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Startseite»Politik»Durch Inflationssorgen: Umsatz im Gastgewerbe auf Corona-Niveau
Politik

Durch Inflationssorgen: Umsatz im Gastgewerbe auf Corona-Niveau

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.05.2026 • 14:30 Uhr

Die gestiegene Inflation trifft besonders die Hotelbranche hart. In der Gastronomie dämpft der abgesenkte Mehrwertsteuersatz den Effekt noch.

Der Umsatz im deutschen Gastgewerbe ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen: Die Einnahmen von Restaurants, Kneipen, Hotels und anderen Beherbergungsstätten sanken im März preisbereinigt um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das gab das Statistische Bundesamt heute bekannt.

Auch im Vergleich zum Vormonat musste die Branche deutliche Verluste hinnehmen: Die Einnahmen fielen um 2,2 Prozent geringer aus als im Februar. Dabei machte die angespannte wirtschaftliche Lage vor allem der Übernachtungsindustrie zu schaffen, die im März 5,6 Prozent weniger Umsatz machte als im Februar. In der Gastronomie sank der Umsatz dagegen nur um 0,1 Prozent.

Auswirkungen der Inflation spürbar

Dass die Gastronomie vergleichsweise stabil blieb, dürfte auch an der Senkung des Mehrwertsteuersatzes liegen, den die Bundesregierung zum 1. Januar beschlossen hatte. Seitdem werden für Speisen in der Gastronomie nur noch sieben Prozent Mehrwertsteuer fällig, zuvor waren es 19 Prozent.

Der Umsatz im Gastgewerbe liege damit inflationsbereinigt „auf dem niedrigsten Niveau seit März 2022, als die Auswirkungen der Corona-Krise noch spürbar waren“, so die Statistiker. Als Grund führen sie die gestiegene Inflation infolge der hohen Ölpreise an: die Verbraucherpreise hatten bereits im März um 2,7 Prozent angezogen und zuletzt im April um 2,9 Prozent.

Viele Ökonomen rechnen damit, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten die Marke von drei Prozent überspringen wird. Das Konsumklima für Mai sank auf den tiefsten Stand seit Februar 2023, teilten Marktforscher vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen mit.

Verbraucher wappnen sich

Es ist daher zu erwarten, dass sich der Abwärtstrend weiter fortsetzt. Im Februar hatten Hotels und Gaststätten noch ein leichtes reales Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem schwachen Januar verzeichnet.

Die wachsende finanzielle Belastung der Haushalte dürfte besonders dazu führen, dass Verbraucher bei Restaurantbesuchen und bei der Mobilität sparen. Aber auch beim Einkaufen und sogar bei der Altersvorsorge zeigen sich bereits Auswirkungen, etwa wenn Verbraucher Vorsorgeverträge kürzen oder ganz pausieren.

Alle Angaben beruhen auf preisbereinigten Daten, bei denen also die Auswirkungen inflationsbedingter Preissteigerungen herausgerechnet wurden. Ebenso wurden kalender- und saisonbedingte Einflüsse herausgerechnet.

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