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Drei charismatische Kleinwagen : Dacia, Alpine und Renault können dynamisch, spaßig und nützlich sein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 26, 2026Keine Kommentare7 Minuten Lesezeit
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Drei charismatische Kleinwagen Dacia, Alpine und Renault können dynamisch, spaßig und nützlich sein

26.08.2026, 08:00 Uhr Von Patrick Broich
Dacia_Spring_HI
Der Dacia Spring sieht insbesondere nach dem Facelift wertig aus. (Foto: Dacia)

Renault als Konzern bietet reichlich Bandbreite. Drei Perlen sind der Dacia Spring, die Alpine A290 und der Renault 4. Falls die Wahl der ersten hier genannten Option überraschend erscheinen sollte – der Dacia ist tatsächlich der überraschendste Kandidat. 

Fans des Renault-Konzerns bekommen wahrlich eine üppige Bandbreite an verschiedenen Fahrzeugmodellen. Doch ohne Frage gehören Offerten wie Alpine A290, Dacia Spring und Renault 4 zu den spannenden Charakteren des Unternehmens. Moment mal, der Dacia Spring, im Ernst? Im Falle des zuletzt hinzugekommenen Spring mit 100 PS ist das gar nicht übertrieben.

Einsteigen, Zündschlüssel in das Schloss (tatsächlich noch!) stecken und loslegen. Und dann erst einmal fröhlich durch die Stadt rollen und merken, dass der Spring ja schon ein ziemlich einfach gestricktes Auto ist. Ja, da prangt jetzt ein hübscher Bildschirm über der Konsole. Und ein paar nette Farben finden sich auch in der Architektur. Aber eben genauso sind viel Hartplastik, synthetische Lenkung und ein bisschen flatteriges Fahrgefühl typisch Spring, damit muss man leben. Das mag die Budgetzielgruppe mit dem Wunsch, einfach nur günstig zum nächsten Supermarkt zu kommen, freilich wenig stören – der Spring ist eben speziell, und das muss man wissen.

Und dann aber kommt exakt dieser hier getestete Spring, der spätestens, wenn der Stadtverkehr geschafft ist, für ziemlich verwunderte Gesichter sorgt. Dreißiger-Zone aufgehoben und gib ihm! In einem solchen Fall muss die Traktionskontrolle dem Treiben an den Vorderrädern ziemlich drastisch Einhalt gebieten. Das 3,70-Meter-Autochen scharrt kurz mit den Hufen, und dann geht es nur so nach vorn. Richtig mit Druck im Kreuz.

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Seinen Ladeport hat der Dacia Spring vorn mittig, was praktisch ist. (Foto: Dacia)

Was ist das denn bitte? Ein Blick auf die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h von 9,6 Sekunden laut Werk wirkt zwar übersichtlich, aber wetten, der Kleine wetzt überproportional schneller von beispielsweise 20 auf 70 km/h? Klar, er wiegt bloß 1070 Kilogramm – für Elektroauto-Verhältnisse ein Fliegengewicht. Dieser Minimal-Stromer ist ein derartiges Dynamik-Biest, dass sich das Grinsen im Fahrergesicht hartnäckig hält. Dass diese Leistungsstufe an der Ausstattungslinie „Extreme“ hängt, passt ziemlich gut, der Name ist Programm und so. Ob man 2800 Euro Aufpreis für die kleine Knallbüchse ausgeben möchte (19.700 Euro Grundpreis), die womöglich gar nicht unbedingt eine sein will? Nach einer Probefahrt bestimmt.

A290 ist Spaßmacher

Als elektrische Knallbüchse ganz anderer Art geht die Alpine A290 los. Im Grunde handelt es sich dabei um einen etwas aufgepimpten Renault 5 – verkauft allerdings unter dem Label Alpine. Aufgepimpt soll hier nicht despektierlich klingen, Alpine hat schon ordentlich Hand angelegt. Breitere Spur, sportlicheres Fahrwerk und Drucktasten für das Wählen der Fahrstufen statt Lenksäulenhebel zählen zu den greifbaren Differenzierungen. Dazu kommt eine wildere Optik vor allem mit den Flanken samt ausmodellierter Struktur im Blech, X-förmige LED-Zusatzleuchten sowie knackigere Schürzen. Nicht zu vergessen die markanten Leichtmetallräder.

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Sogar weißer Lack steht der Alpine A290 gut zu Gesicht. (Foto: Alpine)

Und jetzt lass das Spring-Prinzip mit dem Topmodell einmal umkehren: Bei der Alpine A290 ist nämlich gar nicht die stärkste Ausführung spannend wie beim Budget-E-Auto, sondern stattdessen das von Alpine selbst etwas stiefmütterlich behandelte Basismodell mit 177 PS.

Man kann jetzt natürlich munter diskutieren, ob der GT preislich sinnvoll ist. Denn er schlägt bereits mit 39.000 Euro zu Buche, was kein Pappenstiel ist. Für das mit 218 PS deutlich stärkere Modell „GT Performance“ verlangt Alpine im Verhältnis nicht mehr wahnsinnig viel üppigere 42.200 Euro. Verständlich irgendwie, dass der Einsteiger eher Außenseiter-Status hat, oder? Dennoch hat ntv.de ihn unter die Lupe genommen. Warum auch nicht, wer kauft statt least und den Kapitaleinsatz so gering wie möglich halten möchte, trifft mit ihm vielleicht die richtige Wahl.

