläne die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein von der CDU.

Das Gesetz werde die Spitzensportförderung ganz neu aufstellen in Deutschland, sagt sie. Es schaffe schlanke Strukturen, weniger Bürokratie, und effiziente Abläufe. Schenderlein erhofft sich mehr Erfolg am Ende des langen Prozesses, an dem viele Sportverbände beteiligt waren.

Mitspracherecht von Athletinnen und Athleten gefordert

Einer von den Beteiligten ist Otto Fricke, Vorstandschef des Deutschen Olympische Sportbundes (DOSB). Er sagt: „Nun arbeiten Sport und Staat auch jetzt schon zusammen auf Augenhöhe, aber in einer Form, die nicht so klar geregelt ist, wie es in einer Demokratie der Fall sein sollte.“ Nämlich per Gesetz. Der Entwurf, der heute im Bundestag debattiert wird, ist für den DOSB-Vorstandschef einer, „der jedenfalls schon einen großen Teil der Bedenken mitberücksichtigt hat“.

Bedenken bleiben allerdings – zum Beispiel bei der Sportlervertretung „Athleten Deutschland“. Ihre Präsidentin ist die Ruderin und Bronze-Medaillengewinnerin von Paris, Pia Greiten. Sie nennt das Sportfördergesetz eine historische Chance: „Aber echte Veränderung gelingt eigentlich nur, wenn Athletinnen und Athleten wirklich an Entscheidungen beteiligt werden“, findet Greiten.

Ihre konkrete Forderung: Direktes Mitspracherecht der Athleten in der neuen Spitzensport-Agentur. Die soll laut Schenderlein „der Gamechanger“ bei der Sportförderung sein. „Wir wollen klare Zuständigkeiten, vor allem schlanke Gremien“, betont Schenderlein. „Es wird einen starken Vorstand geben, der unabhängig agieren soll. Das ist ganz wichtig.“

Etikettenschwindel befürchtet

So sollen Fördermittel schnell, unbürokratisch und effektiv bei den Leistungssportlerinnen und -sportlern ankommen. Athleten-Vertreterin Greiten mahnt aber: „Es ist natürlich klar, dass die Spitzensport-Agentur nicht einfach nur die bestehende Struktur in einem neuen Rahmen unter einem neuen Namen sein darf.“

Aber genau das befürchtet der sportpolitische Sprecher der Linken, Christian Görke: „Es ändert sich das Türschild, die Finanzierung ist nicht klar und da, wo die Entscheidungen gefällt werden, dominiert nicht der organisierte Sport. Da dominieren die Koalition und die Politik. Und die Sportler und der Behindertensportverband, die sitzen am Katzentisch.“ Er fordert stattdessen mehr Geld, auch für den Breiten- und Behindertensport.

Förderung von Leistung als Priorität

Aber für Ruderin Greiten geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um Schutz vor Missbrauch im Sport. Die „Athleten Deutschland“ fordern, dass präventive und verpflichtende Konzepte im Gesetz verankert werden und bekommen dabei Unterstützung von den Grünen. Bislang sind hier freiwillige Selbstverpflichtungen der Verbände vorgesehen.

Diesem Aspekt will Sport-Staatsministerin Schenderlein im Gesetz auch Rechnung tragen. In erster Linie gehe es in dem Gesetz aber um die Förderung von Leistung. Und so hofft die Bundesregierung, dass Deutschlands Spitzensport wieder mit mehr Medaillen an seine goldenen Zeiten anknüpfen kann.

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