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Startseite»Politik»Ebola-Ausbruch: Wie Freiwillige gegen das Virus kämpfen
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Ebola-Ausbruch: Wie Freiwillige gegen das Virus kämpfen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 25.05.2026 • 15:48 Uhr

Mehr als 900 Verdachtsfälle und bereits über 200 Tote: In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus aus – auch, weil viele Menschen nicht wissen, wie sie sich schützen können. Freiwillige bemühen sich nun um Aufklärung.

Von Bettina Rühl, ARD Nairobi

Eine kleine Gruppe von Menschen hat sich um Francois Kasereka versammelt und hört ihm aufmerksam zu. Kasereka hat sich den Lederhut vom Kopf geschoben, und seine Gesichtsmaske ist etwas nach unten gerutscht; im Eifer scheint er das nicht zu bemerken.

Kasereka steht auf dem Markt in Bunia, einer Stadt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Hier, in der Provinz Ituri, hat der gegenwärtige Ebola-Ausbruch begonnen. Nach Schätzungen der kongolesischen Regierung hat die gefährliche Infektionskrankheit schon mehr als 200 Menschenleben gefordert, es gibt über 900 Verdachtsfälle.

„Nicht anfassen!“

Kasereka erklärt seinen Zuhörenden gerade, dass sie ein krankes Familienmitglied nicht anfassen dürften. Einige gucken irritiert – sich nicht um kranke Angehörige zu kümmern, ist im Kongo undenkbar. Kasereka gibt nicht auf, wiederholt seine Botschaft – und will sie danach auch an anderen Stellen in Bunia verbreiten.

„Ich bin Mitglied der Pfadfinder. Wir arbeiten im Moment als Freiwillige, um die Leute vor Ebola zu warnen und sie darüber aufzuklären, wie sie sich vor Ansteckung schützen können“, erklärt Kasereka. „Wir tun alles, was wir können, damit die Bevölkerung Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen einhält, Kranke nicht anfasst, und auf gar keinen Fall Tote berührt.“

Tiefes Misstrauen gegenüber den Behörden

Mit den Menschen über die Erkrankung und solche Maßnahmen zu sprechen, erfordert viel Taktgefühl – vor allem, wenn es um den Umgang mit Angehörigen geht. Den Anweisungen der kongolesischen Behörden widersetzen sich viele Menschen.

Das Misstrauen gegenüber Regierung und Gesundheitsbehörden ist tief verwurzelt. Manche glauben deshalb, dass Ebola gar nicht existiert oder dass Verantwortliche aus dem Ausbruch politischen oder finanziellen Nutzen ziehen wollen.

„Erklären, was Ebola ist“

Für die Helferinnen und Helfer erschwert das die Arbeit erheblich. In den am stärksten betroffenen Städten wurden bereits Ebola-Behandlungszentren angegriffen und in Brand gesetzt. Umso wichtiger ist die Arbeit der Freiwilligen.

Kasereka zeigt den Umstehenden gerade, wie sie eine Gesichtsmaske richtig aufsetzen müssen. „Wir wollen mit den Menschen reden und ihnen erklären, was Ebola ist und wie das Virus übertragen wird“, sagt er. „Wir wollen das Ansteckungsrisiko in unserer Stadt und unserer Provinz so gering wie möglich halten.“

Das wird in den kommenden Wochen nicht nur die ganze Energie der Pfadfinder fordern, sondern den Einsatz aller Helferinnen und Helfer. Nach und nach wird immer deutlicher, dass der Ausbruch offenbar sehr spät erkannt wurde, was die Eindämmung jetzt sehr schwierig macht.

Mobilität der Menschen hilft dem Virus

Entsprechend besorgt ist auch Florent Uzzeni, Nothilfekoordinator der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Bunia. „Normalerweise beginnen wir mit den Gegenmaßnahmen, sobald die ersten wenigen Fälle bekannt werden. Nie so spät wie diesmal, als es schon mehrere hundert Fälle gab“, erläutert er. „Wir haben es also mit einem großen Ausbruch zu tun, der schon mehrere Regionen erreicht hat.“

Hinzu komme, dass die Menschen in Ituri sehr mobil seien. Die Leute seien viel unterwegs. „Und dann kommt auch noch hinzu, dass der Ausbruch in städtischen Zentren angekommen ist, wo mehrere Hunderttausend Menschen leben. Leider erleichtert das die Verbreitung noch mehr“, sagt Uzzeni.Umso wichtiger ist es, mit den Menschen zu reden und sie darüber aufzuklären, wie sich das Virus ausbreitet – so, wie das Francois Kasereka und die übrigen Pfadfinder machen.

Die aktuelle Epidemie wird von der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus verursacht, die erstmals 2007 nachgewiesen wurde. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Ebola-Variante liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.

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