Druck auf Energiemarkt steigtMoskau verlängert erneut Exportverbot für Diesel
Schon jetzt ruft der hohe Dieselpreis den Unmut des US-Präsidenten hervor. Und die Lage bleibt angespannt. Schließlich leidet Russland, zweitgrößter Dieselexporteur der Welt, massiv unter ukrainischen Angriffen. Wieder greift der Kreml zu einem alten Mittel.
Russland verschärft mit der Verlängerung seines Exportverbots für Diesel die angespannte Lage auf dem globalen Energiemarkt. Das Ausfuhrverbot für Kraftstoffhersteller gelte nun bis Ende Oktober, teilte die Regierung in Moskau mit. Die Maßnahme dürfte den Druck auf den globalen Energiemarkt weiter erhöhen, der bereits durch die anhaltenden Konflikte in Nahost und Lieferengpässe belastet ist.
Mit den wiederholten Ausfuhrbeschränkungen für Benzin und Diesel will die russische Regierung die steigenden Kraftstoffpreise im eigenen Land eindämmen und Engpässe bekämpfen. Diese wurden durch ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien ausgelöst. Bereits Ende August hatte Moskau das Exportverbot für Diesel bis Ende September verlängert. Lieferungen an Länder wie ehemalige Sowjetrepubliken und die Mongolei im Rahmen von Handelsabkommen sind davon jedoch ausgenommen.
Russland ist normalerweise der zweitgrößte Dieselexporteur der Welt nach den USA. Die Führung in Moskau hatte die Ausfuhren bereits im Sommer vor der Verhängung des Verbots reduziert, da durch die ukrainischen Drohnenangriffe auf Ölanlagen die Produktionskapazitäten eingeschränkt wurden und es in Russland zu Versorgungsengpässen an den Tankstellen kam.
Weltweit sind die Kraftstoffpreise im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Kriegs gegen den Iran stark gestiegen. In den USA erreichten die Dieselpreise Rekordwerte von mehr als 6,50 Dollar pro Gallone, was als politisches Risiko für US-Präsident Donald Trump bei den anstehenden Zwischenwahlen gilt. Auch in Deutschland und Großbritannien wurden wegen des Iran-Kriegs Rekordpreise für Diesel gemeldet.
US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren habe. Ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest vorübergehend außer Betrieb. „Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden“, schrieb er weiter. Dieser Forderung pflichtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei.
Zuvor hatte Trump Selenskyj allerdings dazu aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. Dabei wirkt sich besonders der Krieg zwischen der USA und dem Iran auf den globalen Ölmarkt aus.
