Coach greift Neuzugänge an
Rot-Weiss Essen kollabiert auf groteske Weise
10.08.2026 | 07:08 Uhr
Bei Rot-Weiss Essen hängt nach dem Saisonstart der Haussegen schief. Zwar geht’s beim 1. FC Saarbrücken extrem gut los, doch was dann passiert, macht Coach Uwe Koschinat fassungslos.
Die vergangene Saison endete für Rot-Weiss Essen mit einer großen Enttäuschung. Gegen die SpVgg Greuther Fürth verpasste der Pott-Gigant den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga knapp. Nun der nächste Anlauf und der erste Dämpfer. Beim 1. FC Saarbrücken unterlag Uwe Koschinats Mannschaft zum Saisonstart mit 2:5 (2:2). Eine 2:0-Führung durch die Treffer von Ben Hüning (10.) und Semir Telalovic (30.) verspielte RWE noch vor der Pause. Mladen Cvjetinovic (33.) und Christian Kühlwetter (45.) sorgten für den Ausgleich. In der zweiten Hälfte trafen Kai Brünker (74.), Siemen Voet (89.) und der kurz zuvor eingewechselte Kelsey Owusu (90.+6) für die Gastgeber. Was für ein aberwitziger Zusammenbruch der Essener.
Argirios Giannikis, Saarbrückens Trainer, war schockverliebt in sein Team nach dem Comeback: „Zunächst einmal ist es eine ganz schwere Aufgabe, wenn man hier zu Hause so einen Umbruch hat, gegen Essen zu spielen, eine Mannschaft, die letztes Jahr beinahe aufgestiegen ist, die Riesenambitionen hat, viele Mittel zur Verfügung hat. Wir haben gezeigt, dass wir Abläufe haben, dass wir Herz haben, dass wir in einem Muster drin sind. Wir haben heute ein tolles Erlebnis gehabt. Ich bin natürlich froh und gratuliere der Mannschaft zu dieser Leistung.“
Essen hatte nach dem verpassten Aufstieg ebenfalls einen Umbruch verkraften müssen. Zwar konnten zahlreiche Leistungsträger gehalten werden, aber mit Kaito Mizuta und Torben Müsel verlor der Klub zwei herausragende Schlüsselspieler. Zudem gingen einige verdiente Kräfte der vergangenen Jahre. Und der Weg sie zu ersetzen ist ein langer, ein längerer als ihn sich der frustrierte Coach Koschinat erwünscht. Der wurde im Interview deutlich.
„Ich habe keinen Bock, ihnen Zeit einzuräumen“
„Unsere Jungs, die neu dazugekommen sind, müssen schnallen: Was ist in so einem Traditionsduell in der 3. Liga, wenn es hier mal rundgeht, gefordert“, sagte der Trainer und gab ein positives Beispiel, an dem sich der Rest zu orientieren habe: „Ein deutliches Zeichen ist der Auftritt von Janne Sietan. Der hat in der vergangenen Saison 30 Spiele für Mannheim gemacht und keine großen Probleme, den Drittligarhythmus anzunehmen. Wir haben viele richtig starke Jungs. Die werden kommen, da bin ich mir sicher“, sagte er bei MagentaSport. „Ich habe keinen Bock, ihnen Zeit einzuräumen. Sie müssen jetzt Anschluss gewinnen. Sie haben gesehen, was Drittligafußball in einem Auswärtsspiel ausmachen kann. Wir müssen aus diesem Spiel die richtigen Lehren ziehen.“
Zum Beispiel bei der Abwehr von Standardsituationen: „Die Art und Weise, wie wir den ruhenden Ball verteidigt haben, die Wucht, mit der der Gegner uns dann erdrückt hat, hat eindeutig den Ausschlag für Saarbrücken gegeben. Das muss man anerkennen“, beklagte Koschinat. Vier Standardgegentore waren einfach deutlich zu viele. Hier hat RWE klare Schwächen offenbart. Doch Koschinat benannte noch mehr Probleme. „Dazu gehören die läuferischen Komponenten. Dazu gehört, dass wir uns taktisch noch selbstsicherer auf dem Platz bewegen. Eine 2:0-Führung muss dafür sorgen, dass wir den Gegner noch stärker dominieren, obwohl die Zahl der Möglichkeiten für die Saarbrücker aus dem Spiel heraus nicht so groß war.“
Die Zukunft werde zeigen, sagte Koschinat, ob die Spieler, „die wir verloren haben, so viel Einfluss auf unser Spiel hatten, dass sie am Ende so eine wichtige Rolle gespielt haben, dass die Stabilität in der Truppe etwas weniger geworden ist.“ Er habe aber weder in der Vorbereitung noch in Saarbrücken gesehen, dass das unser Problem ist.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno
