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Startseite»Politik»Ebola-Patient soll in Berliner Charité behandelt werden
Politik

Ebola-Patient soll in Berliner Charité behandelt werden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 19.05.2026 • 18:40 Uhr

Ein US-amerikanischer Arzt, der sich in der DR Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert hat, soll in der Berliner Charité behandelt werden. Er werde streng isoliert – für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, versicherte das Bundesgesundheitsministerium.

Deutschland nimmt einen mit Ebola infizierten US-amerikanischen Arzt auf. Er hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus infiziert und soll nun in der Berliner Charité behandelt werden.

Die USA hatten die Bundesrepublik wegen der kürzeren Flugzeiten von Uganda nach Deutschland und der Erfahrung mit der Versorgung von Ebola-Infizierten um Hilfe gebeten. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, man habe Unterstützung zugesagt.

Die USA würden den Transport des Arztes mit einem speziellen Flugzeug sicherstellen. Er solle mit einem speziellen Infektions-Rettungswagen vom Flughafen in die Charité gebracht und in der Sonderisolierstation der Klinik behandelt werden. Auch sechs Kontaktpersonen des Mannes mit hohem Ansteckungsrisiko sollen nach Deutschland gebracht werden.

Ministerium: Keine Gefahr für Bevölkerung

Die Charité ist eines der größten Krankenhäuser in Europa. Die Station, auf die die Patienten kommen sollen, sei eine in sich geschlossene und geschützte Einheit und ermögliche die sichere Isolation, Diagnostik und Behandlung von bis zu 20 Menschen gleichzeitig, hieß es vom Ministerium. Die Abteilung verfüge über eigene Zugangswege, Schleusensysteme, Lüftungs- und Filteranlagen mit Unterdrucktechnik sowie eine geschlossene Abwasseraufbereitung. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Deutschland hatte bereits 2014 drei Ebola-Patienten behandelt.

Damals wie heute rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ aus. Verantwortlich für den aktuellen Ausbruch ist die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder Impfstoff noch Therapie gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika gilt als hoch.

WHO-Notfallausschuss soll Impfstoffkandidaten prüfen

Die WHO rief aufgrund der Lage ihren Notfallausschuss ein. Experten sollen Empfehlungen ausarbeiten, wie mit der Lage umgegangen werden soll, sagte WHO-Chef Tedros Ghebreyesus. Nach Angaben von Anne Ancia, der WHO-Vertreterin im Kongo, prüfe man, welche Impfstoffkandidaten verfügbar seien, um zu evaluieren, ob ein Impfstoff für die Bundibugyo-Variante auf die Schnelle zur Verfügung gestellt werden könne.

Das Ausrufen der Notlage solle allerdings keine Panik schüren, sagte ein WHO-Sprecher, sondern Länder darüber informieren, dass es ein dringliches Problem gibt – und die Zusammenarbeit stärken.

USA sprechen höchste Reisewarnungen aus

Als Reaktion auf den Ausbruch schloss Ruanda seine Grenze zum Osten des Kongo. Die USA gaben für den Kongo ihre höchste Reisewarnung heraus und verhängten Einreisebeschränkungen für Personen ohne US-Pass, die sich kürzlich im Kongo, in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sprach von einer extrem ernsten Lage und kündigte Hilfe in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern vor Ort an. „500 Schutzanzüge für medizinisches Personal sollen nächste Woche ausgeliefert werden, ein Schulungsmarathon zum sicheren Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen ist in Vorbereitung“, teilte sie mit. Zudem bereite sich eine Expertengruppe auf einen Einsatz vor.

WHO unsicher über Ausmaß der Verbreitung

Laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC begann der aktuelle Ausbruch vermutlich in der dritten Aprilwoche in der nordöstlichen Provinz Ituri der Demokratischen Republik Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt, wurde aber erst Anfang Mai gemeldet. Auch im benachbarten Uganda wurden zwei Fälle gemeldet.

Nach WHO-Angaben herrscht große Unsicherheit hinsichtlich der Infektionszahlen und des Ausmaßes der Ausbreitung. Trotz mehr als 500 Verdachtsfällen wurden im Kongo erst 30 Fälle diagnostisch bestätigt.

Die betroffenen Gebiete sind dicht besiedelt und auf der kongolesischen Seite teils in der Hand von Rebellengruppen. Nach WHO-Angaben leben allein allein in der Provinz Ituri etwa acht Millionen Menschen.

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