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Startseite»Nachrichten»Fahrer weiter auf der Flucht: Auto fährt in Menschenmenge bei Berliner CSD – eine Tote
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Fahrer weiter auf der Flucht: Auto fährt in Menschenmenge bei Berliner CSD – eine Tote

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 26, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Fahrer weiter auf der FluchtAuto fährt in Menschenmenge bei Berliner CSD – eine Tote

Tausende Menschen feiern in Berlin den Christopher Street Day, als der Abend abrupt endet. Ein Auto fährt in den Tiergarten nahe der Hauptbühne und verletzt mehrere Menschen. Mindestens eine Frau stirbt.

Das Programm des Christopher Street Days (CSD) in Berlin musste am Abend vorzeitig beendet werden. „Es ist hier ein Fahrzeug in den Tiergarten eingefahren, hat mehrere Personen angefahren und dabei verletzt“, teilt die Polizei mit. Eine Frau sei nach der Reanimation noch vor Ort verstorben. 16 weitere Personen werden von Rettungskräften behandelt, so ein Polizeisprecher. „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen.“ Dafür komme auch ein Hubschrauber der Polizei zum Einsatz.

Der Vorfall ereignete sich gegen 22 Uhr an der Straße Ahornsteig. Der Fahrer raste mit einem „weißen, kleinen Lieferfahrzeug“ mit hoher Geschwindigkeit durch den Tiergarten. Der Amokfahrer verunglückte mit seinem Wagen bei der Flucht. Er sei ausgestiegen und weiter zu Fuß geflohen. Fotos im Internet zeigen einen weißen Transporter, der gegen einen Baum gestoßen war und deutliche Unfallspuren aufweist.

Der Polizeisprecher sagte weiter, es gebe unterschiedliche Aussagen zur Anzahl der Täter. „Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt“, so der Beamte. In welcher Spanne die Angaben sich bewegten, sagte er jedoch nicht.

Die Polizei ermittelt zudem, ob es eine „zweite Tatphase“ gab. Zeugen meldeten sich, dass sie Stichwunden erlitten hätten. Möglich ist, dass der Fahrer nach seinem Unfall mit einem Messer oder ähnlichem Gegenstand auf CSD-Teilnehmer eingestochen haben könnte. Eine andere Möglichkeit ist aber auch, dass es weitere Täter gegeben haben könnte. Die Beamten ermitteln, was es mit diesen Vorfällen auf sich hat.

Die Polizei sucht für die Ermittlungen auch nach Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls. Diese werden gebeten, Hinweise, vor allem aber selbst aufgenommene Fotos oder Videos zum Tatgeschehen, über das Hinweisportal den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.

Für die Schwerverletzten, einige von ihnen schweben laut Polizei in Lebensgefahr, ist ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet worden. Mit Krankenwagen werden die Betroffenen vom Tiergarten zum Reichstag gefahren, wo Hubschrauber bereitstehen, die sie in Kliniken bringen. Die Rettungskräfte sprechen von einem „Massenanfall von Verletzten“. Zu ntv sagt ein Feuerwehrsprecher, es gibt „mehr als zehn Verletzte“, sie seien teilweise schwer verletzt. Mehr als 150 Kräfte der Berliner Feuerwehr seien im Einsatz.

Rund um den Tiergarten seien etwa 250 Zufahrtsschutzsperren aufgestellt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Es sei deshalb besonders tragisch, dass es zu diesem Vorfall kommen konnte. Der Park wurde für die Spurensicherung gesperrt. Ein Großaufgebot der Polizei sucht nach Hinweisen zu dem oder den Flüchtigen.

Wegner: „Freiheit aufs Schrecklichste angegriffen“

„Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden“, sagt der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner, der am Tag selbst am CSD teilnahm. „Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“, so Wegner. Er selbst verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Situation und sprach kurz nach Mitternacht zur Presse. Er vertraue auf die Polizei, dass sie den Täter ermittelt und fasst, sagte er. „100 Prozent Sicherheit kann es nie geben.“

„Der Bundeskanzler wird laufend informiert und ist mit Innenminister Dobrindt im engsten Kontakt. Seine Gedanken sind bei den Opfern“, sagte ein Sprecher des Bundeskanzlers der „Berliner Morgenpost“. Merz sprach seinem Sprecher zufolge von einer „abscheulichen Tat“.

„Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt laut Mitteilung. „Wir werden alles daransetzen, diese schreckliche Tat und ihre Hintergründe schnell aufzuklären und zu ahnden.“

Kader Loth: „Kaum Polizei und Security gesehen“

„Es gab kaum Security und Sicherheitsvorkehrungen. Das hat mich zum Aufbrechen bewogen“, sagte Reality-TV-Star Kader Loth zu RTL und ntv. „Ich habe mich einfach nicht geschützt genug gefühlt.“ Sie sei mit den Menschenmassen „von der Siegessäule zum Brandenburger Tor gelaufen und habe kaum Polizei und Security gesehen“, sagte sie weiter. „Meine Gedanken gelten den Geschädigten und Angehörigen.“

Der CSD-Veranstalter und die Polizei evakuierten nur Minuten nach dem Vorfall den Bereich vor der Bühne am nahegelegenen Brandenburger Tor „aufgrund einer schwierigen Situation“. Teilnehmer wurden aufgefordert, „ruhig und geordnet“ nach Hause zu gehen, schrieben die Veranstalter auf ihren Profilen in sozialen Netzwerken. „Bitte meidet die Siegessäule und den Tiergarten.“

Zuvor feierten Hunderttausende Menschen in der Bundeshauptstadt den erstmals über zwei Tage gehenden CSD. Unter dem Motto „Haltung ist hot“ führte ein riesiger Demonstrationszug durch das Zentrum der Hauptstadt. Bis zum Nachmittag zog die Polizei ein positives Fazit. Wie das Fest am Sonntag weitergefeiert wird, ist noch offen.

Quelle: ntv.de, mpa

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