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Startseite»Nachrichten»Ein „Maulkorb“?: Tönnies und Stevens erregen auf Schalke Aufsehen
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Ein „Maulkorb“?: Tönnies und Stevens erregen auf Schalke Aufsehen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Ein „Maulkorb“?

Tönnies und Stevens erregen auf Schalke Aufsehen

18.07.2026 | 17:34 Uhr

Vereinsheld Huub Stevens und der einstige Groß-Geldgeber Clemens Tönnies wollen beim FC Schalke 04 nicht ins Ehrenpräsidium des Klubs gewählt werden. Es geht um vermeintlich fehlendes Recht auf freie Meinungsäußerung.

Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies und der einstige Trainer Huub Stevens haben auf ihre Wahl ins Ehrenpräsidium des FC Schalke 04 verzichtet. Auf der Mitgliederversammlung des Aufsteigers in die Fußball-Bundesliga in der Veltins-Arena wurde bekanntgegeben, dass beide nicht zur Verfügung stünden.

Anlass dafür war offenbar, dass ein gleichzeitig laufender Antrag auf Satzungsänderung beim Verein zum Ziel gehabt hatte, dass sich Mitglieder des Ehrenpräsidiums künftig nicht mehr öffentlich zum operativen Geschäft äußern dürfen. Dieser Satzungsänderung verweigerten die Mitglieder allerdings ihre Zustimmung, mit gut 60 Prozent wurde die Zweidrittel-Mehrheit verfehlt.

„Stichwort Maulkorb“

„In den vergangenen Wochen haben wir in vielen Gesprächen aber auch gemerkt, dass es rund um unsere Kandidatur für das Ehrenpräsidium Vorbehalte und Diskussionen gibt“, zitiert die „Bild“-Zeitung aus dem Schreiben von Tönnies und Stevens: „Gepaart mit dem Antrag auf Satzungsänderung in Bezug auf das Ehrenpräsidium (Stichwort Maulkorb), den der Aufsichtsrat in letzter Instanz nicht einkassiert hat, sind wir nach reiflicher Überlegung zu der Entscheidung gelangt, unsere Kandidatur für dieses Jahr zurückzuziehen.“

Eine Mitwirkung in diesem so wichtigen Gremium könne mit dem eingeschränkten Recht auf freie Meinungsäußerung keine Option sein, haben Tönnies und Stevens laut „Bild“ an den Verein geschrieben. Gewählt wurde von den 4902 stimmberechtigten Mitgliedern letztlich das frühere Aufsichtsratsmitglied Peter Lange. Tönnies war von 2001 bis 2020 Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender. Stevens wählten die Fans 1999 zu Schalkes „Jahrhunderttrainer“.

Tönnies trat 2020 unter starkem Druck aus der Fanszene von seinen Ämtern bei Schalke 04 (neben dem Aufsichtsratvorsitz auch die Mitgliedschaft im Wirtschafts- und Eilausschuss). Der Milliardär hatte mit rassistischen Aussagen für Unmut gesorgt, später sorgte ein Corona-Ausbruch mit rund 1500 Infizierten in Tönnies‘ Schlachtbetrieb für Negativ-Schlagzeilen.

Für seine rassistischen Kommentare ließ Tönnies, der dem FC Schalke 04 über 26 Jahre in verschiedenen Ämtern verbunden war, seine Aufgaben für drei Monate ruhen. Während sich innerhalb des Klubs kaum eine nennenswerte Opposition formierte, war sein Ansehen in der Öffentlichkeit schwer beschädigt – und damit auch das Image von Schalke 04.

„Wir schämen uns“

Anfang des Jahres regte sich heftiger Protest aus der Fanszene, als Überlegungen öffentlich wurden, Tönnies für das Ehrenpräsidium vorzuschlagen. „Halt dich an dein Wort, Schweinepriester!“, prangte beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden im Schalker Fanblock, wo die aktive Szene steht.

Doch gegen die Anwürfe aus der Kurve formierte sich prominenter Gegenprotest: „Als ehemalige und zum Teil langjährige Funktionsträger oder Sponsoren des FC Schalke 04 schämen wir uns für das, was am Samstag geschehen ist“, schrieb eine Gruppe um die ehemaligen Trainer Huub Stevens oder Peter Neururer, Ex-Aufsichtsräten und für den Verein besonders wichtige Sponsoren.

Wirre Trump-Worte über Kane, Rot-Skandal und Infantino

„Und wir sind der Überzeugung, dass es eigentlich jedem echten Schalker peinlich sein muss, wie das Bild und Image unseres Vereins dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden ist“, war unter anderem in dem Brief zu lesen. Die Verfasser beklagten zudem die „Gossensprache“, verurteilten diese und deuteten mögliche rechtliche Schritte an.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter/dpa

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