Keiner mehr für Klopp
BVB-Superteenie verewigt sich in Rekordbüchern – und entwischt dem DFB
Die USA haben einen neuen Rekordhalter: Mathis Albert ist der jüngste Torschütze in der Geschichte der Nationalmannschaft. Der 17-Jährige spielt beim BVB und hat auch einen deutschen Pass. Das hilft dem DFB nun aber nicht mehr.
Borussia Dortmund hat mal wieder einen neuen Superteenie: Mathis Albert. Er ist jetzt der jüngste Torschütze in der Geschichte der US-Nationalmannschaft – gerade mal 17 Jahre, 4 Monate und 8 Tage ist er alt. Beim 4:2-Sieg der USA gegen Chile schoss er in der 90-+3 das Tor zum Endstand. In seinem zweiten Länderspiel löste er damit Christian Pulisic ab, der im Mai 2016 gegen Bolivien als rund vier Monate älterer Spieler getroffen hatte. Der war damals ebenfalls ein BVB-Superteenie.
„Es fühlt sich großartig an“, sagte Albert nach dem Spiel. „Ich bin wirklich glücklich. Meine Familie ist hier und ich kann mit ihr feiern. Ich bin einfach richtig glücklich, ein Tor zu schießen – aber als bisher Jüngster? Das wusste ich nicht, bis ich in der Umkleidekabine zurück war.“
Albert wechselte 2024 aus der Jugendakademie von LA Galaxy zum BVB. Gerüchten zufolge waren auch der FC Bayern und Paris Saint-Germain an dem Jugendlichen, der am 21. Mai 2009 in Greenville/South Carolina geboren wurde, interessiert. Möglich machte der Wechsel seine deutsche Staatsbürgerschaft: Alberts Vater ist Franzose, seine Mutter Deutsch-Amerikanerin. Sein Vater bekam einen Job in Deutschland, die Familie zog um und durch den zweiten Pass umging man die FIFA-Regeln für minderjährige Spieler, die für ihre Karriere ins Ausland wechseln.
Beim BVB wurde der dribbelstarke Flügelspieler schnell aus der Jugend hochgezogen. Schon im vergangenen Sommer war er bei der Klub-WM in den USA dabei – als jüngster Spieler des gesamten Turniers. Der damals 16-Jährige kam aber nicht zum Einsatz.
Startelf-Debüt im DFB-Pokal
Sein Debüt bei den BVB-Profis gab er dann im April dieses Jahres. Beim 4:0-Sieg gegen den SC Freiburg wurde er in der 89. Minute von Trainer Niko Kovac eingewechselt. Und ist seitdem der jüngste US-Amerikaner mit einem Einsatz in der Bundesliga (16 Jahre, 11 Monate, 5 Tage). Er löste Giovanni Reyna ab, der den Rekord 2020 von Christian Pulisic gebrochen hatte – alle trugen bei ihren Rekorden das Trikot des BVB.
Beim Auftakt des DFB-Pokals gegen den HEBC Hamburg stand er dann Anfang des Monats sogar in der Startelf. Ein Tor für die Schwarzgelben gelang ihm noch nicht – anders als nun für die USA. In der 71. Minute war er von Trainer Mauricio Pochettino eingewechselt worden. Gut 20 Minuten später war es dann so weit: Freistoß von Anthony Robinson, von links im Strafraum von Auston Trusty mit dem Kopf weitergeleitet zum heranstürzenden Albert. Er traf die Latte, ehe der Ball auf dem Rasen aufprallte – und bevor sich Albert sowie die USA mit wenigen Sekunden Verzögerung freuen konnten. Der Schiedsrichter hatte das Signal bekommen, dass der Ball hinter der Torlinie aufgekommen war.
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„Teenager, aber reif genug“
Schon bei seinem Debüt vier Tage zuvor gegen Peru hatte er das 2:1 von Malik Tillman quasi vorbereitet. Er war elfmeterwürdig gefoult worden. Albert ist einer von mehreren Teenagern, auf die Pochettino in dieser Länderspiel-Periode setzt. Mit 23 Jahren und 25 Tagen Durchschnittsalter ist es die jüngste Mannschaft seit seinem Amtsantritt im September 2024: „Sie sind zwar noch Teenager, aber reif genug, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Mit 16-, 17-, 18- oder 19-Jährigen zu spielen, kann gut oder auch nur ein Trend sein … aber das Wichtigste ist: Wenn wir diese Jungs nominieren, sind wir sicher, dass sie ihre Leistung bringen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit.“
Albert benötigte sehr wenig Zeit. Sein deutscher Pass half zwar dem BVB, das Tor für die USA werden aber sicher auch einige beim Deutschen Fußball-Bund beobachtet haben. Sie kommen nun zu spät. Albert ist keiner mehr für Klopp.
Verwendete Quellen: ntv.de, ara
