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Startseite»Politik»Ebola-Ausbruch in der DR Kongo: Eindämmung könnte lange dauern
Politik

Ebola-Ausbruch in der DR Kongo: Eindämmung könnte lange dauern

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 22, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.05.2026 • 09:13 Uhr

Rund eine Woche nach Bekanntwerden des Ausbruchs einer seltenen Ebola-Variante in der Demokratischen Republik Kongo bemühen sich Helfer vor Ort, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Viel Erfolg haben sie bislang nicht.

Karin Bensch

Ein weißes Zelt brennt. Es war erst vor Kurzem von einer Hilfsorganisation in Rwampara im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo aufgestellt worden.

Im Streit um den Leichnam eines Ebola-Todesopfers wurde ein Zelt im Ebola-Behandlungszentrum in Brand gesetzt.

Hohe Ansteckungsgefahr

In diesem Zelt sollten bald Ebola-Patienten behandelt werden. Doch noch war es nicht in Betrieb. Deshalb nutzten die Gesundheitsteams das Zelt, um dort Leichen auf die ordnungsgemäße Bestattung vorzubereiten.

Ein wichtiger Schritt, um den Ebola-Ausbruch einzudämmen. Denn bei Beerdigungen, bei denen die ganze Familie beisammen ist, stecken sich viele Menschen an.

Auslöser des Brandes war ein beliebter, junger Mann, der an Ebola gestorben war, sagt Sicherheitskoordinator Jean Claude Mukendi. „Seine Familie und Freunde wollten seinen Leichnam nach Hause bringen, obwohl die Anweisungen der Behörden während dieses Ebola-Ausbruchs klar sind: Alle Leichen müssen vorschriftsgemäß beigesetzt werden“, erklärt Mukendi.

WHO befürchtet weiteren Anstieg der Fallzahlen

Eine Woche ist es nun her, dass dieser neue Ebola-Ausbruch bekannt wurde. Das kongolesische Gesundheitsministerium spricht mittlerweile von 671 Verdachtsfällen und 160 vermuteten Todesfällen.

Trotz der Bemühungen, diesen Ausbruch einzudämmen, fürchtet die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Zahlen der Infizierten und Toten noch weiter steigen werden. Denn für die seltene Bundibugyo-Variante gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff.

Laut Experten sind Impfstoffe für die herkömmliche Ebola-Variante in diesem Fall wirkungslos. Deshalb ist es so wichtig, dass Verdachtsfälle und Infizierte von gesunden Menschen isoliert werden, sagt Florent Uzzeni, Notfall-Koordinator von Ärzte ohne Grenzen, der gerade in der Provinzhauptstadt Bunia im Einsatz ist.

Eindämmung durch Versorgung und Kämpfe schwierig

Doch die Bedingungen vor Ort seien sehr schwierig. „Der Zugang zur Gesundheitsversorgung war schon vor dieser Epidemie gering und ist heute noch schwieriger“, erklärt Uzzeni. Darüber hinaus ist das betroffene Gebiet sehr abgelegen, was den Transport von Ausrüstung und Personal erschwere.

Hinzu kommt, dass es in Teilen der Region immer wieder Kämpfe zwischen Rebellengruppen und der Armee gibt. Menschen werden vertrieben oder fliehen, sodass die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs immer schwieriger wird.

Seltene Ebola-Variante blieb lang unentdeckt

Ausgebrochen ist die seltene Ebola-Variante offenbar schon vor Wochen. Doch sie blieb lange unentdeckt. Die hohe Zahl der Verdachtsfälle rüttelte die Behörden vor Ort auf.

US-Außenminister Marco Rubio kritisierte die Weltgesundheitsorganisation, sie habe den Ausbruch „ein wenig zu spät“ erkannt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Weltgesundheitsorganisation unterstütze die Arbeit in den Ländern, ersetze sie aber nicht.

Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) kritisierte dagegen die Kürzungen in der internationalen Entwicklungshilfe. Noch vor 2025 seien zahlreiche Gesundheits- und Vorsorgeprogramme der Organisation im Ostkongo von der US-Regierung finanziert worden. Wegen der Streichungen habe das IRC seine Arbeit in der betroffenen Provinz von fünf auf zwei Gebiete reduzieren müssen.

Hilfslieferungen reichen nicht aus

Mittlerweile sind Hilfslieferungen in der Region angekommen, zum Beispiel von der WHO und UNICEF. Dennoch fehlen vielerorts Schutzausrüstungen. Das ist gefährlich, denn Ebola ist eine hochansteckende Infektion. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Die Sterblichkeitsrate nach einer Ansteckung mit der Bundibugyo-Variante liegt bei 25 bis 50 Prozent.

In den vergangenen 50 Jahren gab es bereits 17 Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo. Es ist jedoch erst der dritte Ausbruch, bei dem sich die seltene Variante verbreitet hat.

Der Notfall-Koordinator von Ärzte ohne Grenzen, Florent Uzzeni, geht davon aus, dass der Ebola-Ausbruch nicht so bald zu Ende sein wird. „Niemand hat eine Glaskugel, aber es könnte sein, dass es sechs Monate dauern wird, ein Jahr oder noch mehr“, schätzt er. Klar sei jedoch, dass es lange dauern werde.

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Dr. Heinrich Krämer
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