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Vor allem die X-förmigen LED-Zusatzleuchten fallen ins Auge. (Foto: Alpine)

Und ein Spielverderber ist dieser exotische Franzose mitnichten, fühlt sich knackig und präzise an. Auch kann man ihn nicht wirklich als langsam bezeichnen nach dem erlebten strammen Antritt. Das Werk verspricht 7,4 Sekunden zur Erreichung von Landstraßen-Geschwindigkeit. Kann man machen. Richtig launig wird es auf der kurvigen Landstraße, hier liefert der Viermeter-Kandidat sauber ab. Zwar wiegt er 1,5 Tonnen leer, aber der 52-kWh-Akkubrocken wirkt sich positiv auf den Schwerpunkt aus.

Prädestinierte Reiseautos sind es nicht

Wer die A290 als Allrounder einsetzen möchte, muss je nach Nutzungsprinzip ein wenig leidensfähig sein. Denn vor allem der Platz in der zweiten Reihe ist begrenzt. Für kurze Strecken langt er, aber ein Reiseauto ist dieser Franzose nur bedingt.

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Schick ist der Renault 4 E-Tech definitiv. Sein filigraner LED-Leuchtrahmen bleibt im Gedächtnis in Kombination mit der ebenfalls illuminierten Raute. (Foto: Renault)

Das gilt für den dritten Kandidaten in diesem Bunde natürlich auch, wobei seine praktischen Fähigkeiten ganz brauchbar sind: Die Rede ist vom charismatischen Renault 4 E-Tech. Sein Kofferraum fasst mit 420 etwa 100 Liter mehr als jener der Alpine. Damit sollte ein Familienurlaub gerade so drin sein. Nicht vergessen – mit 4,14 Metern ist der Retro-Renault formal noch immer ein Kleinwagen. Einer, der im Auge bleibt, wobei er aus dem Renault-Retro-Trio am wenigsten Retro-Charme hat. Ja, an den alten Renault 4 zu erinnern, vermag er zwar schon. Doch während R5 E-Tech sowie Twingo eher als exakte Design-Revivals zu ihren Vorläufern durchgehen, darf das kleine SUV eher als Interpretation des alten Vorbilds gelten. Aber eine schick gemachte immerhin mit dem markanten LED-Lichtrahmen um den Grill herum sowie der illuminierten Raute, auf die der kleinere Bruder verzichtet.

Und der Antrieb? Selbst als „Comfort Range“ mit 52 kWh analog zu der Alpine bodenständig: 150 PS gibt es auf die Vorderräder. Fährt souverän genug, um nicht nur auf der Landstraße, sondern ebenso auf der Autobahn überleben zu können. Mit 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h würde er der A290 zwar kaum folgen können, aber mit 150 Sachen ist er kaum langsamer in der Topspeed – denn mehr als 160 km/h sind auch bei ihr nicht drin. Alles freilich flotter als das Schlusslicht Spring mit 125 km/h.

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Retro ist der Renault 4 E-Tech durchaus, aber mehr eine Interpretation des Vorläufers. (Foto: Renault)

Nun, der kleine Spring ist am ehesten citygerecht, nicht zuletzt, weil er mit 1,77 Metern Breite so schmal ist und wirklich mühelos in noch so kleine Parklücken manövriert werden kann. Er ist hier der Überraschungskandidat, weil man einfach nicht erwarten würde, dass dieses kleine Vehikelchen so schwungvoll unterwegs ist. Nur eben nicht lange, dann muss der Winzling wieder an die Ladestation. Zwar klingen 225 Kilometer WLTP-Reichweite sattsam, aber in der Realität sind selbst 150 Kilometer schon eine Challenge.

Auch Alpine und Renault können auf längeren Etappen herausfordern, außer, man hat mit Ladeaufenthalten kein Problem. Um die 300 Kilometer Realreichweite sind schon eher das obere Ende. Mit 250 Kilometern liegt man ganz gut, und das bei milderen Temperaturen. Wobei höhere Dauergeschwindigkeiten deutlich mehr Strom ziehen als Stadtfahrten. Und alle drei hier besprochene Kandidaten dürften eher im Ausnahmefall für längere Zeit auf die schnelle Piste.

Bleibt zum Schluss noch die Preisfrage im Kontext mit dem R4 E-Tech. Charismatische Autos sind eben nicht ganz so günstig zu haben – unter 29.500 Euro geht gar nichts, dann gibt es aber bloß 40 kWh Akku und einen schwächeren Motor (120 PS). Wer also etwas mehr Batterie möchte, muss mindestens 32.500 Euro berappen, gar nicht mal wenig Geld. Immerhin sind Dinge wie Parkpiepser, Rückfahrkamera, Smartphone-Integration und Tempomat serienmäßig. Und natürlich der einzigartige Baguette-Halter in der Mittelkonsole. Somit bietet der R4 E-Tech Nutzwert auf unterhaltsame Art.

Die Alpine ist ohne Frage der spaßigste Kandidat, während der günstige Spring jetzt mit 100 PS noch Fahrspaß obendrauf bietet. Mit dieser Überraschung hätte wohl niemand gerechnet.

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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